Was macht man, wenn man ein Hypercar der nächsten Generation enthüllt? Richtig – man verwandelt das beschauliche Affalterbach in ein pulsierendes Zentrum für Performance, Zukunftstechnik und Emotion. Unter dem eigens inszenierten Motto „Affasterbach“ feierte Mercedes AMG die Weltpremiere des CONCEPT AMG GT XX mit einer Mischung aus Motorsport-Flair, exklusivem Event-Charakter und viel Zukunftsmusik. Der eigentliche Star des Tages aber stand auf vier Rädern – und hatte mehr als 1.300 elektrische PS im Gepäck.

1.360 PS unter Strom – die neue Elektromacht

Was Mercedes-AMG hier präsentiert, ist kein weiterer „sportlicher Stromer“, sondern ein Hochleistungswerkzeug mit klarer Ansage: Die Zukunft ist elektrisch – und brutal schnell. Drei Elektromotoren der neuesten Generation sorgen für eine Systemleistung von über 1.000 kW (rund 1.360 PS). Zwei E-Motoren an der Hinterachse und ein dritter vorn arbeiten zusammen, als hätten sie Benzin im Blut. Apropos Benzin: Wer dabei glaubt, auf Emotionen verzichten zu müssen, irrt: AMG verspricht ein neuartiges Sounderlebnis mit synthetischem „V8-Sound“, der über Lautsprecher in den Scheinwerfergehäusen nach außen dringt.

Mercedes, AMG, CONCEPT AMG GT XX
Foto: Mercedes-AMG

Herzstück sind sogenannte Axial-Flux-Motoren, die – man muss es so sagen – die bisherigen E-Antriebe alt aussehen lassen: Dreifache Leistungsdichte, zwei Drittel weniger Gewicht, dazu ein Drittel der Größe konventioneller Motoren. Entwickelt von Mercedes-Tochter YASA in England, gefertigt wird künftig in Berlin – hochautomatisiert und mit über 30 Patenten abgesichert.

Raketenladung mit Rennstrecken-Kondition

Einen echten Paukenschlag liefert auch das Ladesystem: 850 kW Ladeleistung (über 1.000 A) ermöglichen eine WLTP-Reichweite von rund 400 km – in nur fünf Minuten Ladezeit. Das gelingt durch eine neuartige, direkt gekühlte Hochleistungsbatterie, die nicht nur ultraschnell lädt, sondern auch unter Rennstreckenbedingungen konstant Leistung liefert – ohne thermisches Leistungsloch. Zudem kann der Frontmotor durch eine intelligente DCU-Kupplung bei gemäßigtem Tempo entkoppelt werden – für mehr Effizienz im Alltag. Wenn’s ernst wird, schaltet er sich blitzschnell wieder zu.

Mercedes, AMG, CONCEPT AMG GT XX
Foto: Mercedes-AMG

Weiters wurde die Aerodynamik des GT XX bis ins Detail durchdekliniert: Ein Luftwiderstandsbeiwert von nur 0,198 positioniert ihn auf Augenhöhe mit den besten Elektroautos der Welt. Ein besonderes Highlight sind die beweglichen Karbon-Radabdeckungen, die sich je nach Fahrsituation öffnen oder schließen – und das ohne elektrischen Antrieb, nur durch clevere Mechanik.

Design: Sunset Beam trifft Laborfaser

Optisch schickt Mercedes-AMG den GT XX in eine fast schon außerirdische Liga. Flach, breit, muskulös – ein Fastback in der auffälligen Lackierung „Sunset Beam Orange“ samt flüssig animierte „MBUX Fluid Lights“. Klingt spacig, sieht auch so aus.

Mercedes, AMG, CONCEPT AMG GT XX
Foto: Mercedes-AMG

Im Innenraum wird es dann endgültig futuristisch: Biotechnologische Materialien wie LABFIBER, gedruckte Sitze nach individuellem Bodyscan und ein reduziertes, aber fahrerfokussiertes Cockpit machen klar – hier ist nichts von der Stange. AMG verzichtet bewusst auf Leder, setzt stattdessen auf nachhaltige Hightech-Stoffe, die sich wie die Zukunft anfühlen.

Mercedes, AMG, CONCEPT AMG GT XX
Foto: Mercedes-AMG

Ausblick: Ab 2026 wird es ernst

Der AMG GT XX ist noch ein Konzept – aber kein ferner Traum. Bereits ab 2026 sollen die ersten Serienfahrzeuge auf der neuen AMG.EA Plattform starten. Die Produktion der revolutionären Motoren in Berlin ist bereits vorbereitet. AMG will damit nicht nur die elektrische Sportwagenwelt aufmischen – sondern neu definieren.