Ein bisschen basteln musste man Audi-intern wohl schon, um sich auf eine offizielle Sprachregelung zu einigen, die das erklären sollte, was zwischen Tom Kristensen und Heinz-Harald Frentzen im Qualifying passiert war.

"Ein Missverständnis", hieß es dann - Kristensen war auf seiner schnellen Runde in der Haarnadel auf Heinz-Harald Frentzen aufgelaufen, der sich auf der Aufwärmrunde befand. Was den Dänen eine bessere Zeit und vielleicht auch seinen Platz unter den Top Acht kostete: "Ein Windschatten in einer Kurve ist natürlich nicht immer optimal."

So weit - so schlecht, aber das Spielchen ging ja dann noch ein wenig weiter. Kristensen machte gleich darauf einen auffälligen Schlenker in Richtung von Frentzens Audi - worauf an dem plötzlich ein Teil wegflog... "Wir haben uns ausgesprochen, haben das diskutiert, wir haben ja schließlich beide nichts davon gehabt", war Heinz-Haralds offizielle Version, "damit ist die Sache vom Tisch."

Doch einige neutrale Beobachter hatten zuvor die Aktion von Kristensen schon eher in Richtung Revanchefoul interpretiert - und sich sogar gefragt, ob die Sportkommissare da noch einschreiten würden, zusätzlich auch noch wegen der Tatsache, dass der Däne nach dem Ende des zweiten Qualifying-Abschnitts in seinem Ärger nicht in den Parc Fermé, sondern in die Boxengasse gefahren war.

"In der Hitze des Gefechts, in der Emotion, können solche Dinge schon mal passieren," nahm Frentzen seinen Teamkollegen gegenüber motorsport-magazin.com in Schutz, "das ist kein Drama..." Auf die Frage, ob er denn über den plötzlichen Schlenker seines Teamkollegen überrascht gewesen sei, zuckte er nur die Achseln: "Schwamm drüber..."