24 h von Le Mans

24h Le Mans 2017: Die Stimmen zum Rennen

Die 24h von Le Mans brachten auch 2017 Mensch und Material an ihre Grenzen. So erlebten die Fahrer die Hatz an der Sarthe:
von Redaktion Motorsport-Magazin.com

Die LMP1-Stimmen zum Rennen

Timo Bernhard (Porsche #2, Platz 1): "Das ist alles noch völlig surreal für mich. Als ich 1999 als Junior zu Porsche kam, habe ich mich zu träumen getraut, dass ich vielleicht irgendwann einmal die Chance bekomme, in Le Mans um den Gesamtsieg zu kämpfen und dass ich dann hoffentlich auch noch gut genug bin, um es zu schaffen. Jetzt, 18 Jahre später, ist uns das gemeinsam gelungen. Die Auslaufrunde war sehr emotional für mich. Es wird dauern, bis ich das alles begreife."

Earl Bamber (Porsche #2, Platz 1): "Ich kann es nicht fassen, dass wir dieses Rennen drehen konnten, nachdem wir eine Stunde in der Box standen und dem Feld hinterherfuhren. Brendon und Timo waren von Anfang an im LMP-Programm dabei, ihnen beiden ist dieser Erfolg genauso zu verdanken wie den Jungs in der Garage. Ohne deren Einsatz wären wir drei nicht auf die Strecke zurückgekehrt, der Sieg gehört dem Team."

Brendon Hartley (Porsche #2, Platz 1): "Le Mans ist ein verrücktes Rennen. Die Mechaniker haben sich am Samstagabend so unheimlich angestrengt und unser Auto superschnell wieder auf die Strecke gebracht. Ab dem Moment haben Timo, Earl und ich zusammen mit den Ingenieuren alles gegeben, hundert Prozent in jeder Sekunde und in der Hoffnung, dass sich dieser ganze Kraftakt doch noch lohnt."

24h Le Mans 2017: So hat Porsche das Rennen erlebt: (02:22 Min.)

Sébastien Buemi (Toyota #8, Klassenplatz 2, Gesamtplatz 9): "Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Wir haben eine Menge Punkte in der Weltmeisterschaft verloren und daran denkt man zuerst, wenn einem der Sieg entgleitet. Hoffentlich haben wir noch eine Chance um den Titel zu kämpfen. Ich möchte mich beim Team bedanken, vor allem bei den Mechanikern, die so hart gearbeitet haben und es tut mir so leid für jeden. Alles, was wir jetzt tun können, ist, uns auf den Rest der Saison zu konzentrieren."

Anthony Davidson (Toyota #8, Klassenplatz 2, Gesamtplatz 9): "Es ist enttäuschend, am Ende für nichts viele Runden in einem so guten Auto zu fahren. Daran musste ich gegen Ende des Rennens denken, als ich schnelle Zeiten fuhr und den anderen näherkam. Aber der Rückstand war nach unserem Problem einfach zu groß. Einmal mehr hat Porsche einen super Job gemacht. Wir werden nicht aufgeben – das haben wir demonstriert, indem wir mit einem so starken Wagen hierhergekommen sind und das gibt mir Zuversicht, dass wir es eines Tages schaffen werden."

Kazuki Nakajima (Toyota #8, Klassenplatz 2, Gesamtplatz 9): "Es war ein hartes Rennen für das ganze Team, wie das hier ja immer so ist. Mir fehlen die Worte, wir müssen es nächstes Jahr eben wieder versuchen. Das Auto war gut, der Speed auch, aber irgendetwas fehlte. Trotz all der harten Arbeit und der Vorbereitung sind wieder so viele Dinge passiert. Es war einfach nicht genug. Nächstes Jahr müssen wir uns noch besser vorbereiten und noch härter kämpfen."

Der 8er-Toyota kam durch - Foto: Toyota

Neel Jani (Porsche #1, DNF): "Wir hätten das Auto am liebsten ins Ziel getragen, aber es hat nicht sein sollen. Mental waren die Stints ohnehin sehr hart. Denn sobald man nicht am Limit fährt, gehen einem viel zu viele Gedanken durch den Kopf. Im vergangenen Jahr hatten wir das Glück auf unserer Seite. In diesem Jahr nicht."

