DTM

DTM Misano 2018: Di Resta gewinnt chaotisches Nachtrennen

Paul Di Resta gewinnt das erste Nachtrennen in der Geschichte der DTM. Audi-Rookie Robin Frijns erkämpft 1. Podestplatz. Alex Zanardi vermeidet das Chaos.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Paul Di Resta gewinnt in Misano das erste Nachtrennen in der Geschichte der DTM! Der Mercedes-Pilot setzte sich in einem spektakulären und chaotischen Rennen mit zwei Safety-Car-Phasen durch und feierte seinen dritten Saisonsieg. Durch den Ausfall des Meisterschaftsführenden Gary Paffett ist der Schotte wieder mittendrin im Titelkampf der DTM-Saison 2018.

Das Podest: Hinter Sieger Di Resta überquerte Robin Frijns die Ziellinie als Zweiter, nachdem er Edo Mortara in der letzten Rennrunde den zweiten Platz abgenommen hatte. Mortara musste sich in den Schlussminuten mit aller Kraft gegen den Audi-Piloten zur Wehr setzen. Sein Mercedes hatte zuvor nach einem Kontakt mit Gary Paffett Schäden davongetragen.

Mortara musste sich letztendlich geschlagen und mit Platz drei zufriedengeben. Rookie Frijns darf sich über sein erstes Podium in der DTM freuen. Der Niederländer hatte das Rennen vom zwölften Startplatz aufgenommen.

Die Punkteränge: Mit Loic Duval und Nico Müller fuhren zwei weitere Audis in die Top-5 des Klassements. Pascal Wehrlein (Mercedes) und die beiden BMW-Piloten Timo Glock und Philipp Eng komplettierten die Top-8. Sechs Autos sahen die Ziellinie nicht - es war das ausfallsreichste Rennen in der DTM-Saison 2018 sowie das mit den meisten Überholmanövern.

Alex Zanardis DTM-Renndebüt

Alex Zanardi hielt sich aus dem Chaos heraus und beendete sein erstes Rennen in der DTM auf dem 13. Platz. Der 51-Jährige tritt an diesem Wochenende als Gaststarter für BMW an. Zanardi startet in einem speziell auf seine Bedürfnisse umgebauten BMW M4 DTM-Rennwagen, in dem er mit den Händen beschleunigt und bremst. Im Qualifying zum Rennen hatte der frühere Formel-1-Pilot den 19. Platz belegt, sein Rückstand zum direkt vor ihm platzierten Philipp Eng (BMW) betrug weniger als eine Sekunde.

Zanardi: "Im Rennen ist es für mich schon deutlich besser gelaufen als in den Sessions zuvor. Vor allem gegen Ende konnte ich den Speed der anderen ziemlich gut mitgehen. Das macht mir Mut für morgen. Es hätte mir nichts gebracht, wenn ich in der ersten Runde zu viel riskiert und mich gedreht hätte. Für mich war es entscheidend, hier wichtige Erfahrungen für das Sonntagsrennen zu sammeln."

So lief das Nachtrennen in Misano

Die Startaufstellung: Mercedes hat durch Paul Di Restas zweite Saison-Pole einen alleinigen Allzeit-Rekord aufgestellt. Neun Poles in Serie hat es noch nie in der DTM-Geschichte seit 1984 gegeben. Den bisherigen Rekord mit acht hielten gemeinsam Mercedes 2002/2003 sowie Audi 2007/2008 und 2008/2009 (allerdings saisonübergreifend). Neben Di Resta startete Markenkollege Edo Mortara aus der ersten Reihe. Meister Rene Rast und sein potenzieller Erbe Gary Paffett belegten die Startplätze drei und vier.

Der Start: Paul Di Resta verteidigte seine Pole durch die ersten Kurven tapfer gegen Verfolger Edo Mortara. Dann kam Gary Paffett: Der von Platz vier gestartete Brite erwischte einen Bombenstart und verbesserte sich noch in der ersten Runde bis auf die zweite Position. Timo Glock setzte sich in einem spektakulären Dreier-Duell gegen Lucas Auer und Rene Rast durch und übernahm Platz fünf.

