WRC

Die Stimmen der WRC-Fahrer nach der Rallye Großbritannien

Volkswagen jubelt über den Hersteller-Titel, Hyundai über den ersten Podestplatz in Wales. Aber es sind nicht alle zufrieden. Die Reaktionen der Fahrer.

Motorsport-Magazin.com - Sebastien Ogier, Volkswagen, Sieger: Dieser Sieg ist fantastisch. Ich freue mich so sehr, damit für unser großartiges Team den Hersteller-Titel klargemacht zu haben. Es war ein hartes Stück Arbeit, den Vorsprung bei diesen extrem rutschigen Bedingungen hier in Wales ins Ziel zu bringen. Ott Tänak hat viel Druck gemacht, sodass Julien und ich während des ganzen Wochenendes ans Limit gehen mussten. Aber wir haben es geschafft. Im Rückblick ist es eine unglaubliche Reise, die wir alle zusammen in diesen vier Jahren zurückgelegt haben. Es ist definitiv etwas Besonderes, so eine Erfolgsserie hinzulegen - vor allem im Motorsport, wo so viele verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Und ich bin sehr glücklich, dass ich mich damals für Volkswagen entschieden habe, als noch niemand wusste, wohin das WRC Abenteuer uns führen würde.

Ott Tänak, DMACK WRT, Platz 2: Ich möchte mich einfach bei meinem Team und den Jungs von DMACK bedanken. Sie haben mir ein fantastisches Auto zur Verfügung gestellt. Unsere Startposition war nicht großartig, aber wir haben von den super Reifen und dem guten Auto profitiert. Ich freue mich wirklich schon aufs nächste Jahr.

Thierry Neuville, Hyundai, Platz 3: Es war ein wirklich schönes Wochenende für uns. Das Team hat unglaubliche Arbeit geleistet und wir hatten ein gutes Auto für diese kniffligen Prüfungen. Wir hatten nicht die Pace für den Kampf um den Sieg, dennoch bin ich mit dem Podestplatz zufrieden. Ein Bonuspunkt auf der Power Stage war eine nette Zugabe, auch wenn wir nicht dafür gepusht haben. Die Bedingungen an diesem Wochenende waren wie üblich herausfordernd, aber wir haben unseren Fokus aufrecht erhalten und gute Pace gefunden, wenn es darauf ankam. Es ist schön, das erste Wales-Podium des Teams einzufahren und unseren Lauf an positiven Ergebnissen fortzusetzen. Besonders erfreulich ist es, dass ich klar Position zwei in der Fahrermeisterschaft bezogen habe. Unser Ziel lautet nun, die Saison in Australien positiv abzuschließen.

Hayden Paddon, Hyundai, Platz 4: Wir hatten ein hartes Wochenende, daher ist Platz vier nicht allzu schlecht. Wir befanden uns in einem engen Kampf mit Thierry um den letzten Podestplatz, aber wir konnten ihn nicht wirklich unter Druck setzen. Wir konnten nur die Lücke so klein wie möglich halten, um ihn daran zu erinnern, dass wir noch da sind. Aber er hielt dem stand. Zum zweiten Mal in Folge sind wir knapp am Podest vorbei geschrammt. Dennoch können wir viel Positives aus diesem Event mitnehmen. Wir wissen, dass es Bereiche gibt, in denen wir uns bei diesen Bedingungen verbessern können. Ich musste dieses Wochenende daran arbeiten, meinen Fahrstil zu verbessern. Diese Erfahrung wird für die Zukunft hilfreich sein. Wir blicken nun mit positivem Elan und einer guten Startposition auf Australien voraus.

Kris Meeke, Citroen, Platz 5: Wir hatten eine fantastische Saison. Es war in Hinblick auf 2017 sehr wichtig für mich, weiterhin an Rallyes teilzunehmen. Wir haben in Portugal und Finnland gewonnen, aber unser Performance-Level war auch in Monte Carlo, Schweden und Korsika sehr hoch. Ich habe hier in Wales mein Bestes versucht und bin bei diesen Bedingungen zufrieden mit meiner Leistung. Es ist das Ende einer sehr besonderen Periode für mich, da mich die vergangenen drei Jahre dazu befähigt, nun auf dem höchsten Level zu fahren. Ich kann es kaum erwarten, bis die nächste Saison losgeht.

Sordo erlebte eine Rallye Wales zum Vergessen - Foto: Sutton

Dani Sordo, Hyundai, Platz 6: Es war wirklich ein Wochenende zum Vergessen für uns. Wir haben es nicht geschafft, auf diesen rutschigen Prüfungen einen Rhythmus zu finden und uns fehlte an allen Tagen das Selbstvertrauen. Unser Ziel am Vormittag lautete, das Auto nach Hause zu bringen und ein paar Punkte einzufahren, was wir zum Glück ohne Probleme geschafft haben. Wir müssen uns hinsetzen und analysieren, warum wir nicht die Art von Pace wiederholen konnten, die wir bei anderen Events in dieser Saison hatten. Ich habe mein absolut Bestes gegeben, aber nichts, was wir getan haben, hat wirkliche Verbesserungen gebracht. Ich bin fest entschlossen, in Australien zurückzuschlagen.

