Es ist die Saison von Timo Scheider. Auch wenn es am Nürburgring nach der falschen Reifenwahl im Rennen nicht wie geplant klappte, liegt der Audi-Pilot weiter in Tabellenführung und bestätigte im Qualifying von Brands Hatch seine Vormachtstellung im Feld. Nach einer Bestzeit am Freitag und weiteren guten Trainingsleitungen sicherte sich Scheider im Qualifying die Pole-Position und damit die beste Ausgangsposition für das 82 Runden lange Rennen am Sonntag.

Obwohl er das Team und sich selbst in der Favoritenrolle sah, rechnete er nicht mit einem solch perfekten Qualifying, in dem selbst seine zweitbeste Runde schnell genug gewesen wäre. "In der DTM darf man nie etwas voraussagen, kann viel passieren. Gerade hier wo die Strecke so kurz ist - in Brands Hatch geht es um Hundert- und Tausendstel", so Scheider im Gespräch mit dem adrivo Motorsport Magazin. Einfach war das Qualifying aber auf keinen Fall, gerade die zweite Session hatte es in sich: "Nach der Rotphase und den gelben Flaggen war es nicht einfach sich zu konzentrieren und da alle Fahrzeuge in der zweiten Session fahren durften, war es schwer eine freie Runde zu finden."

Auf der äußerst überholunfreundlichen Strecke, die nur 1,929 Kilometer lang ist und kaum Ausbremspunkte zur Verfügung stellt, hat der derzeitige Tabellenführer die besten Karten - wenn er denn den Start gewinnt. "Morgen habe ich die beste Position um das Beste daraus zu machen. Im Rennen werden wir irgendwann wieder auf das Feld auflaufen, das ist in Brands Hatch üblich. Mache mir jetzt keine Gedanken, wenn Autos vor mir sind werde ich sie einfach überholen", sagte Scheider im Hinblick auf den zu erwartenden Verkehr.

Mit einem möglichen Sieg könnte der Audi-Mann seinen Vorsprung in der Meisterschaft theoretisch auf 14 Punkte ausbauen - doch für eine mögliche Vorentscheidung verschwendet der Familienvater keine Gedanken. "Wir haben noch vier Rennen zu fahren, da kann in der Meisterschaft noch keine Entscheidung fallen. Ich sehe das morgige Rennen als Einzel-Event und fokussiere mich nur darauf", berichtete Scheider nach dem Zeitfahren.