DTM

DTM 2019: Rast gewinnt Meisterschaft vorzeitig am Nürburgring

Kein Sieg, aber der vorzeitige Gewinn der DTM-Meisterschaft: Rene Rast kämpft sich auf dem Nürburgring zum zweiten Titelsieg. Drama zum Schluss!
von Robert Seiwert
DTM-Video Nürburgring: Rene Rast gewinnt zweite Meisterschaft: (03:42 Min.)

Geschafft! Rene Rast hat sich vorzeitig die DTM-Meisterschaft 2019 gesichert. Dem Audi-Piloten reichte beim Sonntagsrennen auf dem Nürburgring der dritte Platz hinter Sieger Jamie Green und Robin Frijns zum Titeltriumph. Nach Punkten ist Rast beim Finale in Hockenheim rechnerisch nicht mehr einholbar.

Sein letzter Titelgegner, Audi-Markenkollege Nico Müller, kam von Startplatz 14 nicht über den sechsten Platz hinaus. Rast feiert seinen zweiten Titel nach 2017, als er in seiner Rookie-Saison in der DTM triumphierte. "Sind wir Meister oder nicht?", wusste Rast zunächst nicht einmal! Und tatsächlich war die Schlussphase absolut dramatisch.

DTM-Meisterschaft nach 16/18 Rennen

Position Fahrer Hersteller Punkte
1 Rene Rast Audi 279
2 Nico Müller Audi 223
3 Marco Wittmann BMW 182

In der Eifel sah Rast vom zweiten Startplatz zunächst wie der sichere Sieger aus. Der 32-Jährige setzte sich von Startplatz zwei auf den ersten Metern gegen seinen Teamkollegen vom Audi Sport Team Rosberg, Jamie Green, durch und übernahm die Führung.

Rast legte in Führung liegend seinen Pflicht-Boxenstopp in der 12. Runde ein. Green folgte einen Umlauf später und kehrte vor Rast auf die Strecke zurück. Statt Platz zu machen, verteidigte sich der Brite gegen seinen Hintermann und blieb vorne. "What the fuck? What the fuck?", kommentierte Rast diese Situation zwischenzeitlich am Teamfunk.

Und es wurde nicht besser: In der Schlussphase konnte sich Rast nicht gegen Müllers Rosberg-Teamkollegen Robin Frijns mit dessen frischeren Reifen wehren und verlor den zweiten Platz. Kurz zuvor hatte sich Audi-Franzose Loic Duval gegen Müller durchgesetzt und den Schweizer auf den fünften Platz verwiesen. 100 Prozent offenes Racing zwischen den drei Audi-Teams!

Es blieb dramatisch bis zum Schluss: Müller musste ausgerechnet Jonathan Aberdein vom Audi-Kundenteam WRT ziehen lassen und fiel auf Platz sechs zurück - damit wuchs der Punkterückstand auf Rast genau auf sieben Zähler an. Genug für ihn, um mit Platz drei hinter Green und Frijns den Titelsieg über die Ziellinie zu fahren.

Rast ist Meister und Audi feiert einen Siebenfach-Erfolg auf dem Nürburgring. Bestplatzierter BMW-Fahrer wurde Philipp Eng als Achter.

Das sagt Müller nach dem Schluss-Drama

"Zum Ende war es ein offener Kampf zwischen den Audi-Fahrern", sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. "Leider nur zwischen ihnen, ich weiß nicht, wohin die BMW verschwunden sind. Aber fantastisch, ich hätte nicht gedacht, dass wir den Titel so früh holen."

Der im Titelduell geschlagene Müller nach dem Rennen: "Natürlich hätten wir es gern in Hockenheim ausgefochten. Es war klar, dass es schwer werden würde, Rene zu schlagen. Die haben sich den Titel verdient. Es war schön, ihn ein paar Mal geschlagen zu haben. Die Enttäuschung ist schon da. Der frühe Boxenstopp war unsere einzige Chance, nach vorne zu kommen."