André Lotterer (Porsche #1, DNF): "Ich war bis kurz vor Sonnenaufgang und dann wieder ab kurz vor elf im Auto. Wir waren sehr konservativ unterwegs. Plötzlich fiel der Öldruck. Der Ausfall ist hart. So ist Le Mans."

Nick Tandy (Porsche #1, DNF): "Es gab so viele Zwischenfälle in diesem Rennen, das ist einfach unglaublich. Die Strecke war übersäht mit kleinen Splittern. Es war anstrengend, allem auszuweichen, um einen Plattfuß zu vermeiden. Und ich habe wie noch nie ins Auto hineingehört."

24h Le Mans 2017: Die Highlights des Rennens: (10:23 Min.)

Mike Conway (Toyota #7, DNF): "Es begann gut, wir waren schnell und hatten von der Spitze weg alles im Griff. Dann bekamen wir unglücklicherweise ein Problem, welches uns aus dem Rennen warf. Dass es aber so schnell ging, war nur schwer mitanzusehen. Es war sehr schade und dass auch die anderen TOYOTAS in Schwierigkeiten gerieten ist wahnsinnig enttäuschend. Wir hofften, dass wenigstens einer von uns ganz oben auf dem Podium stehen würde, aber es sollte nicht sein."

Kamui Kobayashi (Toyota #7, DNF): "Das ist alles sehr enttäuschend. Ich dachte, das wird unser Tag, denn wir waren schnell und merkten, dass wir das Geschehen kontrollierten. Wieder einmal mussten wir erfahren wie schwer es ist, in Le Mans zu siegen. Meinen großen Dank an das Team, das soviel Arbeit investiert hat. Es geht nicht nur um Geschwindigkeit, denn die hatten wir, konnten aber am Ende nicht gewinnen. Nun müssen wir eben nächstes Jahr wiederkommen und um den Sieg fahren."

Stéphane Sarrazin (Toyota #7, DNF): "Es ist unfassbar. Wir hatten so ein gutes Auto, die ganze Woche waren wir beeindruckt von seiner Balance und der Leistung. Das Team hat im Winter großartig gearbeitet, darum ist es so unglaublich, dass hier alle drei Wagen aus dem Spiel waren. Es scheint geradezu unmöglich. Aus irgendeinem Grund konnten wir das Rennen nicht zu unseren Gunsten entscheiden. Es ist ein sehr anstrengendes Rennen, was man auch daran erkennt, dass der Porsche #1 ausfiel – jedes Auto muss hier 24 Stunden lang ans Limit gehen. Wir geben nie auf und werden gestärkt zurückkommen. Wir müssen einfach daran glauben."

Nicolas Lapierre (Toyota #9, DNF): "Es war ein schweres Rennen für uns mit einer Menge Pech. Zu Beginn hatten wir ein paar kleinere Probleme die uns Geschwindigkeit gekostet haben, aber dann waren wir auf Rang zwei und gut im Rennen. In Kurve eins wurde ich hinten von einem LMP2-Fahrzeug getroffen, das gerade aus der Box kam. Ich konnte absolut nichts machen. Das alles geschah zu Beginn der Runde, darum war es unmöglich, den Weg zurück zur Box zu schaffen. Es ist sehr, sehr enttäuschend."

Yuji Kunimoto (Toyota #9, DNF): "Mein erstes Rennen in Le Mans war hart und enttäuschend. Bis wir das Problem bekamen, hatte ich viel Freude und wir sahen wirklich gut aus. Als ich dann sah, dass das Auto anhalten musste, war ich furchtbar enttäuscht, denn das ganze Team hatte so hart gearbeitet, um für das Rennen bereit zu sein. Das Team und meine Teamkollegen haben einen fabelhaften Job gemacht und dafür danke ich ihnen. Ich wollte ein gutes Resultat für sie erzielen, aber es ist ein sehr schwieriges Rennen. Jetzt möchte ich einfach zurückkehren, um wieder in Le Mans fahren."

