SUVs werden gern als Alleskönner vermarktet. Im Alltag verlassen viele von ihnen jedoch kaum je eine asphaltierte Straße. Umso spannender ist die Frage, wie sich der neue Audi Q3 schlägt, wenn die Strecke anspruchsvoller wird.

Nach entspannten Kilometern über Landstraßen und einer längeren Autobahnetappe ging es stetig bergauf. Der Asphalt wurde schmaler, später verschwand er ganz. Stattdessen warteten Schotter, lose Steine und ausgewaschene Forstwege. Genau hier zeigt der Q3, dass er mehr kann als den täglichen Stadtverkehr.

Audi, Q3
Foto: Simninja

Der quattro-Antrieb vermittelt auf losem Untergrund viel Vertrauen, die leicht erhöhte Bodenfreiheit nimmt gröberen Unebenheiten den Schrecken. Ein Geländewagen ist der Q3 natürlich nicht, für harte Offroad-Passagen ist er nicht gemacht. Auf gut befahrbaren Forstwegen und Schotterstrecken wirkt er jedoch erstaunlich gelassen.

Relativ sparsam trotz Bergtour

Der 195 kW (265 PS) TFSI quattro S tronic Antrieb passt zu diesem Charakter. Leistung ist jederzeit ausreichend vorhanden (max. 400 Nm Drehmoment, null auf 100 km/h in 5,7 Sekunden), ohne dass der Q3 aufdringlich wirkt. Stattdessen bleibt er ruhig, kontrolliert und angenehm unaufgeregt.

Audi, Q3
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Trotz Steigungen und Allradantrieb pendelte sich der Verbrauch bei 8,9 Litern auf 100 Kilometer ein. Für ein SUV mit 265 PS ist das ein doch respektabler Wert.

Innenraum: moderner, schneller, hochwertiger

Im Innenraum hat Audi sichtbar nachgelegt. Das überarbeitete MMI (unser Testwagen verfügte über das „MMI experience pro“) reagiert schneller als bisher, Menüs öffnen ohne spürbare Verzögerung und die Oberfläche wirkt moderner sowie aufgeräumter.

Audi, Q3
Foto: Simninja

Auch die Materialqualität überzeugt. Weiche Oberflächen treffen auf sauber verarbeitete Verkleidungen. Selbst auf ruppigen Schotterpisten blieb der Innenraum frei von Knarz- oder Klappergeräuschen.

Weniger überzeugend sind die zahlreichen Hochglanzflächen. Sie sammeln schnell Staub und Fingerabdrücke und schwächen den sonst hochwertigen Eindruck.

Bedienung: gute Ideen, fragwürdige Details

Den Bedienbereich rund um Licht, Blinker und Scheibenwischer hat Audi komplett neugestaltet. Nach kurzer Eingewöhnung funktioniert das zwar zuverlässig, wirklich intuitiv wirkte es für uns aber nicht.

Audi, Q3
Foto: Simninja

Besonders der Blinker-Schalter fällt negativ auf. Er lässt sich recht schwergängig bedienen und bietet beim Einrasten wenig präzises Feedback. Deutlich stimmiger ist die rechte Bedienseite für die Fahrstufenwahl.

Audi, Q3
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Unser Testwagen trug des Weiteren noch das bisherige Lenkrad mit Touchflächen. Die inzwischen verfügbaren physischen Drehräder dürften im Alltag die bessere Lösung sein.

Apple CarPlay mit kleinen Aussetzern

Ganz fehlerfrei blieb die Software im Test nicht. Mehrfach startete Apple CarPlay nur mit schwarzem Bildschirm. Erst der Wechsel in ein anderes Menü brachte die Darstellung zurück.

Kurios wurde es bei der Navigation: Während Google Maps in Apple CarPlay und das MMI die korrekte Ankunftszeit berechneten, zeigte das digitale Kombiinstrument konsequent eine um exakt zwei Stunden abweichende Zeit. Ob die Ursache beim Smartphone, bei einer Zeitzonen-Einstellung oder in der Fahrzeugsoftware lag, ließ sich im Test nicht eindeutig klären.

Audi, Q3
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Design: nicht jedes Detail überzeugt

Auch außen gibt es Details, die polarisieren dürften. Das neue, flache Audi-Logo im Kühlergrill und am Heck wirkt wenig präsent und nimmt dem doch sonst äußerst ansprechenden Q3 in „Salbeigrün Metallic“ samt „Exterieur-Paket schwarz“, etwas von seiner markentypischen Identität. Die Gestaltung der digitalen Rückleuchten dürfte ebenfalls Geschmackssache bleiben, kennt man jedoch so ähnlich schon von anderen neuen Audi-Modellen.

Audi, Q3
Foto: Simninja

Ähnlich zwiespältig wirkt der künstlich erzeugte Sportauspuffklang im Inneren. Er bringt zwar zusätzliche Emotion ins Spiel, klingt stellenweise, aber etwas aufgesetzt. Immerhin bleibt die Klangkulisse nicht dauerhaft aktiv.

Alltag: souverän und bequem

Im Alltag spielt der Q3 seine Stärken leise, aber wirksam aus. Die erhöhte Sitzposition erleichtert den Einstieg, die Sitze („Interieur S line“ mit Sportsitzen Mikrofaser) bleiben auch auf längeren Etappen bequem und vier Erwachsene reisen problemlos mit. Beim Gepäck stößt das SUV früher an Grenzen als größere Modelle: Für den Familienurlaub kann es knapp werden, für den normalen Alltag reicht das Platzangebot dagegen völlig aus.

Audi, Q3
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Fazit:

Der neue Audi Q3 fährt komfortabel, wirkt solide verarbeitet und bleibt selbst auf gut befahrbaren Schotterwegen angenehm gelassen.

Ganz ohne Schwächen bleibt er nicht: Die neue Bedienlogik verlangt Eingewöhnung, Apple CarPlay zeigte kleinere Aussetzer, der Blinker-Schalter überzeugt haptisch nicht so ganz. Auch Logo, Rückleuchten und künstlicher Sound bleiben Geschmackssache.

Audi, Q3
Foto: Simninja

Unterm Strich ist der Q3 jedoch ein überzeugender Alltagsbegleiter. Los geht es für den Q3 SUV TFSI quattro 195 kW S tronic bei 59.900 Euro. Unser Testwagen, u.a. mit digitalen LED/OLED-Leuchten (3.190 Euro), glanzgedrehten 5-Speichen-Tripod-Sporträdern in schwarz metallic (1.490 Euro) und dem „Tech pro“-Paket (5.800 Euro), kam auf einen Endpreis von 77.400 Euro.

Audi, Q3
Foto: Simninja

Alle weiteren Bilder von unserer Testfahrt gibt es hier: