Mit einem anvisierten Einstiegspreis von unter 18.000 Euro will die rumänische Marke ihre Position als Anbieter besonders erschwinglicher Elektromobilität weiter ausbauen – und das offenbar parallel zum weiterhin angebotenen Dacia Spring.

Bereits im Februar 2025 hatte Dacia ein neues Elektrofahrzeug für unter 18.000 Euro offiziell angekündigt. Damals blieb es bei einer Skizze und wenigen Eckdaten, inzwischen werden die Konturen klarer. Der neue Stromer soll rund 3,80 Meter lang sein und damit größer ausfallen als der Dacia Spring, der aktuell 3,70 Meter misst. Technische Basis ist die neue AmpR-Small-Plattform des Renault-Konzerns, auf der auch der Twingo Electric aufbaut.

Kein Spring-Nachfolger, sondern Ergänzung

Interessant ist vor allem die strategische Einordnung. Trotz ähnlicher Preisregion und vergleichbarer Außenlänge ist der Neuling nicht als direkter Ersatz für den Dacia Spring gedacht. Dacia-Produktchef Patrice Lévy-Bencheton bestätigte gegenüber der britischen Fachzeitschrift Autocar, dass beide Modelle für eine gewisse Zeit parallel angeboten werden könnten. Der Grund liegt vor allem in der unterschiedlichen Ausrichtung. Während der Dacia Spring weiterhin als besonders einfaches, sehr günstiges Stadtauto positioniert ist, soll das neue Modell moderner, sicherer und technisch zeitgemäßer auftreten.

Dacia, E-Kleinwagen
Foto: Dacia

Dass der Dacia Spring erst kürzlich umfassend überarbeitet wurde, spricht ebenfalls gegen einen kurzfristigen Modellwechsel. Unter anderem wanderte die Batterie von der Rückbank in den Fahrzeugboden – ein erheblicher konstruktiver Eingriff, der bei einem unmittelbar bevorstehenden Generationswechsel wenig sinnvoll wäre. Vieles deutet daher darauf hin, dass Dacia tatsächlich für einige Zeit zwei Elektroautos im A-Segment anbietet, bevor der Dacia Spring schrittweise ausläuft.

Nähe zum Twingo, aber mit eigenem Charakter

In seinen Proportionen rückt der neue Dacia näher an den Twingo Electric heran. Dieser ist mit 3,79 Metern Länge und einem Radstand von 2,49 Metern etwas größer und flacher als der Spring. Auch das neue Dacia-Modell soll diese Grundarchitektur übernehmen, sich optisch jedoch klar abgrenzen. Erwartet wird eine eigenständige Front im aktuellen Dacia-Stil, allerdings weniger SUV-betont und bullig als bei Duster oder Bigster. Ziel ist ein robust wirkendes, aber klar urban ausgerichtetes Elektroauto.

Preislich wird sich Dacia ebenfalls deutlich vom Twingo Electric absetzen. Während die Franzosen ihr E-Auto ab Frühjahr für rund 20.000 Euro anbieten will, peilt Dacia einen Einstieg etwa 2.000 Euro darunter an. Damit läge der neue Stromer oberhalb des Dacia Spring, der aktuell bereits ab rund 16.900 Euro gelistet ist, würde aber spürbar mehr Technik und Substanz bieten.

Renault, Twingo, Electric
Foto: Renault

Europa-Produktion als Schlüsselargument

Ein wesentlicher Unterschied zum Dacia Spring dürfte auch der Produktionsstandort sein. Während der aktuelle Dacia-Stromer in China gebaut wird, soll das neue Modell in Europa vom Band laufen – vermutlich im slowenischen Werk Novo Mesto, wo auch der Twingo Electric entsteht. Damit umgeht der Konzern mögliche Strafzölle auf chinesische Elektroautos und verbessert gleichzeitig die Lieferketten sowie die CO₂-Bilanz.

Renault, Twingo, Electric
Foto: Renault

Technisch dürfte der neue Dacia klar vom Twingo Electric profitieren. Dieser schafft auf Basis der AmpR-Small-Plattform bis zu 263 Kilometer WLTP-Reichweite und liegt damit deutlich über den 225 Kilometern des Dacia Spring. Auch bei Sicherheitsstandards, Bedienlogik und Fahrassistenzsystemen ist ein spürbarer Fortschritt zu erwarten.

Die Premiere des neuen Modells wird in den kommenden Monaten erwartet, die Messepremiere soll im September auf dem Pariser Autosalon erfolgen. Der Marktstart ist laut aktuellen Informationen für Ende 2026 vorgesehen.