José María López (Toyota #9, DNF): "Als wir hierherkamen, wussten wir, dass es ein grausames Rennen ist. Es steckt eine Menge Arbeit drin und wir sind mit viel Selbstvertrauen gekommen. Wir haben eine starke Vorstellung gezeigt und dann erleben wir so etwas. Im Moment denke ich nur darüber nach, im nächsten Jahr noch stärker zurückzukommen. Wir werden im Rennen kämpfen und zeigen, dass wir stark genug dafür sind. Ich bin stolz auf jeden im Team – auf die Mechaniker, die Ingenieure und auf meine Teamkollegen. Sie haben fantastische Arbeit geleistet und ich muss mir nichts vorwerfen."

Die GTE-Pro-Stimmen zum Rennen

Aston Martin gewann in der GTE-Pro-Kategorie - Foto: Aston Martin

Darren Turner (Aston Martin #97, Platz 1): "Nach den Vorbereitungen sah es nach einem epischen Kampf aus und genau das war es von Anfang an. Ich muss sagen, dass Jonnys letzter Stint außergewöhnlich war und Daniels Pace war großartig, wenn man bedenkt, dass er zum ersten Mal in Le Mans ist. Das Team hat über Nacht einen außergewöhnlichen Job gemacht, und was für ein Gefühl, ich bin so stolz auf dieses Team. Es war eine großartige Teamleistung und schön, ganz oben zu stehen. Schade, dass nicht das ganze Team dabei war auf einem Podium, das eines der schönsten meiner Karriere war. Für mich persönlich war es das härteste Le Mans und der süßeste Sieg."

Jonathan Adam (Aston Martin #97, Platz 1): "Die Jungs sind gut gefahren, wir haben keine Fehler gemacht und haben unser Bestes gegeben, um das Auto möglichst von der Box fernzuhalten. Der letzte Stint war extrem hart, wir hätten die Corvette in der letzten Stunde fast schon am Boxenausgang gepackt. Dann konnte sie eine Führung von sechs bis acht Fahrzeuglängen herausfahren, aber wir wollten nicht aufgeben. Sie sah in einigen Kurven schwach aus und ich wusste, dass ich daraus Kapital schlagen muss. Als ich wieder dran war, wusste ich: Jetzt oder nie, wenn ich in Le Mans gewinnen möchte."

Daniel Serra (Aston Martin #97, Platz 1): "Ich habe keine Worte, um meine Gefühle zu beschreiben. Das war mein erstes Mal in Le Mans. Von der Pole zu starten war schon unglaublich, dann noch der Rennrundenrekord und schließlich der Sieg in der letzten Runde, unfassbar. Ich bin Aston Martin Racing so dankbar für ihr Vertrauen in mich, einen Rookie der zum ersten Mal in Le Mans ist. Auch bei Jonny und Darren möchte ich mich für all ihre Hilfe und Unterstützung bedanken."

Andy Priaulx (Ford #67, Platz 2): "Was für ein atemberaubendes Rennen. Wir sind fehlerlos gefahren und die Boxenstopps klappten perfekt. Die Jungs bei Ford Chip Ganassi Racing verdienen eine Medaille. Wir hatten in jeder einzelnen Runde, bei jedem Stopp, in jedem Moment dieser 24 Stunden um unsere Position zu kämpfen. Es musste alles passen - und das hat es."

Andy Priaulx, Harry Tincknell und Luis Felipe Derani nahmen für Ford einen Pokal mit nach Hause - Foto: Ford

Richard Lietz (Porsche #91, Platz 4): "Es ist hart, wenn du alles gibst und am Ende mit leeren Händen dastehst. Unser 911 RSR funktionierte in den Kurven wie erwartet sehr gut, verlor bei den hohen Temperaturen jedoch auf der Geraden Zeit gegenüber der Konkurrenz. Das ganze Team hat ein riesiges Dankeschön verdient, denn die Vorbereitung für Le Mans war extrem hart. Unsere Mechaniker haben wirklich alles gegeben. Es war ein spannendes Rennen und ich hoffe, dass wir im nächsten Jahr um einen Podiumsplatz mitfahren können. Der vierte Platz in diesem Jahr ist akzeptabel, das gibt wichtige Punkte für die Weltmeisterschaft, und da sieht es ganz gut für uns aus."

