24 h von Le Mans

24h Le Mans 2019: Alonso-Toyota gewinnt dramatisches Finale

Die 24h von Le Mans entscheiden sich in der letzten Rennstunde. Drama rund um den sicheren Doppelsieg von Toyota beim Langstrecken-Klassiker.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Toyota hat bei der 87. Ausgabe des 24-Stunden-Rennen von Le Mans wie erwartet einen überlegenen Doppelseig erzielt. Der Autobauer aus Japan wiederholte den Triumph aus dem Vorjahr und feierte seinen zweiten Sieg beim Langstrecken-Klassiker in Frankreich. Als Gesamtsieger überquerte wie schon 2018 der #8 Toyota TS050 von Fernando Alonso und seinen beiden Teamkollegen Sebastien Buemi und Kazuki Nakajima die Ziellinie als Erster.

Nachdem die einzigen beiden Werks-LMP1 im gesamten Feld wenig überraschend die ersten 23 Stunden des Rennens dominiert hatten, wurde es in den letzten 60 Minuten dramatisch. Der #7 Toyota von Mike Conway, Kamui Kobayashi und Jose Maria Lopez führte lange Zeit souverän vor dem Schwesterauto und sah mit gut zwei Minuten Vorsprung bereits wie der sichere Sieger aus.

Reifenschaden wirbelt alles durcheinander

Knapp eine Stunde vor dem Zieleinlauf meldete Lopez plötzlich einen Reifenschaden an seinem Rennwagen und musste die Boxengasse für einen ungeplanten Stopp aufsuchen. Nakajima im #8 TS050-Boliden nutzte das große Unglück des Argentiniers und übernahm die Führung. Diese ließ sich der Japaner bis zum Zieleinlauf um 15:00 Uhr nicht mehr nehmen. Sein Vorsprung betrug nach insgesamt 385 Runden 16,9 Sekunden Sekunden

Dass Toyota beim Finale der WEC Super Season den Vorjahressieg sowie den dritten überhaupt eines japanischen Autobauers in Le Mans wiederholen würde, daran bestand nie ein Zweifel. Gegen das einzige Werksteam und noch dazu mit einem Hybrid-Motor ausgestattet, hatten die vier privaten Teams in der Topklasse LMP1 nie auch nur den Hauch einer Chance.

Vandoorne bei Debüt auf Podium

Hinter den beiden Toyotas überquerte der #11 SMP Racing Prototyp die Ziellinie als Dritter. Der Rückstand des russischen Teams mit dem Fahrer-Trio Stoffel Vandoorne als Ersatzmann von Jenson Button, dem früheren Formel-1-Fahrer Vitaly Petrov sowie Mihail Aleshin betrug beim Zieleinlauf sechs Runden. Der viertplatzierte LMP1-Rennwagen des Schweizer Rennststall Rebellion mit Andre Lotterer, Neel Jani und Bruno Senna fuhr mit neun Runden Rückstand auf die Toyotas ins Ziel.

Wie schon im Vorjahr, hatte sich Toyota mangels echter Konkurrenz mehr auf die Zuverlässigkeit seiner Rennwagen statt auf die reine Performance konzentriert. Der Plan ging größtenteils auf: Beide TS050 waren nach dem Start aus der ersten Reihe zu keinem Zeitpunkt gefährdet, technische Schwierigkeiten traten kaum auf. Mike Conway hatte zuvor die Pole Position für den #7 Toyota erzielt.

Alonso: Letzter Sieg mit Toyota

Für Alonso war es der zweite Sieg beim 24-Stunden-Klassiker und gleichzeitig sein vorerst letzter mit Toyota. Der zweifache Formel-1-Weltmeister hatte schon im Vorfeld angekündigt, in der kommenden Saison nicht mehr mit den Japanern in der Langstrecken-WM anzutreten. Toyota geht 2019/20 ein letztes Mal mit dem TS050-Wagen an den Start, bevor zum Sommer 2020 die neuen Hypercars ihr Debüt geben sollen und damit die LMP1-Klasse ablösen.

Aufgrund der schieren Dominanz und dem enormen Vorsprung beim Kampf um den Gesamtsieg mussten die TV-Zuschauer im Gegensatz zu den 252.000 Besuchern vor Ort (am Wochenende) zu großen Teilen auf Bilder der japanischen Rennautos verzichten.

Stattdessen konzentrierte sich die Fernseh-Regie vorweg auf die Duelle in der GTE-Pro-Kategorie. Die bestplatzierten Autos lagen über weite Strecken nur wenige Sekunden voneinander entfernt und lieferten das eigentliche Spektakel in einem Rennen, das ohne größere Aufreger über die Bühne ging.

GTE-Pro: Ferrari siegt vor Porsche-Duo

In der GTE-Pro-Klasse sicherte sich der AF Corse Ferrari mit der Startnummer #51 den Sieg. Alessandro Pier Guidi, James Calado und Daniel Serra führten den Ferrari 488 GTE Evo zum Klassensieg vor den beiden Porsche mit den Startnummern #91 (Richard Lietz/Gianmaria Bruni/Frederic Makowiecki) und #93 (Patrick Pilet/Earl Bamber/Nick Tandy).

Unterdessen traten BMW mit dem M8 GTE sowie Ford mit dem Ford GT zum vorerst letzten Mal in der WEC respektive in Le Mans an. Beide Autobauer haben zum Saisonende ihren Rücktritt aus der Langstreckenserie angekündigt.


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