DTM

DTM: Rast triumphiert bei Audi-Vierfachsieg in Brands Hatch

Rene Rast feiert einen ungefährdeten Sieg beim DTM-Sonntagsrennen in Brands Hatch. Rückschlag für Titelherausforderer Marco Wittmann.
von Robert Seiwert
DTM-Video, Brands Hatch: Zusammenfassung des Sonntags-Rennens: (03:27 Min.)

Acht Audis hatten das Sonntags-Rennen der DTM in Brands Hatch von den vorderen acht Positionen aufgenommen - beim Zieleinlauf standen noch vier an der Spitze des Klassements. Rene Rast setzte sich im zwölften Saisonlauf vor seinem Markenkollegen und schärfsten Titelrivalen Nico Müller durch. Rast hatte nach seiner zuvor fünften Pole Position 0,5 Sekunden Vorsprung auf den Schweizer.

Rast vierter Sieg in der Saison 2019 war ungefährdet, weil Müller in der Schlussphase auf einen entscheidenden Angriff verzichtete. Beim Start fiel der DTM-Champion von 2017 wegen durchdrehender Räder zunächst auf den zweiten Platz zurück, doch Audi-Markenkollege Loic Duval ließ ihn wenig später ohne Gegenwehr passieren - von dort aus ließ Rast, der seinen 14. Sieg in der DTM feierte, nichts mehr anbrennen.

Auch Müller hatte vom sechsten Startplatz keine Mühe, auf das Podium vorzufahren. Seine vor ihm platzierten Audi-Mitstreiter ließen den in der Meisterschaft besser platzierten Müller problemlos vorbei bis auf die zweite Position.

Das Podium beim Rennen unter trockenen Bedingungen komplettierte Robin Frijns - Dreifach-Podium für Audi am Sonntag. Der Sieg am Samstag war zuvor an BMW und Marco Wittmann gegangen. Die Titelhoffnung der Münchner kam im zweiten Rennen nicht über den zehnten Platz hinaus. Nach dem Qualifying-Debakel hatte der zweifache DTM-Meister von der zwölften Position starten müssen.

Wittmann versuchte, mittels einer Zwei-Stopp-Strategie Boden gutzumachen, doch dieser Plan ging nicht auf. Zwischenzeitlich belegte er den siebten Platz, fiel nach dem Stopp aber zurück und wurde letztendlich nur Zehnter. Wittmann: "Ich habe den Call schon verstanden, weil du während einer Slow Zone weniger Zeit verlierst. Aber ich glaube, das war eine Fehlentscheidung."

Hinter dem Podest-Trio überquerte Loic Duval die Ziellinie als Vierter. Bestplatzierter BMW-Pilot war Philipp Eng auf der fünften Position. Mike Rockenfeller (Audi), Sheldon van der Linde (BMW) und Daniel Juncadella beim Heimspiel von Aston Martin komplettierten die Top-8. Mit Jake Dennis schaffte es auf P9 ein zweiter Fahrer von DTM-Neueinsteiger R-Motorsport in die Punkteränge.

Das siebte von neun DTM-Rennwochenenden in der Saison 2019 steigt vom 23. bis 25. August auf dem Lausitzring.

Die Meisterschaft: Rene Rast setzt seinen Weg zur zweiten Meisterschaft in der DTM nach 2017 weiter fort. Der Audi-Star führt die Gesamtwertung nun mit 206 Punkten an. Markenkollege Nico Müller belegt den zweiten Platz mit 169 Zählern. BMW-Hoffnung Marco Wittmann bleibt Dritter, mit 147 Punkten hat der zweifache DTM-Champion aber schon einen deutlichen Rückstand. Philipp Eng (BMW/129) und Mike Rockenfeller (Audi/108) komplettieren die Top-5 der Meisterschaft.

Das sagen Rast und Müller

Rene Rast: "Es war ein Kampf. Ich hatte zum Schluss keine Reifen mehr, obwohl ich sie mir gut eingeteilt hatte. Die BMW waren im Rennen schneller, sie haben aufgeschlossen. Von der Pace her waren wir nicht so überragend wie gestern, aber ich bin happy mit den 25 Punkten."