Frédéric Makowiecki (Porsche #91, Platz 4): "Es war ein gutes Rennen. Das ganze Team hat toll gearbeitet. Wir haben wirklich alles versucht, um auf das Podium zu kommen. Leider hat es nicht ganz gereicht. Die 24 Stunden von Le Mans waren trotzdem wieder ein einzigartiges Erlebnis."

Patrick Pilet (Porsche #91, Platz 4): "Es war ein hartes, schwieriges Rennen. Wir haben alles gegeben und können uns nichts vorwerfen. Von unserer Seite aus war es ein perfektes Rennen. Die Fahrer haben auf der Strecke keine Fehler gemacht und das Team hat uns toll unterstützt. Unser 911 RSR hat auf dieser anspruchsvollen Strecke gut funktioniert. Wir sind während des gesamten Rennen nur in die Box gefahren um zu tanken und Reifen zu wechseln. Das Podium wäre ein tolles Resultat für das Team gewesen, aber es hat nicht sollen sein. Wir kommen nächstes Jahr noch stärker zurück."

Der 91er Porsche erreichte als Vierter das Ziel - Foto: Porsche

Davide Rigon (Ferrari #71, Platz 5): "Wir hatten von Anfang an kein Glück. Am Start haben wir eine Position verloren und dann gab es einige Kleinigkeiten, die unser Rennen so schwierig gemacht hatben. Zwei Mal hat eine Slow Zone gestartet, als wir direkt hineingefahren sind, damit haben alle vor uns jedes Mal 15 Sekunden gewonnen. Dann hatten wir noch eine Durchfahrtsstrafe und einen Reifenschaden. Das einzig Gute sind die WM-Punkte."

Sam Bird (Ferrari #71, Platz 5): Mit dem Ergebnis sind wir nicht zufrieden. Wir haben erwartet, konkurrenzfähiger zu sein. Auf den Geraden haben uns die Aston Martin, aber auch andere Autos, zu einfach überholt. So mussten wir immer am äußersten Limit pushen und die Folge waren Fehler wie meine in Sachen Track Limits zu Beginn des Rennens."

Miguel Molina (Ferrari #71, Platz 5): "Das Ergebnis kann uns offensichtlich nicht zufrieden stellen, denn ein Ferrari geht normalerweise auf die Strecke, um zu siegen. Von meiner Seite her bin ich glücklich, mein erstes 24-Stunden-Rennen und gleichzeitig mein erstes Rennen in der GTE-Pro-Kategorie absolviert zu haben."

Dirk Müller (Ford #68, Platz 6): "Herzlichen Glückwunsch an die Kollegen für Platz zwei. Wir wissen, wie gut sich ein Podestplatz hier anfühlt. Bei uns passierte einfach zu viel, um ganz vorn zu landen. Joey Hand fuhr genau wie Tony Kanaan, der so kurzfristig ins Team gekommen war, großartig. Tony war vom ersten Moment an schnell und gab alles fürs Team."

Dirk Müller wurde mit dem 68er Ford Sechster - Foto: Ford

Michael Christensen (Porsche #92, DNF): "Das war ein unglaublich hartes Rennen. Wir waren die ganze Zeit am Limit und mussten viel riskieren, um gegen die starke Konkurrenz bestehen zu können. In der Schikane habe ich ein bisschen zu viel riskiert. Schade, denn unser 911 RSR hat gut funktioniert und wir waren vorne mit dabei. Es tut mir leid für das ganze Team, das uns toll unterstützt hat."

Kévin Estre (Porsche #92, DNF): "Le Mans ist das härteste Autorennen der Welt. Das haben wir in diesem Jahr wieder gesehen. Wenn du bei einem Rennen nicht ins Ziel kommst, tut das immer weh. Doch in Le Mans schmerzt es besonders."

Dirk Werner (Porsche #92, DNF): "Wir sind im Verlauf des Rennens immer besser in Schwung gekommen. Über weite Strecken lagen wir sogar an der Spitze. Schade, dass wir es nicht ins Ziel geschafft haben. Als Rennfahrer muss man mit Ausfällen leben. Wir werden jedoch hart arbeiten, um im nächsten Jahr umso stärker zurückzukommen."


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