DTM

DTM Nürburgring: Frust bei Paffett nach folgenschwerem Fehler

Gary Paffett wird beim DTM-Rennen am Sonntag auf dem Nürburgring in der Boxengasse um seine Siegchancen gebracht. Schon wieder geht was bei Mercedes schief.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Gary Paffett hat die Führung in der DTM-Meisterschaft 2018 wieder übernommen. Nach den beiden Rennen auf dem Nürburgring liegt der Mercedes-Veteran mit 2014 Punkten an der Spitze - mit einem hauchdünnen Vorsprung von 2 Zählern auf Marken-Kollege Paul Di Resta, der im Sonntagsrennen als Zweiter auf das Podest gefahren war.

Dort hätte auch Paffett stehen damit seinen Erfolg vom Samstags-Rennen wiederholen können. Doch ein ärgerlicher Fehler mit großen Auswirkungen verwehrte Paffett den neunten Podestplatz in der laufenden Saison. Stattdessen musste sich der 37-Jährige mit dem fünften Platz begnügen. Bitter, denn: Paffett hätte das Rennen durchaus gewinnen können!

Doch wieder einmal leistete sich Mercedes bei einem Boxenstopp einen folgenschweren Patzer. Paffett verlor bei seinem Reifenwechsel am Sonntag ganze 8,709 Sekunden in der Box auf Rennsieger Rene Rast. Beim Zieleinlauf hatte der Doppelsieger in seinem Audi 7,177 Sekunden Vorsprung auf Paffett, der bis zum Boxenstopp auf dem zweiten Platz fuhr.

DTM Nürburgring 2018: Video-Highlights zu Rennen 2 am Sonntag: (01:49 Min.)

BMW-Duo kassiert Paffett

Paffett hatte nach einem schwierigen Rennstart eine gute Pace und bog in Runde 19 zu seinem Reifenwechsel in die Boxengasse ab. Dann klemmte etwas am rechten Hinterrad seines Mercedes. Ganz bitter: Weil der Stopp dadurch viel länger als erwartet dauerte, wurde Paffett auch noch von den BMW-Piloten Marco Wittmann und Joel Eriksson in der Box überholt.

Statt sich wieder auf dem zweiten Platz auf der Strecke einzuordnen und weiter Rast zu jagen, verlor Paffett effektiv fünf Positionen. Sein Boxenstopp dauerte die gefühlte Ewigkeit von 45,157 Sekunden. Zum Vergleich: Den schnellsten Reifenwechsel am Sonntag absolvierte das BMW Team RBM in 35,597 Sekunden am Auto von Joel Eriksson.

Nürburgring, Rennen 2: Top-10 Boxenstopps

Fahrer Team Dauer in Sekunden
1 Joel Eriksson BMW Team RBM 35,597
2 Loic Duval Audi Sport Team Phoenix 36,183
3 Mike Rockenfeller Audi Sport Team Phoenix 36,338
4 Rene Rast Audi Sport Team Rosberg 36,448
5 Augusto Farfus BMW Team RMG 36,506
6 Paul Di Resta Mercedes-AMG Motorsport REMUS 36,568
7 Psacal Wehrlein Mercedes-AMG Motorsport PETRONAS 36,760
8 Marco Wittmann BMW Team RMG 36,818
9 Philipp Eng BMW Team RMR 37,028
10 Jamie Green Audi Sport Team Rosberg 37,070
...
18 Gary Paffett Mercedes-AMG Motorsport PETRONAS 45,157

Uli Fritz: Das darf nicht passieren

"Das passiert, aber es darf nicht passieren", sagte Mercedes-DTM-Teamchef Uli Fritz zu Motorsport-Magazin.com. "Leider hat es uns getroffen, daran müssen wir arbeiten. Eigentlich ist das einer der Mechaniker, bei dem es immer super funktioniert. Grundsätzlich haben wir uns aber bei den Boxenstopps verbessert. Wir sind sicherlich nicht dort, wo wir sein wollen. Aber dieser Fehler hatte nicht viel mit unserer allgemeinen Problematik zu tun."

Paffett nahm seine Boxenmannschaft in Schutz, war aber verständlicherweise alles andere als begeistert. Vor allem, weil Titelrivale Di Resta mit Platz zwei weiter aufholen konnte. "Wir hatten die Chance, das Rennen zu gewinnen", sagte Paffett zu Motorsport-Magazin.com. "Und das macht die Sache noch viel frustrierender."

So fühlt es sich im Auto an

Paffett über die Wartezeit, als er mitansehen musste, wie er in der Boxengasse zwei BMW chancenlos passieren lassen musste: "Wenn du im Auto sitzt, kannst du hören, wie die Räder gewechselt werden. Du siehst, wie sich die Jungs bewegen. Du wartest, willst losfahren, dann dauert es... Als Fahrer schaust du in der Box auch in den Rückspiegel - und wenn du runtergelassen wirst und die anderen Autos siehst, musst du warten... Das ist frustrierend."

Knapp zwei Wochen hat Paffetts Boxencrew nun Zeit, den Fehler abzuschütteln. Dann steht das vorletzte Rennwochenende der Saison 2018 auf dem Red Bull Ring an. "Die Jungs üben viel, deshalb ärgern sie sich so", sagte Paffett. "Wir müssen sicherstellen, dass das nicht mehr passiert. Wir alle machen Fehler. Es ist nur schade, wenn dich das am Ende sogar fünf Positionen auf der Strecke kostet."


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