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BMW 2er Active Tourer: Neuauflage des bayrischen Vans

Mit der Technik des E-SUV iX, zwei Plug-in-Hybriden und einer größeren Karosserie, geht es für den Van von BMW in die zweite Runde.
von Maximilian Stocker

Motorsport-Magazin.com - Der 2er Active Tourer kam erstmals 2014 auf den Markt. Über die Grenzen von Europa hinaus wurde der Van aus Bayern aber nicht verkauft. Denn ein weltweites Interesse für einen Familientransporter von BMW gab es anscheinend nicht. Auch hierzulande wurde der 2er Active Tourer anfangs nicht ernstgenommen. Wie kann BMW nur einen Minivan bauen? Dennoch: Es wurden seit 2014 mehr als 430.000 Einheiten des 2er Active Tourer verkauft. Sein größerer und baugleicher Bruder Gran Tourer fand immerhin bei 200.000 Käufern ein neues Zuhause. Für BMW ist dies Beweis genug dem Active Tourer eine Neuauflage zu spendieren. Der größere Gran Tourer wird allerdings eingestellt.

Der Active Tourer wächst in seinen Abmessungen

Gestreckte Proportionen und eine moderne Crossover-Charakteristik sollen zum Erfolg der Neuauflage beitragen. Die allgemeine Formensprache orientiert sich dabei an aktuellen BMW-Modellen. Die zum Vorgänger deutlich flacher angestellten A-Säulen sowie die ansteigende Fensterlinie, lassen den neuen 2er Active Tourer dynamischer und sportlicher wirken. Die Abmessungen wuchsen dabei in der Länge um 3,2 Zentimeter auf 4,39 Meter, in der Breite um 2,4 Zentimeter auf 1,82 Meter und in der Höhe um 2,1 Zentimeter auf 1,58 Meter. Die größeren Dimensionen sollen unter anderem den Wegfall des siebensitzigen Gran Tourer leichter verträglich machen.

Wie alle neuen BMW-Modelle bekommt auch der 2er Active Tourer größere Nieren verpasst. Diese fügen sich dank der gestreckten Proportionen des Fahrzeugs aber gut ins restliche Design ein, ohne dabei fehl am Platz zu wirken. Durch die automatische Luftklappensteuerung schließen und öffnen die Nieren je nach Kühlungsbedarf. Serienmäßig verfügt der neue 2er Active Tourer über Voll-LED-Scheinwerfer. Optional werden Adaptive LED-Scheinwerfer einschließlich Abbiegelicht, blendfreiem Matrix-Fernlicht, Stadt-, Autobahn- und Schlechtwetterlicht angeboten.

Nachträgliche Upgrades mit Over-the-Air-Technologie möglich

Hinter den Nieren befinden sich die Fahrerassistenzsysteme. Die Serienausstattung umfasst unter anderem die Geschwindigkeitsregelung mit Bremsfunktion, die Spurverlassenswarnung, die Ausweichhilfe und die Frontkollisionswarnung, zu deren Funktionsumfang nun auch die Erfassung des Gegenverkehrs beim Linksabbiegen sowie von Fußgängern oder Radfahrern beim Rechtsabbiegen gehört. Serienmäßig an Bord ist weiters der Parking Assistant einschließlich Rückfahrkamera und Rückfahrassistent.

Optional stehen beispielsweise der Lenk- und Spurführungsassistent und die aktive Geschwindigkeitsregelung mit Stop & Go-Funktion zur Verfügung. Aufpreispflichtig ist etwa ein Parkassistent, der die letzten 50 Meter automatisch zurückfahren kann oder der Drive-Recorder, welcher die Umgebung aufzeichnet und so auch Kollisionen und Unfälle dokumentiert. Weiters lassen sich nachträglich zahlreiche Funktionen über Over-the-Air-Updates freischalten. So kann man sich beispielsweise gegen eine Monatsgebühr das Radar für den aktiven Tempomaten abonnieren oder auf andere Features upgraden.

Wippschalter ersetzt Gangwahlhebel

Auch im Innenraum sollen die gewachsenen Dimensionen von Vorteil sein. Je nach Modell (Plug-in-Hybrid, Mildhybrid oder Verbrenner) stehen im neuen 2er Active Tourer zwischen 406 und 470 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung. Optional ist die Rückbank um 13 Zentimeter längs verstellbar. Umklappen kann man diese im Verhältnis 40:20:40. Liegen alle Sitze flach, so schluckt der Van insgesamt 1.455 Liter.

Im Cockpit wird die Technik vom E-SUV iX genutzt. Das wesentlichste Merkmal ist die flache Armaturentafel, das sogenannte BMW Curved Display. Die schwebend wirkende Armauflage mit integriertem Bedienfeld soll laut Hersteller vor allem für eine konsequente Reduzierung von Bedienelementen im Interieur sorgen. Weiters fällt ein traditioneller Schalthebel in der Mittelkonsole weg. Den neuen Van wird es ausschließlich mit 7-Gang-Steptronic-Automatikgetriebe geben. Dieses wird über einen kleinen Wippschalter in der Armauflage bedient. Der Raum unter der Armauflage wird als Stauraum genutzt, im Bereich davor ist Platz für Cupholder und eine Smartphone-Ablage. Das Mobiltelefon kann optional kabellos geladen werden. Der Touchscreen wird entweder per Hand, durch Wischen und Tippen oder auch per Sprachsteuerung bedient. Gegen Aufpreis gibt es des Weiteren ein Head-Up-Display, welches auf ein kleines Plexiglas-Schild vor der Windschutzscheibe projiziert wird.

Neue Antriebstechnologien für den 2er Active Tourer

Neben den konventionellen Verbrennern gibt es beim BMW-Van auch wieder Mild-Hybrid-Versionen. Zusätzlich wird das Motorenangebot im Sommer 2022 um zwei Plug-in-Hybrid-Modelle ergänzt. Diese sind erstmals mit der eDrive-Technologie der fünften Generation ausgestattet, die ihnen laut BMW zu einer erhöhten elektrischen Reichweite verhelfen soll. Der Plug-in-Hybrid 225e wird eine Systemleistung von 245 PS (180 kW) besitzen. Der stärkere 230e kommt auf insgesamt 326 PS (240 kW). Beide PHEV-Modelle besitzen, wie auch klassische E-Autos, den Akku im Fahrzeugboden. Bis zu 80 Kilometer sollen im reinen E-Modus damit möglich sein. Einen komplett elektrifizierten 2er Active Tourer wird es aber nach aktuellem Wissensstand nicht geben.

Der neue BMW-Van wird teurer

Noch in diesem Jahr wird mit der Produktion der Neuauflage des 2er Active Tourer in Leipzig begonnen. Ende Februar 2022 wird mit den ersten Auslieferungen gerechnet. Das neue Einstiegmodell 218i wird dann für 34.750 Euro zu haben sein. Das sind rund 6.000 Euro mehr als beim Vorgänger. Gerechtfertigt wird der Preisanstieg vor allem mit der deutlich besser ausgestatteten Basisversion des Fahrzeugs.