DTM Nürburgring: So lief das Rennen am Sonntag

Die Startaufstellung: Titelanwärter Nico Müller erlebte ein echtes Debakel im Qualifying und kam nicht über den 14. Startplatz hinaus - sein schlechtestes Resultat in der laufenden Saison. Rene Rast verpasste hingegen die Pole um eine Tausendstelsekunde (!) an Jamie Green, schaffte sich mit dem zweiten Startplatz aber beste Voraussetzungen für den vorzeitigen Titelgewinn. Rast fuhr zum 12. Mal im 16. Anlauf in die erste Reihe. Sechs Audis führten das Starterfeld am Sonntag an.

Der Start: Rene Rast ging bereits nach den ersten Metern an seinem Rosberg-Teamkollegen Jamie Green vorbei in Führung. Weit hinten im Feld verlor Nico Müller zunächst eine Position an den Aston Martin von Ferdinand Habsburg, bevor er sich seinen 14. Startplatz zurückerkämpfte. Hinter dem Führenden Rast folgten die Audi-Markenkollegen Green, Mike Rockenfeller, Loic Duval, Robin Frijns und Jonathan Aberdein auf den Plätzen zwei bis sechs.

Die Boxenstopps: Nach Sheldon van der Linde (Runde 5) war Nico Müller im 10. Umlauf der zweite Fahrer, der seinen Pflicht-Boxenstopp absolvierte. Müller bog vom neunten Platz in die Box ab, wohl in der Hoffnung auf eine Safety-Car-Phase. Diese Strategie hatte sich im Rennen am Samstag nicht ausgezahlt.

Auf Timo Glock und Pietro Fittipaldi (beide Runde 11) folgte Spitzreiter Rene Rast in der 12. Runde zum seinem Pflicht-Reifenwechsel. Dann wurde es spannend, als Jamie Green einen Umlauf später die Reifen wechselte und vor Teamkollege Rast auf die Strecke zurückkehrte. Der Brite verteidigte sich erfolgreich gegen Rast, der zu diesem Zeitpunkt mit einer Runde frischeren Reifen unterwegs war. Mit fünf Sekunden Rückstand auf das Rosberg-Duo folgte direkt dahinter Müller.

Bis zur 21. Runde hatten alle acht Audi-Fahrer ihre Pflicht-Boxenstopps auf neue Hankook-Reifen absolviert. Hinter den beiden Aston Martin von Habsburg und Juncadella, die als einzige noch auf ihren Startreifen unterwegs waren, führte Green (Stopp in Runde 13) vor Rast (R. 12), Duval (R. 15), Müller (R. 10), Frijns (R. 17), Rockenfeller (R. 21) und Aberdein (R. 20) ein Audi-Septett an der Spitze an.

Die Zwischenfälle: In der zweiten Runde fuhr Rookie Sheldon van der Linde seinem BMW-Markenkollegen Timo Glock ins Heck und drehte ihn auf dem Weg in die erste Kurve. Glock fiel von P8 bis ans Ende des Feldes zurück, der junge Südafrikaner kassierte eine Durchfahrtsstrafe.

Es war das vierte Mal in dieser Saison, dass Glock von einem Markenkollegen erwischt wurde. Profiteur dieser Szene war unter anderem Nico Müller, der durch das BMW-Gefecht zwei Plätze geschenkt bekam und sich auf den zehnten Platz verbesserte.

In Runde 18 konnte der sonst am Funk so ruhige Rast nicht mehr an sich halten: "What the fuck? What the fuck?", ärgerte er sich lauthals, während er fünf Runden lang direkt hinter seinem Teamkollegen Green fuhr und nicht vorbeikam.

Die Ausfälle: Paul Di Resta konnte das Rennen nicht antreten. Am Aston Martin des Briten trat nach dem Qualifying ein technisches Problem auf, das sich bis zum Rennstart nicht rechtzeitig beheben ließ. Marco Wittmann sah im Rennen wegen eines technischen Problems als einziger Fahrer nicht die Ziellinie.


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