Der 1. Re-Start zur 13. Runde: An der Spitze fuhren Augusto Farfus, Daniel Juncadella und Bruno Spengler, die als einzige ihre Pflichtboxenstopps noch nicht absolviert hatten. Nach wenigen Kurven kam es erneut zu einer Kollision, als Bruno Spengler und Lucas Auer aneinander gerieten und beide Autos auf der Strecke liegenblieben. Das führte zu einer weiteren Safety-Car-Phase.

Der 2. Re-Start zur 18. Runde: Augusto Farfus (noch kein Boxenstopp) führte das Feld vor BMW-Kollege Philipp Eng an, der eine unglaubliche Aufholjagd von Startplatz 18 hingelegt hatte. Di Resta konnte den Österreicher aber überrumpeln und den zweiten Platz übernehmen. Edo Mortara setzte sich gegen Daniel Juncadella durch und übernahm die vierte Position.

Die Boxenstopps: Loic Duval (Audi) und Philipp Eng (BMW) legten in der 3. Runde die ersten Boxenstopps des Feldes ein und wechselten von Regenreifen auf Slicks. In Runde 4 folgten die drei BMW-Fahrer Timo Glock, Marco Wittmann und Joel Eriksson sowie Edo Mortara (Mercedes) und Jamie Green mit seinem Audi. Einen Umlauf später absolvierte das Führungsduo Paul Di Resta und Gary Paffett seinen Pflicht-Reifenwechsel. Ebenfalls in die Box bogen Rene Rast und Robin Frijns ab. Damit hatten zwei Drittel des Feldes frühzeitig ihren Pitstop absolviert.

Alex Zanardi legte seinen Boxenstopp in der 11. Runde vom letzten Platz ein, als das Safety Car noch auf der Strecke fuhr. Das ist allerdings per Reglement nicht erlaubt, weshalb der Reifenwechsel nicht als Pflichtboxenstopp gewertet wurde. In Runde 22 steuerte Zanardi auf Platz zwölf liegend ein weiteres Mal die Boxengasse an.

Die Zwischenfälle: In der vierten Runde krachte es zum ersten Mal: Robin Frijns erwischte Marco Wittmanns BMW am Heck und schob den zweifachen Meister in die Wiese. In Runde 7 kamen sich die Mercedes-Kollegen Gary Paffett, der gerade seinen Reifenwechsel absolviert hatte, und Edo Mortara ins Gehege. Es kam sogar zu einem leichten Kontakt beider Autos, doch Paffett und Mortara konnten die Fahrt fortsetzen.

Eine Runde später krachte es dann richtig zwischen den beiden! Im Duell mit Philipp Eng erwischte Mortara seinen Markenkollegen Paffett, der zuvor etwas weit von der Strecke abgekommen war, auf der linken Seite und schickte ihn in die Wiese. Für Paffett war das Rennen vorbei, die Rennleitung schickte das Safety Car raus.

Die Ausfälle: Gary Paffett musste das Rennen in der 8. Runde nach einem Kontakt mit Mercedes-Markenkollege Edo Mortara aufgeben. Ein bitterer Ausfall für den Meisterschaftsführenden, der schon eine Runde vorher mit dem Italo-Schweizer ins Gehege gekommen war.

"Beim Bremsen haben meine vorderen Räder blockiert und ich fuhr etwas weit raus", erklärte Paffett. "Als ich zurück auf die Strecke fuhr, taf ich Edo und brach mir dabei meine Lenkung. Ich wollte dort auf die Strecke zurückkehren, wo es möglich war. Er fuhr aber eine weite Linie und es kam zum Kontakt. Das ist sehr enttäuschend"

Kurz nach dem Re-Start in Folge des ersten Safety Cars erwischte es auch Bruno Spengler (BMW), Jamie Green (Audi), Lucas Auer (Mercedes) und Rene Rast (Audi) in einer chaotischen Situation. "Das war ein bisschen Auto-Scooter heute", sagte Rast. "Ich wurde gedreht. Dann hat sich noch Jamie Green in mich reingedreht und dabei wurde meine Aufhängung beschädigt. Das war natürlich ärgerlich."

In Runde 29 musste auch Daniel Juncadella seinen Rennwagen wegen eines technischen Problems am Streckenrand abstellen. Damit sahen drei der sechs Mercedes-Piloten die Ziellinie nicht.


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