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Privat-Comeback von Volkswagen in der WRC: Rivalen skeptisch

Kommt der 2017er VW Polo R WRC in dieser Saison zum Einsatz? Darüber diskutierten Hersteller und FIA vor dem Start der Rallye Monte Carlo.
von Annika Kläsener

Motorsport-Magazin.com - Vor dem Start der Rallye Monte Carlo am Donnerstagabend tagten die vier Hersteller Hyundai, Citroen, Ford (M-Sport) und Toyota gemeinsam mit der FIA. Das Thema auf der Tagesordnung: Eine Homologation des 2017er Volkswagen Polo R WRC. Die Wolfsburger hatten im November ihren Rückzug aus der WRC bekannt gegeben. Dennoch gibt es Bestrebungen, den fertig entwickelten Polo in der WRC einzusetzen - mit Hilfe eines Privatteams. Wer das Projekt finanzieren würde, ist unklar.

Die Homologation ist dabei nur eine der Hürden. Das Reglement schreibt vor, dass nur Hersteller 2017er Boliden einschreiben dürfen. Sprich: Ein Privatier kann zwar ein 2017er Auto fahren - so wie es Mads Östberg und Martin Prokop tun werden - die Einschreibung muss jedoch der Hersteller übernehmen.

Eine Realisierung des Projekts ist aktuell wenig aussichtsreich. Alle vier Hersteller müssten einer verspäteten Homologation des Polos zustimmen. Genau das wollten sie in Monte Carlo (noch) nicht tun. "Das Meeting war positiv, die Atmosphäre war gut", berichtete FIA-Rallyedirektor Jarmo Mahonen gegenüber Autosport. Die Hersteller äußerten jedoch Bedenken, die Mahonen wiederum an Volkswagen weitergeben wird.

So wie das Reglement im Moment geschrieben ist, ist es nicht möglich.
Michel Nandan

Der entschiedenste Gegner des Projekts ist Hyundai-Teamchef Michel Nandan. "So wie das Reglement im Moment geschrieben ist, ist es nicht möglich", zeigte er auf. "Ich habe nichts gegen Volkswagen, aber für mich ist es etwas merkwürdig, dass diese große Entscheidung [des Rückzugs] kam und dann müssen sie auf einmal das Auto homologieren lassen." Nandan befürchtet, dass durch eine Sonderbehandlung das Reglement ausgehöhlt werden würde.

Volkswagen steigt aus der WRC aus: Die Folgen: (03:33 Min.)

Citroen-Teamchef Yves Matton hingegen ist nicht grundsätzlich abgeneigt, besteht jedoch auf mehr Informationen. "Wir müssen wissen, wer fährt, bei welchen Rallyes und wie die Auflagen im Vergleich zu unseren aussehen", meinte er. "Vielleicht müssen wir uns die Regeln zur Einschreibung in die Meisterschaft noch einmal ansehen, aber wir müssen das richtig machen und nicht in einer 30-minütigen Besprechung."

Wenn es nach Matton und auch Toyota-Teamchef Tommi Mäkinen geht, sind mehr Autos gut für die Meisterschaft - allerdings nur, wenn sie wirklich einen Mehrwert bringen. FIA-Rallyedirektor Mahonen versteht die Bedenken der Hersteller und unterstrich den Unterschied zwischen dem aktuellen Vorhaben und den Privateinsätzen von Citroen in der vergangenen Saison. "Citroen hatte beschlossen, zurückzukommen, aber Volkswagen hat das nicht", betonte er.


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