24 h von Le Mans

Wackelt der Sieg des Ford GT? - Proteste und Strafen: Großer Ärger im GT-Sektor

Ford und Ferrari haben nachträglich Zeitstrafen kassiert. Besonders brisant: Womöglich war der Ford GT schneller als erlaubt. Hersteller und Verbände beraten.
von Yannick Bitzer

Motorsport-Magazin.com - In Le Mans herrscht dicke Luft zwischen den verschiedenen GT-Lagern; die Sportkommissare haben nach Protesten gleich mehrere nachträgliche Strafen verteilt, weitere Fälle werden gar noch untersucht. Bisher erwischt hat es sowohl den siegreichen Ford GT als auch den zweitplatzierten Risi-Ferrari. Beiden Nennungen kassierten Zeitstrafen, was jedoch die Rangfolge nicht veränderte – Joey Hand, Dirk Müller und Sébastien Bourdais sind weiterhin die GTE-Pro-Sieger der diesjährigen 24 Stunden von Le Mans.

Dem Trio um die Startnummer 68 sind nach dem Rennen insgesamt 70 Sekunden aufgebrummt worden, und zwar aus zweierlei Gründen: Zum einen war man in einer Gelbzone zu schnell (maximal 80 km/h), zum anderen wurden die Raddrehzahlsensoren am Auto für fehlerhaft befunden. Zum Glück für die Blauen sind auch die Zweitplatzieren geahndet worden: 20 Sekunden und 5.000 Euro Bußgeld gab's für Giancarlo Fisichella, Toni Vilander und Matteo Malucelli wegen Missachtens der sogenannten Spiegeleiflagge, welche zur Behebung eines Defekts an die Box beordert.

Gut 20 Minuten vor Schluss war die Risi-Mannschaft dazu angehalten worden, die seitlichen Positionsleuchten am Ferrari zu reparieren, doch die Teamführung ignorierte die Anweisung seitens der Rennleitung. Fisichella und seine Kollegen handelten sich damit eine Durchfahrtsstrafe ein, doch der Kommandostand beließ die Nummer 82 weiter auf der Strecke, sodass man nun eben nach dem Rennen bestraft wurde. Bei der Zieldurchaft trennten Ford und Ferrari genau 60 Sekunden.

Krisensitzung in Le Mans

Wenngleich das Resultat bisher keine Verschiebungen erfahren hat: Ford droht weiterhin Ärger. Mehreren Quellen zufolge soll Ferrari einen zusätzlichen Protest eingereicht haben, der sich auf das Performance-Fenster der GTE-Pro-Fahrzeuge bezieht. Die sogenannte Sieben-Prozent-Regel besagt, dass die Leistungsdifferenz zwischen LMP2 und GTE Pro stets mindestens sieben Prozent betragen muss. Sollte der Ford GT in Relation zu den kleineren Prototypen also zu schnell gewesen sein, hätte man gegen das technische Regelwerk verstoßen.

Herstellervertreter und Teamchefs sowie die beiden Verbände FIA und ACO sollen zur Stunde bereits über den Fall beraten. Motorsport-Magazin.com wird berichten.


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