DTM

Auf die Kacke hauen! - Fahrer fordern: Mehr Emotionen im Fernsehen

Mattias Ekström, Christian Vietoris und Timo Scheider kritisieren die Übertragung der DTM in der ARD.
von Manuel Schulz

Motorsport-Magazin.com - Die ARD hält auch für die Saisons 2016 und 2017 die Rechte. Doch während früher sowohl die Qualifikation als auch das Rennen übertragen wurden, ist die Qualifikation im letzten Jahr nach der Umstellung auf zwei Rennen pro Wochenende ins Internet verschwunden. Die positive Neuerung für dieses Jahr ist zumindest, dass der Kampf um die Pole Position immerhin auf Einsfestival zu sehen sein wird, der auch frei empfangbar ist.

Doch damit ist nicht alles gut. Ein großes Manko bei der DTM-Übertragung ist, dass nahezu vollständig auf Vorberichte verzichtet wird. Meist sind nur fünf Minuten bis zum Rennstart, teilweise wird das Bild erst nach dem Start übergeben, weil noch eine andere Sportart wie zum Beispiel Rudern gezeigt werden muss. Ist das die richtige Art und Weise, mit den Übertragungsrechten bei der in Deutschland beliebtesten Tourenwagenserie umzugehen?

Ich bin da wie Timo, ich mags auch mit Emotionen. Es muss nicht alles politisch korrekt ausgedrückt werden
Mattias Ekström

"Wenn ich so ehrlich sein darf, ist überall Luft nach oben", kommentierte Timo Scheider die Übertragung der ARD. Allerdings betrachtet er auch andere Aspekte. "Es gehören auch die Fahrer und die Hersteller dazu, die das Gesamtpaket ändern könnten." Ein wichtiger Punkt seien natürlich auch die Kosten, denn theoretisch könne man vieles ändern. In der Praxis sei das aber immer eine Kostenfrage.

Christian Vietoris kritisiert insbesondere den Kommentar: "Wenn man sich das gleiche Rennen in englisch ansieht, kommen deutlich mehr Emotionen rüber, und ich finde, so etwas sollten wir auch in Deutschland anstreben, dass ein paar mehr Emotionen im Kommentar rüberkommen." "Wenn man sich den Kommentar im Englischen anhört, stellt man Fest, dass da Motorsport am Mikro gelebt wird", stimmt Timo Scheider zu. "Es würde nicht mal viel Geld kosten, sondern wäre eine Sache der Umstellung, wie man es kommentiert."

"Ich bin da wie Timo, ich mags auch mit Emotionen. Es muss nicht alles politisch korrekt ausgedrückt werden", sagte Mattias Ekström auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com. "Wenn man Fußball so schauen kann und Fußball ist ja dafür bekannt, dass da mal echte Meinungen gesagt werden, dann kann man diese Kultur auch im Motorsport gebrauchen." Er betont, dass die Fans ja genau die Wahrheit hören wollen und nicht alles vorsichtig ausgedrückt.

Timo Scheider hält die Übertragung der DTM noch für ausbaufähig - Foto: Audi

Eine direktere Ausdrucksweise würde nach Ansicht von Ekström für ein besseres Bild der DTM sorgen: "Jeder braucht ein paar Emotionen. Das kommt ja auch durch gutes, schlechtes oder hartes fahren. Da müssen wir die Sau rauslassen und die Fans freuen sich, die Wahrheit zu hören."

Ob sich in dieser Saison etwas an der Art der Übertragung ändert, ist fraglich. Immerhin erweitert die ARD das Programm um die Qualifikation, wenn auch auf einem Nebensender. Dadurch ist man aber zumindest nicht mehr abhängig vom Streaming-Dienst, der in diesem Jahr mit Zusatzinhalten wie Live-Timing oder On-Board-Kameras lockt.

TV-Zeiten in Hockenheim:

Datum Sendezeit Sender Sendung
Samstag, 07.05 13.45 Uhr - 14.15 Uhr Einsfestival Qualifikation 1
Samstag, 07.05 15:30 Uhr - 17:00 Uhr DasErste Rennen 1
Samstag, 07.05 ab 21:30 Uhr Sport 1 Zusammenfassung
Sonntag, 08.05. 12.25 Uhr - 12.55 Uhr Einsfestival Qualifikation 2
Sonntag, 08.05. 14:15 Uhr - 15:50 Uhr DasErste Rennen 2
Sonntag, 08.05. ab 18:30 Uhr n-tv Zusammenfassung
Sonntag, 08.05. ab 22:15 Uhr Sport 1 Zusammenfassung

Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter