Insbesondere Mattias Ekström hatte am gestrigen Tag mit Top-Ergebnissen dazu beigetragen, das Image des Norisrings als "Mercedes-Strecke" ad acta zu legen. Nach dem heutigen Qualifying durfte der Begriff in Anbetracht der unerwartet deutlichen Audi-Pleite im Qualifying wieder hervorgeholt werden...

"Wir sind selbstverständlich nicht zufrieden mit dem Ergebnis, denn ein Auto in der dritten und eines in der vierten Startreihe war sicherlich nicht unser Ziel", zeigte sich Audi-Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich uns gegenüber wenig angetan von den Resultaten seiner Mannschaft, verweist jedoch auf die unbestritten geringen Abstände in den Zeitenlisten: "Andererseits muss man sehen, dass zwischen dem dritten und dem siebenten Platz gerade einmal fünf Hundertstel einer Sekunde liegen. Selbst unter den ersten acht sind es nur zweieinhalb Zehntel."

Eine Unterlegenheit der Audi-Neuwagen verglichen mit den Mercedes-Pendants wollte der Österreich dennoch nicht ganz abstreiten. War gestern noch von einem sehr guten Setups bei den Neuwagen sowie nur leichten Bremsproblemen bei Heinz-Harald Frentzen und Tom Kristensen die Rede, so klingt Dr. Ullrichs heutiges Statement zur Abstimmungsarbeit deutlich anders: "Wir hatten in den Händen unserer Fahrer Fahrzeuge, mit denen sie nicht zufrieden waren. Sie haben es nicht geschafft, ihre Autos auf den Stand zu bringen, wie sie es gerne gehabt hätten."

Der Beginn des herben Rückschlags, das Aus Martin Tomczyks in der ersten Session des Qualifyings, vermochte auch den Audi-Sportchef zu erstaunen: "Ich konnte mit Martin auch noch nicht reden. Seine Lieblingsstrecke war der Norisring allerdings noch nie, aber gerade an diesem Wochenende war er eigentlich konstant gut." Während der junge Bayer beim morgigen Rennen vollends beschäftigt mit der Punktejagd sein dürfte, deuten sich weiter vorne im Feld noch größere Probleme an. Ein weiterer Ausbau der schneiderschen Tabellenführung droht:

"Selbstverständlich ist es für Tom nun eine ganz schwierige Aufgabe. Wir werden versuchen, so viel wie möglich mit der Taktik zu tun", kündigt Dr. Wolfgang Ullrich an. Und so verlockend das Hoffen auf ein möglichst chaotisches Regenrennen angesichts der relativen Aussichtslosigkeit Audis im Kampf um den Sieg wäre - die Sicherheit hat in seinen Augen auch in einer misslichen Lage für die Ingolstädter Vorrang: "Das wäre das Hoffen auf die Lotterie. Ein heftiger Regenschauer ist etwas, was wir uns alle nicht wünschen, da es dann zu unkontrollierten Unfällen kommen kann - und die wollen wir alle nicht."