"Es war nicht eines der spannendsten Rennen", brachte es Norbert Haug bei allem Jubel um den Sieg Paul di Restas auf den Punkt. Mit Leichtigkeit hatte sich der Schotte schon nach wenigen Runden jeglicher Verfolger entledigt, die ihrerseits nur an der Boxenausfahrt um Positionen kämpften. Den sportlichen Lichtblick bildeten die Zweikämpfe in Reihen der Jahreswagen: Hier balgten sich insbesondere die Piloten der 2007er-Audis um das letzte Pünktchen, das ihnen die übermächtigen Neuwagen übrig ließen...

Zwar war aus dem Vierkampf der Audi-Jahreswagen rasch ein Dreikampf geworden. "Von Mauer zu Mauer - aber in beiden Fällen konnte ich nicht so viel dafür", kommentierte Markus Winkelhock seinen Reifenplatz gegenüber der adrivo Sportpresse mit Galgenhumor, nachdem sein Rennen auf dem Lausitzring bereits 2007 scherbenreich geendet war. Doch schon zuvor war es zwischen den Phoenix- und Rosberg-Piloten heiß hergegangen: "Ich hatte einen guten Start, aber in der ersten Kurve war leider zu wenig Platz. Rocky war im Kurveninneren, sodass sowohl Schneider als auch ich eine sehr weite Linie fahren mussten. Daher habe ich drei bis vier Plätze verloren."

Am Ende fand sich Jarvis dennoch vor Rockenfeller wieder - und erbte dank der Disqualifikation seines Teamkollegen Alexandre Prémat noch einen Punkt. "Ich bin glücklich mit dem Rennen, denn wir hatten eine gute Pace. Es war ein toller Kampf, vor allem während der ersten beiden Stints. Leider hatte ich zum Ende des Rennens ein Problem, so dass ich sehr vorsichtig fahren musste. Trotz alledem habe ich Rocky geschlagen." Dieser wiederum kämpfte über das ganze Rennen hinweg mit einem suboptimalen Dienstwagen.

Eine Berührung mit seinem französischen Teamkollegen nahm Rockenfeller sportlich. "Ich konnte den Speed nicht mitgehen, aber trotzdem hat es Spaß gemacht, mit Alex zu kämpfen. Alex hat einen Rückspiegel verloren, aber das war es auch", fasst der Rosberg-Pilot zusammen. "Alex ist mein Teamkollege in der Le-Mans-Serie, hier hingegen kämpfen wir gegeneinander. Insgesamt aber bin ich enttäuscht, dass ich nur Zehnter geworden bin, nachdem ich nach dem Start Siebter war. Ich hatte einfach nicht die Pace, ähnlich wie schon im Warm-up war das Handling des Autos nicht gut genug."

Weniger Beachtung fand der nicht minder spannende Kampf der Mercedes-Jahreswagen - die jedoch wie gewohnt nur um zweistellige Positionen kämpften. Ein Schicksal, mit dem sich Mathias Lauda bereits abgefunden hat. Er freut sich auch über kleine Erfolge: "Ich habe leider ein wenig den Anschluss an Maro verloren. Ralf hingegen kam näher, kam aber nie in Schlagdistanz, weil ich im zweiten und dritten Sektor schneller war. Ich hatte ihn im Griff."