Zwischenzeitlich schien es so, als könne Martin Tomczyk Frieden mit dem Norisring schließen: Nach Jahren der Pleiten, Pech und Pannen hatte der Bayer von einem guten fünften Startplatz im Rennen die Audi-interne Führung übernommen - und sah sich rasch aus der Bahn geworfen. Nachdem ihn bereits Tom Kristensen passiert hatte, wurde immer offensichtlicher: Tomczyks Audi A4 DTM wollte nicht so, wie Tomczyk wollte.
"Das Gaspedal ist hängen geblieben, daher kam es zu den Verbremsern und der verlorenen Pace. Irgendwann blieb es dann ganz stecken", erklärt Tomczyk gegenüber der adrivo Sportpresse die Wurzel allen Übels. Mit einem beherzten Anlehnen an der Leitplanke brachte Tomczyk seinen Dienstwagen im Schöller-S vorzeitig zum Stehen - und konnte nur spekulieren, wie lange seine Bremsanlage gut funktioniert hätte, hätte das Gaspedal kein Eigenleben entwickelt: "Man hat gesehen, dass wir dieselbe Bremsperformance wie Mercedes hatten."
So kam es in beiden Lagern mit zunehmender Distanz zu zahllosen Verbremsern. Für den folgenreichsten sorgte Mattias Ekström. "Ich habe 73 Runden gut gekämpft - in der letzten Kurve habe ich dann meine schlechten Bremsen unterschätzt, kam von der Linie ab und musste Timo vorbeilassen", begründet Ekström jenes Missgeschick, das Teamkollege Scheider am Ende die Meisterschaftsführung rettete. So sah der amtierende Champion seinen Fauxpas eher locker: "Einen Punkte habe ich ihm mehr oder weniger geschenkt. Ich fahre seit so vielen Jahren in der DTM und hatte so viele Erfolge, dass ich über diesen Fehler hinwegsehen kann."

Während Timo Scheider angab, anders als Ekström auch am Ende des Rennens noch einwandfreie Bremsen zur Verfügung gehabt zu haben, bekräftigt auch Tomczyk: "Natürlich muss man sich die Bremsen gut einteilen, aber damit hatten wir über das Wochenende keine Probleme." Erhöhte Aufmerksamkeit kam der Bremsanlage während des Rennens sowohl bei Audi als auch bei der Stuttgarter Konkurrenz zu. Insgesamt 148-mal wollte im Cockpit eine sonst selten benutzte Taste betätigt werden.
Der Meisterschaftsdritte von 2007 erläutert: "Kühlungssystem haben wir überall - aber hier ist es besonders notwendig. Man drückt im Cockpit zwei Mal pro Runde auf den Knopf, um den Bremsen Wasser zuzuführen." Beachtliche sechs Liter umfasst das maximal zur Verfügung stehende Wasser - ohne Notreserven, wie auch Ralf Schumacher erfuhr...

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