Fernab des Landes der 1.000 Seen und der Nation der kantigen Kombis, denen in Großbritannien in den 90er-Jahren Tourenwageneinsätze durchaus nicht verwehrt blieben, fernab also von Finnland und Schweden, gab der dritte DTM-Saisonlauf 2005 in Spa-Francorchamps bereits einen Vorgeschmack auf ein skandinavisches Duell in eher rundlichen Limousinen:
Nach einem Podestplatz bei seinem zweiten DTM-Lauf auf dem EuroSpeedway zeigte Mika Häkkinen über das gesamte Rennen hinweg keine Scheu vor einem couragierten Kampf gegen den damals amtierenden Meister Mattias Ekström - und entschied ihn in Form eines ersten Sieges schließlich für sich.
Machte sich der Erfahrungsrückstand Häkkinens in den folgenden Rennen wieder stärker bemerkbar, so konnte dies der DTM-Reputation des Formel-1-Doppelweltmeisters dennoch nicht mehr schaden: Bereits im Februar ließ Mattias Ekström, den mit dem Finnen zudem seine Rallye-Leidenschaft verbindet, im Gespräch mit motorsport-magazin.com durchscheinen, dass er Mika Häkkinen in der anstehenden Saison für einen seiner stärksten Rivalen hält - wenn nicht gar den stärksten. Klaus Ludwig möchte ihm nicht widersprechen:
"Ich glaube einfach, dass Häkkinen der Mann der Stunde ist, so wie ich glaube, dass auch Ekström der Mann der Stunde ist", äußerte Ludwig im Gespräch mit motorsport-magazin.com und folgerte: "Zwischen den beiden sehe ich momentan die größten Chancen." Mit dem dreifachen DTM-Meister hat ein mögliches skandinavisches Duell um den Meistertitel einen prominenten Fürsprecher gefunden, der insbesondere Ekström teamintern in einer hervorragenden Position sieht.

"Ich denke, er wird wieder einen super Job machen, denn er ist auf dem Audi einfach sehr, sehr, sehr gut - das hat selbst ein Tom Kristensen im letzten Jahr einsehen müssen", prognostiziert Ludwig, gesteht jedoch auch dem dänischen Le-Mans-Rekordsieger, der beim besagten Rennen in Spa das skandinavische Podest mit Rang drei komplettierte, Chancen im Audi-internen Schlagabtausch zu: "Zwischen den beiden, Ekström und Kristensen, wird die Musik spielen."
Häkkinens teaminterne Stellung bei Mercedes erachtet der motorsport-magazin.com-Kolumnist dagegen als weniger dominant. "Paffett ist weg - seine stärksten Nachfolger werden auf jeden Fall Häkkinen und Schneider sein, und natürlich auch Green, der im Training auf eine Runde immer wahnsinnig schnell war", nennt er die weiteren Kandidaten für die Thronfolge Gary Paffetts.
Wenngleich Jamie Green im vergangenen Jahr in einigen Zweikämpfen mit allzu überschäumendem Temperament, bei einigen Starts hingegen mit allzu großer Gemütlichkeit agierte, könnte der ambitionierte wie talentierte Brite aus Sicht Ludwigs dem 37-Jährigen Finnen das Leben durchaus schwer machen: "Der Mann ist auf jeden Fall in der Lage, auf Pole zu fahren - und wenn er erst mal auf Pole steht, dann wird er auch ein Rennen gewinnen."
Eben jenes Potenzial sieht Ludwig auch in Heinz-Harald Frentzen, der so wiederum Mattias Ekström unter Druck setzen könnte. Und so wünscht der Bonner dem Mönchengladbacher, dass auch jener eine allzu große skandinavische Übermacht zu verhindern wissen wird: "Ich hoffe auf seinen Biss; dass er in der Lage sein wird zu beweisen, dass er bei Opel unter Wert geschlagen wurde."

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