Der Formentor ist für Cupra das, was Tapas für Spanien sind: Ein echtes Signature-Dish. Seit 2020 serviert die sportliche Seat-Tochter diesen scharf gewürzten Crossover – und 2024 wurde nochmal nachgewürzt. Mit frischer Front, neuen LED-Signaturen und ordentlich Feuer unterm Blech schicken die Spanier ihren Formentor ins neue Modelljahr. Für unsere Testfahrt holten wir uns die sportlichere VZ-Version mit 2.0 TSI-Motor und 333 PS. Gekoppelt ist das Aggregat an ein 7-Gang DSG samt 4Drive-Technik.
Design: Aggressiv wie ein Kampfstier
Optisch macht der Formentor gleich klar: „Ich bin hier, um Spaß zu machen“. Bereits beim ersten Blick überzeugt das Fahrzeug mit einem stimmigen Design und aggressiven VZ-Anbauteilen. Sowohl außen als auch innen wirkt alles durchdacht, hochwertig und modern. Die Materialauswahl im Innenraum ist hervorragend, Farben und Details sind perfekt aufeinander abgestimmt. Besonders gefallen hat uns die schicke Auspuffanlage (Akrapovic, 3.915 Euro), die einen angenehmen, kernigen Klang bietet – allerdings mit kleinen Mankos – dazu aber später mehr.

Auch die Fahreigenschaften überzeugen: Die Beschleunigung ist kraftvoll, die Bremsleistung zuverlässig, und der Allradantrieb sorgt für souveräne Traktion. Ein weiteres Highlight sind die klassischen, physischen Bedienelemente: Die Lautstärke lässt sich über ein einfaches Drehrad am Lenkrad anpassen, die Knöpfe sind intuitiv erreichbar – eine Wohltat in Zeiten überladener Touch-Steuerungen. Gracias!
Nicht alles ist perfekt, aber vieles Geschmackssache
Je nachdem wie man den Cupra Formentor konfiguriert, entstehen unterschiedliche Ausstattungsszenarien, die man gut finden kann oder vielleicht eher unpraktisch. Die vorderen Sportsitze mit Carbonschalen beispielsweise sehen fantastisch aus und bieten exzellenten Seitenhalt. Allerdings sind sie sehr schmal und im Alltag nicht unbedingt die bequemste Wahl. Wer häufig lange Strecken fährt, könnte das als störend empfinden und lieber doch zum „zivieleren“ Formentor ohne VZ-Ausstattung greifen.

Ein weiteres Beispiel ist die Lenkung. Diese ist extrem präzise und VZ-typisch sportlich abgestimmt – ein Pluspunkt für dynamische Fahrer, aber weniger ideal für entspanntes Cruisen. Bereits kleine Bewegungen führen zu direkten Reaktionen, was das Fahrzeug manchmal etwas nervös wirken lässt.
Sounddesign im Innenraum: Von Bravo bis… bitte aus!
Der Motorsound ist ein gänzlich zweischneidiges Schwert: Der grundsätzliche Klang des Auspuffs ist, wie bereits erwähnt, angenehm und hat eine gute Note. Im Sport-Modus wird er im Inneren künstlich verstärkt, was etwas unnatürlich klingen kann aber noch als okay durchgeht. Wirklich störend ist jedoch der sogenannte „Cupra“-Modus, in dem ein digitaler Klang erzeugt wird, der den eigentlichen Auspuffton übertönt und einfach nur aufdringlich wirkt. Glücklicherweise gibt es die Möglichkeit, im „Individual“-Modus den Motorsound auf „Pure“ zu reduzieren, während die restlichen Fahrdynamik-Einstellungen sportlich bleiben.

Autobahn: Spaßbremse bei Highspeed
Bis 180 km/h? Eine Wonne. Danach? Wird’s wacklig. Der Formentor zeigt bei Topspeed nervöse Zuckungen – vermutlich wegen des etwas hohen Schwerpunkts und kurzen Radstands. Für Vielfahrer auf der linken Spur gibt es möglicherweise bessere Begleiter.
Und dann wäre da noch der Durst: 10,2 Liter auf 100 km sind ambitioniert – besonders bei heutigen Spritpreisen. Sportliches Fahren verlangt eben Opfer in Form von Tankquittungen.
Fazit: Fahrspaß mit Eigenheiten
Das Fahrzeug begeistert mit seinem Design, seiner Performance und seiner hochwertigen Verarbeitung. Es macht enorm viel Spaß auf kurvigen Strecken und bietet großartige Fahrdynamik. Die enge Sitzposition, der hohe Verbrauch und der aufdringliche Motorsound in bestimmten Modi sind jedoch Punkte, die man vor dem Kauf bedenken sollte. Wer auf einen puristischen, sportlichen Fahrstil steht und keine Langstreckenkomfort-Wunder erwartet, wird hier aber auf jeden Fall seinen Spaß haben.

Preislich geht es bei Cupra mit dem Formentor ab 40.425 Euro los. Unser Testwagen startete bei 55.345 Euro. Samt Extras (u.a. Leichtmetallfelgen, Anhängerkupplung, Panorama-Glasdach, VZ Extreme-Ausstattung) lag der Preis bei stolzen 71.437 Euro.

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