Ferrari hat im ersten DTM-Qualifying am Samstag auf dem Nürburgring einmal mehr die Muskeln spielen lassen. Matteo Cairoli holte für die Italiener in der Eifel die nächste Pole Position, nachdem dies im Vorjahr Jack Aitken gelungen war. Für den DTM-Rookie ist es die zweite Pole - er war dieses Jahr bereits in Zandvoort erfolgreich. Thomas Preining und Lucas Auer mussten sich Cairoli im Kampf um die Pole für das erste Rennen (ab 13:30 Uhr live bei ProSieben) nur hauchdünn geschlagen geben. Mit Ferrari, Porsche, Mercedes-AMG, BMW und McLaren landeten fünf Marken in den Top-5. Dem Pole-Setter könnte allerdings noch eine Strafe drohen.

Nach der Hitzeschlacht am Trainingsfreitag war es Samstagmorgen zu Beginn des Qualifyings um 9:55 Uhr etwas kühler. Die Lufttemperatur betrug 28 Grad Celsius, der Asphalt war mit 34 Grad Celsius allerdings unverändert warm. In der Schlussphase ging es wie immer hoch her und Cairoli nutzte den Peak der Pirelli-Reifen am besten. Der Italiener hatte mit 1:25.345 Minuten auf dem 3,629 Kilometer langen Sprint-Layout des Nürburgrings die Nase knapp vorn.

"Ich freue mich sehr über die Pole. Wir haben zwei schwierige Wochenenden hinter uns. Deshalb ist es besonders schön, wieder vorne zu stehen. Wir hatten heute eine gute Gelegenheit, etwas zu holen und haben extrem gepusht, um eine gute Performance abzurufen. Ich hatte immer das Gefühl, alles gegeben zu haben, aber es war nie genug", so Cairoli gegenüber ProSieben. Die Freude darüber könnte ihm allerdings noch vergehen, denn seine Pole ist nach dem Qualifying in Gefahr. Die Sportkommissare untersuchen ein unnötiges Bummeln des Ferrari-Fahrers im dritten Sektor.

Thomas Preining und Lucas Auer mussten sich ihm bei der Zeitenjagd nur knapp geschlagen geben. Die beiden Österreicher verloren 0,036 respektive 0,078 Sekunden auf die Bestzeit. "Es war ein super Qualifying. Generell ist es kein einfaches Wochenende, weil die Strecke gestern sehr komisch war", erklärt Porsche-Pilot Preining. "Alle hatten große Probleme mit der Balance, aber wir konnten schnell eine Lösung finden. Wir müssen schauen, dass wir beim Start vorne bleiben, denn der Weg bis Kurve eins ist sehr lang."

Mercedes-AMG mit allen Autos in den Top-10, Lamborghini hadert

Auch dahinter ging es mit den Top-10 innerhalb von nur drei Zehntelsekunden wie immer eng zu. Als bestplatzierter BMW-Fahrer landete Marco Wittmann auf P4, gefolgt von Ben Dörr im McLaren. Meisterschafts-Leader Maro Engel stellte als Sechster eine vielversprechende Ausgangslage sicher. Der Mercedes-AMG-Fahrer kämpft am Nürburgring mit einer Erkältung. "Es ist nicht ideal, aber ich denke nicht viel darüber nach. Es könnte schlimmer sein und P6 ist nicht schlecht. Schade ist nur, das sein Auto vor mir Tempo rausgenommen hat und mir dann eine Sekunde vor der Nase herumgefahren ist. Das war für den Anpressdruck nicht ideal", so Engel. Der Zweitplatzierte aus dem Sonntagsrennen in Oschersleben geht nach der vorläufigen Disqualifikation von Sieger Mirko Bortolotti heute mit 20 Kilogramm Erfolgsballast an den Start.

Dahinter komplettierten Engels AMG-Markenkollege Jules Gounon, Ricardo Feller, Tom Kalender und Kelvin van der Linde die erste Hälfte des Klassements. Mercedes-AMG schaffte es mit allen vier Autos unter die ersten Zehn. "Gestern nach dem zweiten Training sah es grausam für uns aus, aber jetzt war es echt gut. Die Konkurrenz sieht stark aus, deshalb warten wir mal ab", übt sich Auer in Zurückhaltung. Als bestplatzierter Aston Martin sortierte sich Nicki Thiim auf Platz elf ein. "Das Qualifying ist so gelaufen wie erwartet. Man merkt schon, wo die Reise hingeht", ließ der Däne am Mikrofon von Pro7 einmal mehr Kritik an der BoP durchklingen.

Für Lamborghini waren die Plätze 12 und 13 für Luca Engstler und Mirko Bortolotti am Samstagmorgen das Maximum. Der Italiener startet wegen des Einspruchs von GRT gegen die Oschersleben-Disqualifikation im Rennen ebenfalls mit 20 Kilogramm Erfolgsballast. GRT-Ersatzfahrer Christian Engelhart beendete sein erstes DTM-Qualifying seit zwei Jahren als 15. Auf den netto letzten beiden Plätzen landeten Timo Glock und Nicolas Baert.

Irre-DTM-Strafen! Bortolotti verliert Sieg - Stippler sorgt für heftige Bestrafung (12:52 Min.)

HRT lässt Ford Mustang im DTM-Qualifying am Nürburgring stehen

Noch dahinter folgte das Duo von HRT-Ford auf P20 und P21. Arjun Maini und Finn Wiebelhaus waren vor dem Wochenende mit Strafen belegt worden, weil das Team am Nürburgring zu Beginn des Monats einen regelwidrigen Test durchgeführt hatte. Beide Fahrer erhielten für das Samstagsrennen eine Durchfahrtstrafe und absolvierten im Qualifying nur vier Runden. An der Schlussattacke nahmen die beiden Ford Mustang GT3 nicht teil. "Wir haben uns für diese Strategie entschieden. Beide haben eine Drive-Through-Strafe bekommen, deshalb macht es für uns im Qualifying keinen Sinn, eine bessere Startposition herauszufahren", erklärte DTM-Legende und HRT-Advisor Manuel Reuter gegenüber ProSieben.