DTM

Dream Race: Unfair! Audi-Chef Gass wettert gegen Rennleitung

Das spektakuläre Foto-Finish zwischen Marco Wittmann und Loic Duval in Fuji bleibt nicht ohne Konsequenzen. Dieter Gass findet äußerst deutliche Worte.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Ein Show-Rennen sollte es werden - und was für eine Unterhaltung wurde es! Beim Sonntags-Rennen in Fuji zwischen Super GT und DTM ging es drunter und drüber. Ein Aufreger jagte den nächsten, darunter drei Safety-Car-Phasen, wahnsinnige Aufholjagden, packende Duelle, Crashes und nicht zuletzt ein Bilderbuch-Fotofinish.

Hinter Sieger Narain Karthikeyan stand das DTM-Duo Marco Wittmann und Loic Duval voll im Fokus. Nach der letzten Safety-Car-Phase gab die Rennleitung das Rennen für eine letzte Runde frei, in der sich der BMW-Fahrer und sein Audi-Kontrahent im Kampf um den zweiten Platz nichts schenkten.

Die 1-Sekunden-Strafe

Auf der Rennstrecke setzte sich Duval haarscharf auf den letzten Metern gegen Wittmann, der an diesem Sonntag seinen 30. Geburtstag feierte, durch. Im Endergebnis sah es anders aus: Duval erhielt nachträglich eine 1-Sekunden-Strafe und fiel hinter Wittmann auf den dritten Platz zurück.

Die Fahrer selbst schenkten der Szene keine größere Bedeutung bei, schließlich handelte es sich um ein Show-Rennen ohne sportlichen Wert. Einer war mit der Gesamt-Situation aber alles anderes als zufrieden: Audi-Motorsportchef Dieter Gass. In auffällig deutlichen Worten ärgerte er sich über das aus seiner Sicht unfaire Verhalten seitens Wittmann und ebenso das Urteil der Rennleitung.

DTM Fuji Dreamrace: Zusammenfassung von Rennen 2: (01:0 Min.)

Gass: Das stinkt mir

"Die letzte Runde war fantastisch", sagte Gass zu Motorsport-Magazin.com. "Ich finde es aber unglaublich schade, dass der Zuschauer durch eine für meinen Geschmack klare Fehlentscheidung dessen beraubt wird, was er auf der Strecke gesehen hat. Das war ein toller Fight zwischen Marco Wittmann und Loic. Dass er dann eine Sekunden-Strafe bekommt, die im Reglement noch nicht einmal vorgesehen ist, dafür habe ich kein Verständnis."

Konkret wurde Duval wegen eines Kontakts mit Wittmann einige Kurven vor dem Überqueren der Ziellinie eine Zeitstrafe von einer Sekunde auferlegt. Laut Gass habe Wittmann den Franzosen von der Strecke gedrängt, so wie er es einige Runden zuvor bereits gegen Rene Rast fabriziert hätte. "Und stattdessen wird Loic bestraft", wetterte Gass. "Da geht es nicht um den zweiten oder dritten Platz, sondern ums Prinzip. Und das stinkt mir."

Duval: Interessiert mich nicht

Wittmann sprach unterdessen von einer besonderen letzten Rennrunde und einem tollen Kampf mit Duval. Dieser hatte ebenfalls Spaß am Zweikampf und trauerte dem verlorenen zweiten Platz nur bedingt hinterher. Zuvor erlitt er früh einen Reifenschaden und fiel zeitweise bis ans Ende des Feldes zurück. Eine durch ihn ausgelöste Safety-Car-Phase samt geschickten Boxenstopps brachten Duval wieder ins Rennen.

"Es ist schade, dass ich eine Strafe bekommen habe", so Duval zu Motorsport-Magazin.com. "Marco hat mir nicht viel Platz gelassen. Die Rennleitung entscheidet, was auch immer sie will. Das war hier keine Meisterschaft, deshalb interessiert mich das nicht."

Dass es sich in der Tat um eine Show-Veranstaltung handelte, wollte Gass in dieser Situation jedoch nicht gelten lassen. Seine Begründung: "Ich liebe den Sport und möchte einen sportlichen Wettkampf und Entscheidungen sehen. Und das hier ist leider nicht fair abgelaufen."

Gass über Kobayashi: Dämlich

Möglicherweise war es auch die Addition der Vorfälle, die den Audi-Motorsportchef so auf die Palme brachte? Vor dem Duval/Wittmann-Duell musste er mitansehen, wie Duval von BMW-Gaststarter Kamui Kobayashi über mehrere Kurven hinweg hart angegangen wurde und es zum Kontakt kam.

"Kobayashi ist augenscheinlich ein jähzorniger Typ", flachste Gass. "Loic hat ihm ein bisschen wenig Platz gelassen, aber Kobayashi hat ihn in der nächsten Kurve von der Strecke gefahren. Er ist ihm stumpf ins Auto gefahren. Das kann ich nur mit Jähzorn interpretieren. Das war zu viel, das wollen wir nicht sehen, das war dämlich."


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