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DTM / Hintergrund

Hilfe ja, Garant nein - Fahrer einig: DRS eine gute Sache

Nachdem einige DTM-Rennen in der Vergangenheit einer Prozession glichen, führten die Regelmacher DRS ein. Die Fahrer mögen die Neuerung.
von Robert Seiwert und Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - "Fünf bis sieben km/h", lautet die gängigste Antwort darauf, wie groß der Geschwindigkeitszuwachs bei aktiviertem DRS ist. Ähnlich wie in der Formel 1, dürfen auch die Piloten in der DTM in der kommenden Saison die Aerodynamik verändern, um ihren Gegner stärker unter Druck setzen zu können. Befindet sich ein Fahrer im Rennen bei Überquerung der Ziellinie maximal zwei Sekunden hinter einem Kontrahenten, darf er an einer beliebigen Stelle der Strecke seinen Heckflügel um 15 Grad verstellen.

Es ist eine Überholhilfe, aber kein Garant, dass man ein Auto überholt.
Martin Tomczyk

Über das Bosch-Steuergerät erhalten die Piloten die Information, DRS benutzen zu dürfen. Dabei ist die Aktivierung in den drei ersten und letzten Runden des Rennens verboten, genauso wie drei Runden nach einem Restart hinter dem Safetycar. Als erstmals Gerüchte über die Einführung des DR-Systems aufkamen, war die Befürchtung auf Fahrer- und Fanseite groß, Überholen könnte zu einfach werden - ähnlich wie das viele in der Formel 1 sehen. Nach den ersten Tests mit dem neuen System hörte sich Motorsport-Magazin.com im Fahrerlager um und fragte die Piloten nach ihren Eindrücken.

"Es funktioniert", erzählte Martin Tomczyk in Hockenheim und fuhr fort: "Es ist eine Überholhilfe, aber kein Garant, dass man ein Auto überholt, wenn man den Flügel flachstellt." Konkret merkte er, wie der Luftwiderstand nachlässt und sich die aerodynamische Balance ändert. "Man bekommt hinten weniger Abtrieb und vorne mehr. Die Front geht weiter runter und man bekommt ein bisschen mehr Bouncing auf der Geraden." Gemeinsam mit den neuen Option-Reifen findet der Champion von 2011 beide Neuerungen gut. "Sie müssen nur sinnvoll und durchschaubar für die Zuschauer sein."

Ich glaube, es wird enger, aber so ganz groß Überholen, das wird nicht passieren.
Mattias Ekström

Sein ehemaliger Markenkollege Mattias Ekström stimmt Tomczyk zu. "Ich glaube, es wird enger, aber so ganz groß Überholen, das wird nicht passieren", so der Schwede, der auf keinen Fall einen ähnlich starken Effekt wie in der Formel 1 erwartet. So sieht es auch Mercedes-Pilot Gary Paffett: "DRS wird beim Überholen helfen, aber es wird es nicht zu einfach machen." Der Brite ist sich auch bewusst, dass es einiger Neuerungen in der DTM bedurfte. "Letztes Jahr war es gut für die Serie, dass der Kampf um die Meisterschaft so eng war. Aber ein paar Rennen waren wie Prozessionen, wir müssen die Rennen aufregender machen."

Im Gegensatz zur Konkurrenz testete Audi den neuen Mechanismus am Flügel noch nicht so exzessiv, wie Timo Scheider erklärt. "Mercedes und BMW sind ständig mit [geklapptem] Flügel gefahren, wir haben das gelassen, weil wir den DRS-Flügel nur im Rennen verwenden." Lediglich die In-Laps hätten als Test für DRS gedient. Entsprechend hielt er sich mit einer Einschätzung noch zurück, zuvor gibt es ohnehin noch eine andere Baustelle. "Im Moment sind wir noch in der Testphase, wo wir den DRS-Knopf positionieren."


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