Nico Müller: "Wenn ich deutlich schneller gewesen wäre, hätte ich die Chance schon ergriffen. Aber wir haben viel Zeit beim Boxenstopp verloren. Die fünf, sechs Sekunden musste ich erst mal zufahren. Und dabei musste ich die Reifen rannehmen. Da habe ich dieses kleine Extra, was es hier braucht, verschossen. Ich konnte meinen Pace-Vorteil nie nutzen. Ein Angriff wäre eine Harakiri-Aktion gewesen. Wenn das Risiko zu hoch ist, sollte man das in der Situation vielleicht lassen."

DTM Brands Hatch: So lief das Rennen am Sonntag

Die Startaufstellung: Audi gelang ein weiterer Meilenstein: Zum zweiten Mal in der Geschichte der DTM seit 1984 standen alle acht Autos des Herstellers aus Ingolstadt im Qualifying auf den vorderen acht Plätzen. Dieses Kunststück hatte Audi zuletzt 2016 in Budapest geschafft. Rene Rast startete zum fünften Mal in der laufenden Saison von der Pole Position. Sein Markenkollege Nico Müller ging von Platz sechs ins Rennen. Titelanwärter und Vortages-Polesetter/Sieger Marco Wittmann kam beim BMW-Debakel nicht über den zwölften Startplatz hinaus.

Der Start: Loic Duval preschte beim Start an Pole-Setter Rene Rast, der durchdrehende Räder hatte, vorbei in Führung. Der Franzose in Diensten von Audi ließ seinen Markenkollegen aber wenig später ohne Gegenwehr passieren. Von Startplatz sechs sah sich auch Nico Müller keiner Gegenwehr der Audi-Fahrer vor sich ausgesetzt und so beendete der Schweizer die zweite Runde auf dem zweiten Platz hinter Rast. Marco Wittmann gelang unterdessen eine Verbesserung vom zwölften bis auf die achte Position. Jamie Green kassierte von Startplatz vier eine 5-Sekunden-Boxenstopp-Strafe, weil er seinen Audi falsch in der Startbox geparkt hatte.

Die Boxenstopps: BMW-Fahrer Joel Eriksson eröffnete den Boxenstopp-Reigen nach einem vorangegangenen Ausrutscher in der zweiten Runde. Bruno Spengler folgte seinem Markenkollegen im fünften Umlauf. Jamie Green saß in Runde 7 zunächst seine 5-Sekunden-Strafe in der Box ab und ließ anschließend einen neuen Satz der Hankook-Reifen aufziehen.

Auf Platz sieben liegend entschied sich BMW in Runde 9 mit Marco Wittmann für einen frühen Pflicht-Boxenstopp - nicht zuletzt mit der Hoffnung auf eine Safety-Car-Phase. In Runde 11 wurde es spannend, als Rene Rast und Nico Müller von den ersten beiden Plätzen gleichzeitig in die Boxengasse einbogen. Während bei Rast an der Rosberg-Box alles glatt lief, dauerte es bei Abt Sportsline und Müller etwas länger - mit vier Sekunden Vorsprung von Rast auf den Schweizer ging es weiter.

Neben Robin Frijns (Audi) legte ebenfalls in Runde 13 mit Daniel Juncadella der erste Aston-Martin-Pilot seinen Pflicht-Reifenwechsel ein. Zu diesem Zeitpunkt waren nur noch die drei Aston-Fahrer Paul Di Resta, Jake Dennis (R20) und Ferdinand Habsburg sowie das BMW-Duo Philipp Eng (22) und Sheldon van der Linde (22) mit ihren Startreifen unterwegs.

In Runde 24 ging offensichtlich etwas bei der Kommunikation zwischen Paul Di Resta und R-Motorsport schief. Der Lokalmatador regte sich beim Reifenwechsel furchtbar am Teamfunk auf ("Das Radio hat verdammt noch mal nicht funktioniert!").

In Runde 25 legte Wittmann von P10 nach dem frühen Stopp einen zweiten Reifenwechsel ein und ordnete sich auf der zwölften Position wieder im Feld ein. Auch BMW-Kollege Timo Glock entschied sich für einen zusätzlichen Boxenstopp.

Die Ausfälle: Joel Eriksson ohnehin ärgerliches Wochenende (konnte am Samstag nicht starten) war am Sonntag vorzeitig beendet. Der BMW-Fahrer konnte die Fahrt in der 21. Runde nicht fortsetzen und stellte seinen Wagen am Ende der Start/Ziel-Geraden in einer Seitentasche sicher ab. Zwei Runden später stellte Bruno Spengler seinen M4 mit einem technischen Problem an der Box ab.


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