Formel 1 - Vettel: Mit neuen Teilen zum Malaysia-Sieg

Trend der zweiten Saisonhälfte: Steil bergauf

Sebastian Vettel kehrt an den Ort seines ersten Ferrari-Triumphs zurück. Er rechnet sich auch in diesem Jahr Siegchancen in Malaysia aus.
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Es sind ungewöhnliche Rechenübungen, die Sebastian Vettel am Donnerstag des Malaysia GPs machen muss. Im vergangenen Jahr holte der viermalige Weltmeister auf dem Sepang International Circuit seinen ersten Sieg mit Ferrari. "Aber es war nicht vor einem Jahr, sondern vor anderthalb", verbessert Vettel die Journalisten schnell. 2015 war Malaysia noch das zweite Rennen der Saison, in diesem Jahr ist Malaysia Nummer 16.

"Ich bin Deutscher", scherzt Vettel. "Da müsste ich jetzt aber auch die genauen Tage wissen..." 550 Tage liegt Vettels erster Ferrari-Sieg zurück. Es war der erste von bislang drei Erfolgen. Doch der letzte dieser drei Erfolge liegt inzwischen mehr als 365 Tage, also mehr als ein Jahr, zurück. Trotzdem ist Vettel deutlich besser gelaunt als noch vor einigen Wochen. Grund: der jüngste Trend.

"Wir hatten einen relativ holprigen Start in die Saison, wo nicht alles perfekt und rund gelaufen ist", gesteht Vettel. "Der Trend in den Rennen nach der Sommerpause war aber deutlich besser. Wenn wir diesen Trend der letzten zwei, drei Rennen aufrechterhalten, wäre es ein guter Abschluss der Saison."

Hätte Vettel in Singapur gewinnen können?

Vettel war in Singapur lange Zeit der schnellste Fahrer im Rennen - Foto: Sutton

Obwohl vor zwei Wochen zunächst alles gegen Vettel lief. Singapur, der letzte GP, den Vettel und Ferrari gewinnen konnten, sollte eigentlich die größte Chance sein, den so heiß ersehnten ersten Saisonsieg einzufahren. Doch im Qualifying ging an Vettels Auto der Stabilisator kaputt, Startplatz 22 beim Hoffnungs-GP.

Doch Vettel arbeitete sich im Rennen von ganz hinten vor auf Rang fünf. Verstappen, der von vier gestartet war, nahm er im Rennen mehr als 50 Sekunden ab. Die Berechnungen der Konkurrenz ergaben, dass Vettel das Rennen hätte gewinnen können, wäre er auf einem 'normalen' Platz gestartet. "Ich bin aber nicht auf Platz vier gestartet in Singapur... Singapur ist vorbei, wir können lange darüber reden, was wäre... Aber das ist egal", wiegelt Vettel ab.

Trotzdem ist der Trend positiv. Ferrari konnte wieder mit Red Bull Schritt halten - was vor der Sommerpause schwer fiel. Für Sepang hat Vettel die nächste Attacke im Kampf um Platz zwei bei den Konstrukteuren angekündigt. Aktuell liegt Ferrari 15 Punkte hinter Red Bull. "Malaysia ist ein guter Ort für uns, die heißen Bedingungen haben uns im letzten Jahr gelegen. Wir probieren hier ein paar Teile, die gut für die Performance sein sollten."

Vettel nahm den neuen Asphalt in Sepang schon unter die Lupe - Foto: Shell

Welche Teile genau ausprobiert werden sollen, lässt Vettel allerdings offen. Die Änderungen an der Strecke sind aber auch für den Vorjahressieger eine Unbekannte. Der neue Asphalt sollte sich durch die dunklere Farbe stärker erhitzen. "Allerdings fühlt es sich bislang noch nicht so heiß an", wirft Vettel ein. "Aber höhere Asphalttemperaturen könnten zu anderen Reaktionen von Auto und Reifen führen. Es gibt viele Variablen."

Vettel: Können überall gewinnen

Trotz der übermächtigen Konkurrenz von Mercedes schreibt Vettel kein Rennen ab: "Es gibt immer eine Chance, zu gewinnen. Ich bin in Singapur als Letzter gestartet und keiner wusste, was man da noch erwarten konnte. Wenn das Safety-Car zu einer anderen Phase des Rennens kommt, wird es ein komplett anderes Rennen. Sogar noch besser - oder andersrum. Es können am Sonntagnachmittag immer viele Dinge passieren - darum sind wir hier."

Für die restlichen sechs Saisonläufe schickt Vettel eine Kampfansage Richtung Silberpfeile: "Wenn ich am Grid stehe, glaube ich immer an eine Chance, gewinne zu können. Natürlich: Je weiter vorne du stehst, desto besser sind deine Chancen. Es bleiben noch sechs Rennen und wir wollen bei allen gut sein und idealerweise bei allen alle schlagen. Das ist ambitioniert, aber wir schauen von Rennen zu Rennen."


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