DTM

Schlagkraft reduziert - Ekström-Strafe: Gass verständnislos

Audi wurde nach dem Qualifying in Zandvoort stark gebeutelt. Gleich zwei Piloten der Ingolstädter wurden bestraft - nicht immer mit Verständnis.
von Sönke Brederlow

Motorsport-Magazin.com - Großer Schock für Audi nach dem Qualifying in Zandvoort. Sowohl Mattias Ekström als auch Edoardo Mortara wurden im Anschluss an das Zeittraining in den Niederlanden bestraft und verloren ihre gute Startposition. Während Ekström den vermeintlich schnelleren Gary Paffett blockiert haben soll und dafür eine Strafversetzung von fünf Position erhielt, wurde Mortara sogar gänzlich ausgeschlossen. Die Technischen Kommissare stellten fest, dass der Frontdiffusor an dem DTM-Boliden des Italieners zu tief montiert worden war - ein Verstoß gegen Artikel 3.7 des Technischen Reglements.

Es gibt natürlich eine Regel, die muss man respektieren
Dieter Gass

"Es war lokal eine Stelle, also ein kleiner Bereich, der zu tief war", erklärt Dieter Gass, Leiter DTM bei Audi Sport. "Es war nicht über die gesamte Breite." Über die genauen Gründe des Verstoßes konnte und wollte sich Gass zunächst aber noch nicht äußern. "Es war eine leichte Beschädigung am Splitter, aber keine die von außen so groß gewesen wäre, dass das als Grund akzeptiert worden wäre", berichtete er weiter. Auch die Toleranz, die Audi an diesem Teil einhält, konnte den Verstoß nicht verhindern und Mortara somit vor dem Ausschluss retten.

Während Gass den Ausschluss von Mortara akzeptierte, war er bei der Bestrafung von Mattias Ekström weniger verständnisvoll. "Es gibt natürlich eine Regel, die muss man respektieren", so Gass. "Ob Paffett anschließend noch ins Q2 gekommen ist oder nicht, spielt keine Rolle und kann höchstens als strafmindert angesehen werden." Dennoch war der Verantwortliche nicht vollends zufrieden.

Da schwillt der Kamm

Da fehlt mir total das Augenmaß und vollkommen das Verständnis.
Dieter Gass

"Das Auto, das behindert worden ist, muss auf einer schnellen Runde sein, sollte also das Potential haben sollte, zu verbessern", erklärt Gass. "Das ist für mich an dieser Geschichte ganz fundamental und war bei Paffett nicht der Fall." Zum Zeitpunkt des Vorfalls hatte Paffett laut Aussage von Gass bereits 0,7 Sekunden Rückstand auf seine schnellste Runde. Eine Zeitenverbesserung wäre also kaum möglich gewesen. "Und wenn er mir erzählt, dass er im letzten Sektor 0,7 Sekunden holt, da schwillt mir der Kamm", so Gass aufgebracht. "Da fehlt mir total das Augenmaß und vollkommen das Verständnis."

"Bevor wir überhaupt eine Runde gefahren sind, sind schon zwei von fünf Audis von der Spitze verschwunden", erklärte Dieter Gass. "Wir haben unsere Schlagkraft reduziert. Das ist natürlich nicht gut." Dennoch hat Audi den ersten Saisonsieg in Zandvoort weiter im Blick ...


Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter
Mitarbeiter Motorsport Designer Journalismus Programmierer Video