Sie grübeln über das wahrscheinlichste Ergebnis des sechsten Laufs auf dem Norisring? Vielleicht finden Sie hier ein Szenario, mit dem Sie sich anfreunden können...
Das erste Szenario
"Ausgerechnet eine gemeinhin für ihre oft betagtere Käuferschaft bekannte Limousine aus Rüsselsheim überquert mit dem - passenderweise - betagtesten DTM-Piloten und gebürtigen Mainzer am Steuer als erster die Ziellinie auf dem Norisring. Nicht nur die Hunde auf den Hutablagen der baugleichen Fahrzeuge nicken anerkennend mit dem Kopf; auch die vergleichsweise jugendlichen Fahrer der Konkurrenzfahrzeuge zollen trotz ihrer Enttäuschung über die eigene Performance Respekt und begraben ihren lang gehegten Plan, dem lange punktelosen Senior mit einer Sondererlaubnis für die Benutzung eines Automatikgetriebes und eines Fellüberzugs für das Lenkrad das Fahren wieder angenehmer zu gestalten."
Die Wahrscheinlichkeit dieses Szenarios? Trotz des nicht zu übersehenden Aufwärtstrends der Rüsselsheimer sehr begrenzt. Angesichts des vom letzten Platz startenden Laurent Aiello hat Opel nur drei Eisen im Feuer, die allerdings wie schon im letzten Jahr, sollte man nicht in Unfälle verwickelt sein, durchaus für eine zwei- bis dreifache Punktankunft gut sein könnten - und das in Anbetracht eines deutlich verbesserten Handlings auch aus eigener Kraft.

Das zweite Szenario
"Nicht nur die mit einem Kreis umrahmten Dreizacksterne auf acht der 20 teilnehmenden Mitteklasselimousinen leuchten in Nürnberg weniger hell als gewohnt. Auch die Blitze, die im Starterfeld vier Fließhecklimousinen zieren, können ihre Ladungen gemäß dem faradayschen Käfig nicht in die dazugehörigen Fahrzeuge übertragen, die wieder einmal eher gemütlich den Kurs umrunden. Und so sind es nicht nur die Enten auf dem Dutzendteich, die sich ob der Leistungsexplosion der Autos mit dem monströsen Kühlergrill und den vier Ringen sehr verwundert zeigen. Noch viel mehr; aus Angst vor einer Flutwelle auf dem Dutzendteich - infolge einer weiteren Explosion des dänischen Dynamits, das sich in einem jener vier bedrohlich aussehenden Limousinen verbirgt - fliegen sie weg und suchen sich ruhigere Gefilde - was sich als weise Entscheidung herausstellt..."
Die Wahrscheinlichkeit dieses Szenarios? Zwar konnte man bei Audi trotz der Pole Position Kristensen nicht die Favoritenrolle auf sich ziehen, doch die Chance scheint zumindest gegeben. Mit guten Starts Kristensens und Ekströms und geschickten Taktiken könnte das skandinavische Duo durchaus auf dem Podium landen, was anders als in den vorangegangenen Rennen nicht als Selbstverständlichkeit anzusehen ist. Sollte sich die abtriebsbetonte Abstimmung bei Audi auch im Rennen als so effektiv erweisen wie im Qualifying, besteht für Ekström die Chance, seinen Konkurrenten Gary Paffett am Enteilen in der Meisterschaft zu hindern.

Das dritte Szenario
"Die schon seit Wochen auf das anstehende DTM-Event gespannten Bewohner der anliegenden Hochhäuser packen ihre Ferngläser zurück in die Schubladen, schließen die Fenster und lassen die Jalousien herunter - denn erneut wiederholt sich das aus den Vorjahren bereits hinreichend bekannte Szenario. Nicht nur die Abendsonne erleuchtet den Nürnberger Stadtkurs; auch die stolz im lauen Sommerwind stehenden Sterne auf den Motorhauben der Stuttgarter DTM-Flotte tragen zur Überblendung bei. Da die schwäbische Stufenhecklimousine wieder einmal Kreise um die Konkurrenz dreht, haben sie allen Grund zum Strahlen."
Die Wahrscheinlichkeit dieses Szenarios? Trotz der verpassten Pole Position Gary Paffetts recht hoch. Anders als Audi ist Mercedes in den Top Ten in Mannschaftsstärke aufgestellt und verfügt so schon allein über einen taktisch bedeutsamen Vorteil. Insbesondere nach einem gelungenen Start Paffetts, der ihn in Führung bringt, wird ein weiterer Sieg des erfolgsverwöhnten Briten wohl kaum zu verhindern sein - denn nach wie vor deutet Einiges darauf hin, dass die C-Klasse auf dem Norisring das stärkste Fahrzeug darstellt.

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