Mindestens zwei Fahrer können beim 24h-Rennen Nürburgring 2025 vorzeitig abreisen, weil sie bis zum Rennende um 16:00 Uhr nicht mehr zum Einsatz kommen dürfen. Zwei Amateur-Piloten ist während des Rennens die Nordschleifen-Lizenz wegen schwerer und zum Teil mehrerer Regelverstöße entzogen worden.
Der Niederländer Jan Jaap van Roon schaffte das 'Kunststück', innerhalb kurzer Zeit viermal die Geschwindigkeitsvorschriften während Code-60-Phasen zu überschreiten. Die Rennleitung notierte am Sonntagmorgen folgende Verstöße bei Van Roon, der den #927 Porsche 911 GT3 Cup von Max Kruse Racing fuhr:
- 65,8 km/h statt erlaubten 60 km/h (08:32 Uhr) - 45-Sekunden-Zeitstrafe
- 108,0 km/h statt erlaubten 60 km/h (08:42 Uhr) - 210-Sekunden-Zeitstrafe
- 106,5 km/h statt erlaubten 60 km/h (08:51 Uhr) - 200-Sekunden-Zeitstrafe
- 63,7 km/h statt erlaubten 60 km/h (09:13 Uhr) - 45-Sekunden-Zeitstrafe
Fahrer überschreitet maximale Strafpunkte bei 24h Nürburgring
Die Sportkommissare hatten danach genug und entschieden, dem Niederländer die Fahrer-DPN - also den 'Nordschleifen-Führerschein' - mit sofortiger Wirkung zu entziehen. Van Roon teilte sich den Cup-Porsche unter anderem mit dem bekannten Tourenwagen-Piloten Tom Coronel. Laut der Urteilsbegründung der Stewards habe Van Roon die maximale Anzahl an DMSB-Strafpunkten (5) überschritten. Der von der FIA mit Bronze eingestufte Fahrer bestritt in den vergangenen Jahren mehrere Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife.
Fahrer verliert Permit nach schwerem Tempolimit-Verstoß
Für den Fahrer Nils Schwenk sind die 24h Nürburgring ebenfalls vorzeitig gelaufen. Der Black-Falcon-Pilot wurde am frühen Samstagabend in einer Code-60-Zone mit zu hohem Tempo 'geblitzt'. Laut dem Schreiben der Sportkommissare sei Schwenk zu dieser Zeit 137,7 km/h mit dem #70 Porsche Cayman gefahren - demnach 77,7 km/h über dem Limit. Für den Porsche setzte es zudem eine 300-Sekunden-Zeitstrafe. Alle Fahrzeuge werden im Rennen per GPS-Signalen dauerhaft überwacht. Weitere Tempolimit-Verstöße drohen.
Teams haben in der Theorie die Gelegenheit, gegen den Entzug einer Fahrer-Permit in Berufung zu gehen. So geschehen nach dem Qualifying 1 am Donnerstag, als der Sorg-Rennsport-Pilotin Anna-Lena Binkowska zunächst die Nordschleifen-Permit entzogen worden war. Sie wurde während einer Code-60-Phase über fünf Marschall-Posten hinweg dauerhaft mit überhöhter Geschwindigkeit gemessen. Das Team legte Berufung ein, womit die Strafe offiziell ausgesetzt worden ist. Die Fahrerin darf bis zur finalen Klärung des Falles nicht im Ergebnis erscheinen.
Der Permit-Entzug gehört zu den geringeren Strafen, die im Zusammenhang mit überhöhter Geschwindigkeit ausgesprochen werden können. Eine Weitermeldung an das DMSB-Sportgericht, um etwa einen Lizenzentzug für alle Autorennen - nicht nur auf der Nordschleife - zu erwirken, wäre beispielsweise deutlich drastischer. Nach dem Verlust des 'Nordschleifen-Führerscheins' muss die betroffene Person erst einmal aussetzen und noch einmal ein E-Learning durchführen.
Warum dem amtierende DTM-Champion Mirko Bortolotti der Verlust seiner Permit droht, lest ihr in diesem Artikel:



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