Gary Paffett siegt auf dem Norisring - ein Bild, dessen wir uns auch aus dem Vorjahr erinnern können. Während es allerdings 2004 für Nürnberger Verhältnisse vergleichsweise ruhig zuging, erlebte die DTM heute ein Rennen, wie es ereignisreicher nicht hätte sein können. Umso mehr Respekt verdient der erneute Sieg Gary Paffetts:
Bereits am Start hatte der junge Brite seine Siegambitionen eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Mit Hilfe eines souveränen Starts zog er bei der Zufahrt auf die Grundig-Kehre auf Höhe Tom Kristensens, ging als Erster aus der ersten Kurve hervor und durfte sich der Hilfe Jean Alesis gewiss sein, der sich im Gerangel der Haarnadelkurve an Tom Kristensen vorbeigeschoben hatte. Dass Kristensen rasch wieder an Alesi vorbeizog, tat den Erfolgsaussichten Gary Paffetts keinen Abbruch - schließlich setzte er sich bereits seit einigen Runden problemlos vom Verfolgerfeld ab.
In Gefahr geriet ein Erfolg des jungen Engländers erst in Runde sieben, als infolge eines Crashs zwischen den Teamkollegen Jamie Green und Mika Häkkinen das Safety-Car auf den Plan gerufen wurde. Während sein Meisterschaftsrivale Mattias Ekström und Opel-Pilot Marcel Fässler profitieren konnten und sogleich während der Safety-Car-Phase die Box aufsuchten, verpassten Paffett und sein H.W.A.-Team diese Chance - ein Schicksal, welches er mit Tom Kristensen teilte.
Und so sollte es noch mehr als 20 Runden dauern, bis sich Paffett erneut beim Kampf um den Sieg ins Gespräch bringen konnte. Allem Anschein nach hatte man bei H.W.A. auf einen weiteren Crash mit Safety-Car-Phase spekuliert und ließ den DTM-Vizemeister von 2004 somit bis weit über das erste Renndrittel hinaus ins Rennen - was sich angesichts des Unfalls Rinaldo Capellos in Runde 30 als richtig herausstellte. So konnte man nicht nur den während der ersten Safety-Car-Phase erlangten Nachteil egalisieren; indem man Paffett im Folgenden beide Pflichtstopps kurz hintereinander antreten ließ, während das Safety Car weiterhin seine Runden drehte, hatte man sich einen Vorteil erarbeitet.
Gary Paffett behielt weiterhin einen kühlen Kopf: Ein sich über mehrere hundert Meter hinziehender Überholvorgang gegen Meisterschaftsrivale Mattias Ekström löste der erst 26-fache DTM-Teilnehmer mit Bravour, ebenso ein Manöver gegen Christian Abt. Auch vom führenden, noch immer vor dem zweiten Boxenstopp befindlichen Tom Kristensen ließ sich Paffett nicht aus der Ruhe bringen und komplettierte anschließende ohne größeren Druck von hinten eine fehlerfreie Leistung.
Das Ergebnis: Gary Paffett riss die in Brünn verlorene Meisterschaftsführung mit drei Punkten Vorsprung wieder an sich, Mattias Ekström macht wie im Vorjahr die bittere Erfahrung, die Führung in der Meisterschaft in Nürnberg abgeben zu müssen. Was letztlich nur für die Spannung des Duells zwischen Triumphator Gary Paffett und Mattias Ekström spricht.

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