Motorsport-Magazin.com Plus
Tipp
DTM

Eng - enger - DTM! - 6 Rennen - 6 Sieger: Das sind die Folgen

Immer heißt es: In der DTM geht es sau-eng zu! Die aktuelle Saison bestätigt diese mutige Aussage. Was bedeutet das für den Kampf um die Meisterschaft?
von Robert Seiwert

Ein Satz, mit dem die Protagonisten der DTM seit Jahren für ihren Sport werben: ‚In der DTM geht es so eng zu wie in keiner anderen Rennserie´. Ein Blick auf die Rundenzeiten im Qualifying bestätigte diese mutige Aussage schon seit einiger Zeit - in dieser Saison gilt der Leitspruch sogar in den Rennen! Sechs Rennen - sechs Sieger. So lautet die aktuelle Bilanz in der DTM nach drei Rennwochenenden.

Edoardo Mortara, Paul Di Resta, Marco Wittmann, Timo Glock, Miguel Molina und Lucas Auer heißen die Sieger der ersten Rennen in dieser Saison. Je zwei Siege pro Hersteller, mehr Ausgeglichenheit geht nicht. "Dass es hier super-eng ist, wissen wir alle", sagte BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt zu Motorsport-Magazin.com. "Die Chancengleichheit, die wir herstellen wollten, haben wir super hinbekommen mit den Anpassungen im Reglement."

BMW-Sorgen unbegründet

In der Tat hat sich gezeigt: Die Zugeständnisse an BMW vor der Saison scheinen sehr ausbalanciert zu sein. Sorgen, dass die Münchner dem Rest des Feldes mit ihren leichteren Autos zumindest in den ersten Rennen wegfahren, blieben unbegründet. Vermutlich auch wegen des Umstandes, dass jeder Hersteller seine Lieblingsstrecken hat - dennoch herrschte bislang große Abwechslung in der Tourenwagenserie.

Damit setzt sich der Trend aus der Vorsaison übrigens fort. 2015 standen sogar 13 unterschiedliche Fahrer ganz oben auf dem Podium. Gut möglich, dass die DTM diese Rekord-Saison noch einmal übertrumpfen wird. "Es ist das gleiche wie im letzten Jahr", bestätigte Gary Paffett gegenüber Motorsport-Magazin.com. "Wir haben 24 konkurrenzfähige Fahrer, nur ein Rookie diesmal. Der Rest hat mindestens 1 Jahr Erfahrung, manche sogar 13. Das Beste ist, dass bisher niemand über den Erfolgsballast gesprochen hat."

Regeländerungen bewähren sich

Die Performance-Gewichte sollen seit ihrer Einführung für ein ausgeglichenes Feld sorgen. 2015 scheiterte der Plan grandios, als es fast nur noch Hersteller-Sammelsiege aufgrund der hohen Gewichtsunterschiede gab. Die Neuerung für 2016, das Gewicht während des Rennwochenendes neu anzupassen, hat voll gegriffen. "Wenn ich mir den Sport anschaue, scheint es sich wirklich zu bewähren, was wir an Änderungen gemacht haben", meinte auch Audi Sportleiter Dieter Gass im Video-Interview mit Motorsport-Magazin.com.

Je länger die Sieger-Serie anhält, desto spannender wird es zum Ende der Meisterschaft hin. Üblicherweise legen sich die Hersteller zu einem gewissen Zeitpunkt auf einen Meisterschafts-Kandidaten fest, der Rest spielt im Zweifel Wasserträger. So war es bei Wittmann 2014 und auch Wehrlein 2015. Audi hatte traditionell das Problem, dass es lange Zeit zwei bis drei Titelanwärter gab, die sich gegenseitig die Punkte weggenommen haben.

Konstanz als Schlüssel

"Konstanz ist der Schlüssel", sagte Jamie Green, der immer wieder zu den großen Favoriten zählt nach meist starken Saisonbeginnen. Der Brite diesmal: "Für mich sind drei Ergebnisse in den Top-4 aus den letzten beiden Wochenenden die Basis, um Schwung aufzunehmen, nachdem ich aus den ersten beiden Rennen rausgenommen wurde. Dadurch komme ich der Meisterschafts-Spitze näher."

Schon jetzt gibt es Wetten darauf, welchem Fahrer es zuerst gelingt, einen zweiten Rennsieg zu erzielen. Am Norisring könnte die Serie allerdings anhalten. Früher galt Jamie Green als sicherer Sieganwärter am Dutzendteich. Inzwischen fällt die Rolle dem aktuellen Gesamtführenden Robert Wickens zu.

Ein weiteres Indiz für die aktuelle Saison mit vielen Fragezeichen rund um die Meisterschafts-Frage: Drei Fahrer in den Top-4 - Wickens, Ekström und Green - warten noch auf ihren ersten Sieg. Timo Glock abschließend: "Ich glaube, bis zum Ende wird es viele Fahrer geben, die um die Meisterschaft fahren können."