Norbert Haug hatte trotz des Sieges von Gary Paffett im Mercedes-Jahreswagen nicht besonders gute Laune. So gratulierte er dem Meister von 2005 auch herzlich, doch den Mercedes-Sportchef wurmte die Entscheidung gegen Jamie Green. "Er kann sich nicht in Luft auflösen und Vanina ist ihm ins Auto gefahren und nicht umgekehrt. Das ist einfach nicht korrekt. Jeder macht einen fairen, sportlichen Job und dann wird irgendwo eine Entscheidung getroffen, die nicht nachvollziehbar ist - ich will hier aber keinen bösen Willen unterstellen", war Haug nach dem Rennen über die Durchfahrtsstrafe verärgert.

Seiner Meinung nach war der Brite ebenso auf Podestkurs wie Mika Häkkinen, den es in der vorletzten Runde mit einem Reifenschaden erwischte. Das unterstrich zusammen mit der Fahrt von Bernd Schneider und den guten Rundezeiten seiner Meinung nach auch die Leistungsfähigkeit der neuen C-Klasse. "Ich bin sehr, sehr zufrieden mit der Leistung von Bernd. Eigentlich gibt es eine Handvoll Fahrer, mit denen ich zufrieden bin."

Da war natürlich der Sieger zu dem Haug meinte: "Das war ganz, ganz toll und ich möchte Gary gratulieren. Er ist nicht umsonst DTM-Meister 2005." Auch Paul di Resta hatte mit seinem zweiten Platz im zwei Jahre alten Auto Haug eine wahre Freude gemacht. "Sein zweites Rennen, auf dem Podium und siegfähig mit einem zwei Jahre alten Auto - a la Bonheur. Da kann man nur Glück wünschen und sagen, wunderbar", sagte der Sportchef.

Doch trotzdem stand die Stewardentscheidung im Vordergrund und Haug konnte sich darüber kaum beruhigen. "Es soll gleiches Recht für alle geben. Es kann ja nicht eine Mercedes- oder Konkurrenten-Regel geben. Das unterstelle ich auch nicht, aber ich denke, dass es wenige gibt, die eine andere Meinung vertreten. Ich habe so etwas in den letzten zehn Jahren vielleicht zwei Mal erwähnt. Ich bin kein Querulant, aber das muss angesprochen werden", betonte er noch einmal.