Jari-Matti Latvala, Volkswagen, Platz 7: Isoliert betrachtet haben wir heute unseren Tagesauftrag erfüllt, Östberg überholt und die Rallye auf Gesamtrang sieben beendet. Insgesamt haben wir uns natürlich mehr vorgenommen für das Wochenende und sind nicht zufrieden mit der Platzierung. Andererseits hat sich Volkswagen durch den Sieg unserer Teamkollegen Sebastien Ogier den vierten Hersteller-Titel in Folge gesichert. Das ist natürlich ein großartiger Erfolg für das ganze Team hier vor Ort und in der Zentrale in Hannover. Beim letzten Lauf in Australien werden wir trotzdem noch mal angreifen, um unsere individuelle Saison-Bilanz etwas positiver zu gestalten.

Seine Hand war geschwollen und er benahm sich sehr seltsam - er verlor sogar auf den Prüfungen den Fokus, was gar nicht typisch für Ola ist!
Mads Östberg

Mads Östberg, Ford, Platz 8: Ich habe das Gefühl, dass wir gut gefahren sind und einen guten Rhythmus hatten. Aber aus irgendwelchen Gründen kamen die Zeiten nicht. Wir hatten am Samstag auch einen sehr merkwürdigen Moment, als es so aussah, als wäre Ola [Floene; Beifahrer] von einer Schlange gebissen worden! Ich weiß nicht sicher, ob es das war, aber die Symptome waren sehr ähnlich zu denen bei einem Schlangenbiss. Seine Hand war geschwollen und er benahm sich sehr seltsam - er verlor sogar auf den Prüfungen den Fokus, was gar nicht typisch für Ola ist! Zum Glück haben wir ihn zum Arzt gebracht und nach etwas Medizin und einer kleinen Pause fühlte er sich viel besser. Er war am Finaltag wieder auf der Höhe und wir haben ein paar ermutigende Zeiten erzielt. Wir hoffen aber, dass wir in Australien viel näher an der Spitze mitkämpfen können.

Stéphane Lefebvre, Citroen, Platz 9: Ich bin zufrieden, dass ich ohne Fehler ins Ziel gekommen bin. Auf der dritten Etappe habe ich einen guten Rhythmus gefunden. Wir hatten erneut das Setup verändert und es machte einen Unterschied. Durch die gestiegene Traktion habe ich mich sofort sicherer hinter dem Steuer gefühlt. Mit einer besseren Startposition setzte ich einige gute Zeiten und war etwas näher an Kris [Meeke] dran. Ich bin sehr erleichtert darüber, denn ich war gestern schon etwas besorgt, so weit weg von der Pace der Spitze zu sein.

Eric Camilli war nicht ganz zufrieden mit seiner Performance - Foto: Sutton

Eric Camilli, Ford, Platz 10: Der Zeitverlust am ersten Tag war schade, aber wir können mit diesem Wochenende zufrieden sein. Das Ziel lautete, für nächstes Jahr Erfahrungen zu sammeln und das haben wir getan - wir haben den Aufschrieb angepasst und gelernt, wo man auf diesen kniffligen Prüfungen Zeit gutmachen kann. Wenn wir uns wohlfühlten, haben wir härter gepusht und es war gut zu sehen, dass wir mit den Zeiten von Mads [Östberg], Dani [Sordo] und Kris [Meeke] mithalten konnten.

Andreas Mikkelsen, Volkswagen, Platz 12: Ich freue mich sehr für unser Volkswagen Team, dass wir wieder gemeinsam Weltmeister in der Hersteller-Wertung geworden sind. Das ist absolut verdient und ich bin froh, hier und da etwas dazu beigetragen zu haben. Natürlich bin ich für mich persönlich insgesamt über den Ausgang der Rallye Großbritannien enttäuscht. Wir wollten hier einen Zweikampf mit Thierry Neuville um Rang zwei in der Meisterschaft führen, doch dazu ist es leider nicht gekommen. Eine Antriebswelle war am Freitag beschädigt und wir haben viele Minuten dadurch verloren. Wirklich schade, aber das ist Motorsport, das kann passieren. Wir haben uns deshalb voll auf die Powerstage konzentriert und haben wirklich alles gegeben. Mehr als zwei Punkte waren nicht drin. Wir werden also in Australien alles geben müssen, um weiter um Rang zwei in der WM zu kämpfen. Genau das haben wir vor.


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