Am dritten Tag der Testfahrten auf dem Nürburgring sind die Rundenzeiten weiter gepurzelt. Ferdinand Habsburg führte seinen WRT-Audi zum zweiten Mal in Folge an die Spitze der Zeitenliste. Der Neuzugang aus Österreich knackte ebenso erstmals die 1:19er-Marke wie Audi-Werkspilot Nico Müller.

Habsburg benötigte 1:18.911 Minuten für seinen schnellsten Umlauf auf der 3,629 Kilometer langen Sprintstrecke des Nürburgrings, auf dem die DTM in diesem Jahr zwei Rennwochenenden austragen wird. Im kombinierten Zeitentableau trug sich Müller mit einem Rückstand von drei Hundertstelsekunden auf der zweiten Position ein.

"Unsere Fahrer waren nach der langen Pause ein bisschen eingerostet, aber wir sind aufgewacht", sagte Müllers Teamchef beim Audi Sport Team Abt Sportsline, Thomas Biermaier. "Bis jetzt läuft alles nach Plan, wir sind viele Long- und Short Runs gefahren. Mit unserer Performance und auch mit dem Team sind wir happy, was nach einer langen Pause nicht so leicht war."

Die neun Fahrer von Audi und BMW legten ihre schnellen Runden am Vormittag zurück, während am Nachmittag vornehmlich Longruns auf dem Programm standen. Im Dauereinsatz: Mike Rockenfeller. Der ehemalige DTM-Champion saß am dritten Tag in Folge im Auto, nachdem Phoenix-Teamkollege Loic Duval abwinken musste.

Der Franzose hatte sich vor zwei Wochen das Schlüsselbein gebrochen und musste am Dienstag vorzeitig Feierabend machen. "Loic hat sich die Schulter bei einem Bike-Unfall gebrochen", klärte Phoenix-Teamchef Ernst Moser auf. "Er hat gestern versucht zu fahren, musste dann aber aufhören, weil die Schmerzen zurückkamen. Wir müssen schauen, ob er am Donnerstag ein paar Longruns fahren kann. Rocky hat sein Programm jetzt übernommen und wir sind gut im Plan."

DTM-Testfahrten Nürburgring 2020: Video-Highlights zu Tag 2: (01:45 Min.)

Wertvolle Testzeit verlor am Donnerstag Fabio Scherer, der DTM-Rookie aus dem Audi-Kundenteam WRT. Wegen noch nicht näher bekannter technischer Probleme musste der Schweizer den kompletten Nachmittag aussetzen. Am Vormittag kam Scherer auf 31 Runden und Platz sechs in der Zeitentabelle.

Erstmals am Start war Jonathan Aberdein. Der BMW-Zugang schaffte es am Dienstagabend rechtzeitig in die Eifel, nachdem er zunächst Schwierigkeiten hatte, aus seiner Heimat in Südafrika anzureisen. Aberdein, der 2019 sein DTM-Debüt mit WRT-Audi gab, belegte nach P8 am Vormittag den dritten Rang in der Zeitentabelle des Nachmittags.

Mit Habsburg, Müller und Green belegten drei Audi-Fahrer die vorderen drei Plätze am dritten Tag der Testfahrten. Mit Sheldon van der Linde und Timo Glock folgte ein BMW-Duo auf den nachfolgenden beiden Rängen. Glocks Rückstand auf Spitzenreiter Habsburg betrug 0,249 Sekunden, wobei Rundenzeiten bei den Testfahrten nicht allzu wegweisend sind für die Saison 2020.

Am vorletzten Tag der letzten Testfahrten vor dem Saisonstart in Spa-Francorchamps (01./02. August) sammelte Jonathan Aberdein die meisten Kilometer. Der verspätete BMW-Neuzugang drehte am Vor- und Nachmittag 152 Runden in der kühlen Eifel. Dauerbrenner Rockenfeller (143 Runden) und Habsburg mit 142 Umläufen folgten auf den weiteren Plätzen in der Liste der Kilometersammler. Der vierte Testtag beginnt am Donnerstagmorgen um 08:30 Uhr.

DTM-Test Nürburgring, Tag 3 gesamt

PositionFahrerHerstellerRundenzeitRunden
1Ferdinand HabsburgWRT-Audi1:18.911142
2Nico MüllerAudi1:18.944138
3Jamie GreenAudi1:19.037125
4Sheldon van der LindeBMW1:19.070115
5Timo GlockBMW1:19.157131
6Fabio SchererWRT-Audi1:19.51131
7Robert KubicaART-BMW1:19.641129
8Jonathan AberdeinBMW1:19.735152
9Mike RockenfellerAudi1:19.961143