DTM

DTM: BMW verstärkt sich mit Bergers Ex-Ingenieur Leschuitta

Vom Audi-Kundenteam WRT zu BMW: Der Autobauer aus München sichert sich mit Maurizio Leschiutta einen äußerst erfahrenen Mann im Motorsport.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - BMW verstärkt sich für die kommende Saison in der DTM mit einem höchst erfahrenen Mann im Motorsport: Maurizio Leschiutta ist seit dem 01. Dezember neuer Einsatzleiter für das DTM-Programm des Autobauers aus München.

Der in Toronto geborene Kanadier kommt ausgerechnet von der Konkurrenz: In diesem Jahr arbeitete Leschiutta für das neue Audi-Kundenteam WRT. Bei der belgischen Mannschaft von Teamchef Vincent Vosse war er als Technischer Direktor und Programmmanager für das DTM-Programm verantwortlich.

WRT gelang ein für viele Experten überraschend positives Debüt in der Tourenwagenserie. In der Teamwertung belegte die Mannschaft mit 79 Punkten den siebten Platz vor den beiden R-Motorsport-Teams. Die DTM-Rookies Jonathan Aberdein und Pietro Fittipaldi setzten vor allem in den Qualifyings immer wieder Highlights und beendeten die Saison auf den Plätzen zehn und 15.

Von Ferrari über Maserati und WRT zu BMW

Leschiutta blickt auf mehr als 25 Jahre Erfahrung im Motorsport zurück. Von 1993 bis 1995 war er in der Formel 1 als Motor-Ingenieur des heutigen DTM-Chefs Gerhard Berger bei Ferrari tätig.

Anschließend arbeitete Leschiutta in unterschiedlichen Positionen für Maserati und feierte als Technischer Direktor zahlreiche Meisterschaftsgewinne in der FIA GT1. Über eine Anstellung als Racing Manager bei Abarth führte sein Weg schließlich im Dezember 2018 zu WRT.

"Maurizio verfügt über extrem viel Erfahrung und er kennt jetzt auch die DTM", sagt BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt zu Motorsport-Magazin.com. "Er wird in einem etwas anderem und auch viel enger vernetzten Setup mit unseren Teams zusammen diese Operation an der Rennstrecke leiten."

Mindestens sechs BMW-Autos 2020

Marquardt, der plant, in der Saison 2020 bei allen zehn DTM-Rennwochenenden selbst vor Ort zu sein, sprach zuletzt mehrfach von einer genauen Analyse der eigenen Teamaufstellung. Die BMW-Teams RMG und RBM kommen weiterhin zum Einsatz. Offen ist bislang die genaue Zusammensetzung. Auch der Fahrerkader steht noch nicht offiziell fest. Mindestens sechs Werksautos kündigt Marquardt für 2020 an.

Nach der laut dem Motorsport-Verantwortlichen enttäuschenden zweiten Saisonhälfte in der DTM gilt es nun, das Gesamtkonzept genau zu überprüfen. In der abgelaufenen Saison belegte BMW mit 550 Punkten weit abgeschlagen hinter Audi (1.132 Punkte) den zweiten Platz in der Herstellerwertung.

Mit der Verpflichtung von Leschiutta steht ein Baustein bereits fest. Rudi Dittrich und Erik Schuivens sollen sich stattdessen abseits der Rennstrecke voll auf die Performance-Entwicklung der Rennfahrzeuge fokussieren.

"Du brauchst nicht noch einen Ingenieur, der dabei hilft, an den Schrauben zu ziehen", sagt Marquardt. "Sondern du brauchst genau die Qualitäten, die Maurizio mitbringt. Ich bin sicher, dass er den Einsatz sehr gut leiten wird. Das ganze Modell und Thema mit den Teams geht er jetzt schon voll an."

DTM 2019: BMW Dream Team beim Dream Race in Fuji: (04:20 Min.)

BMW testet mit Kubica

In der kommenden Woche bildet der Young Driver Test in Jerez (11.-13. Dezember) den Abschluss der DTM-Saison 2019. Für BMW ist erstmals Robert Kubica nach seinem Formel-1-Aus bei Williams im Einsatz.

Der Pole hat sich bereits im Simulator auf die neue Herausforderung vorbereitet und liebäugelt mit einem Stammplatz in der DTM. Der Brite Nick Yelloly testet nach 2018 zum zweiten Mal ein DTM-Auto. Unterstützung erhalten sie von den Werksfahrern Marco Wittmann und Philipp Eng.


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