Für BMW steht das derzeitige Rennwochenende ganz im Zeichen der Tourenwagen-Weltmeisterschaft. In der Motorsport Arena Oschersleben bestreitet der Münchner Hersteller sein Heimspiel in der WTCC und will dort erneut glänzen. Nach den Erfolgen von Augusto Farfus sieht es in der Gesamtwertung dabei gar nicht mehr so schlecht aus: der Brasilianer hat nur sechs Zähler Rückstand auf Tabellenführer Yvan Muller.

"Es war gut, so viele Punkte auf die Tabellenspitze aufzuholen, nachdem wir erst Boden verloren haben. Die zwei letzten Siege haben mir ein gutes Gefühl und viel Energie gegeben. In der Sommerpause habe ich weitere Kraft tanken können, jetzt kann ich in Oschersleben wieder voll angreifen", berichtet Augusto Farfus vor dem Einsatz in der Magdeburger Börde.

Im vergangenen Jahr machte Farfus in Oschersleben eine gute Figur, konnte er doch das erste Rennen mit über sieben Sekunden Vorsprung auf Rob Huff gewinnen. "Als wir in die Saison gestartet sind, war es immer das Ziel, das Beste herauszuholen. Dieses Jahr scheint es noch schwerer zu werden, schon seit dem ersten Rennen wird sehr hart gekämpft. Man muss sich ja nur einmal ansehen, wie viele Punkte wir jetzt schon auf dem Konto haben. Jede Nullrunde gleicht einem Genickbruch. Wir arbeiten und fokussieren uns auf unser Ziel, die Meisterschaft - darin stecken wir unsere gesamte Energie", so Farfus.

Motorsport und Stallorder?

Augusto Farfus kann sich auf seine Mannschaft verlassen, Foto: Sutton
Augusto Farfus kann sich auf seine Mannschaft verlassen, Foto: Sutton

Auf die Unterstützung seiner Teamkollegen kann sich der Brasilianer jedenfalls verlassen. Schon in Porto machten Jörg Müller und Andy Priaulx bereitwillig Platz, um Farfus für Lauf zwei eine Chance auf den Sieg zu gewähren. "Die Entscheidung in Porto war eine große Unterstützung für mich, denn so konnte ich das zweite Rennen gewinnen und den Rückstand auf Yvan verkürzen. Jetzt liege ich nur noch sechs Punkte zurück, so schlecht kann die Entscheidung also nicht gewesen sein", findet der BMW-Pilot.

Dass die Stallorder in der WTCC nicht mehr explizit verboten ist, scheint Farfus wohl nicht zu stören. "Teamorder spielt im Hochleistungssport eine wichtige Rolle. Absprachen im Team gibt es fast in jeder Sportart, nur Fußball muss man wahrscheinlich ausschließen", sagt der 26-Jährige. "elbst bei Marathon-Läufen gibt es Tempomacher, die nur dafür da sind, einen bestimmten Athleten zu unterstützen. Sie haben eine Aufgabe und wenn sie keine Kraft mehr haben, steigen sie aus." Es bleibt abzuwarten, wer in der WTCC den längsten Atem hat.

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