WRC

Rallye Großbritannien: Die Stimmen der WRC-Piloten vor dem Finaltag in Wales

Die Bedingungen in den walisischen Wäldern zeigten sich an Tag 2 der Rallye Großbritannien nur wenig freundlicher als zum Auftakt. Die Reaktionen der Fahrer.

Motorsport-Magazin.com - Sebastien Ogier, Volkswagen, Führender: Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit unserem Tag. Es hätte für Julien und mich kaum besser laufen können. Wir haben voll attackiert und versucht, das Maximum aus unserer Startposition herauszuholen, die hier einen kleinen Vorteil bietet. Wir wissen, dass selbst unsere weiche Reifenmischung etwas zu hart für die Verhältnisse in Wales ist. Deshalb wollten wir für das Finale am Sonntag einen guten Vorsprung herausholen, um Ott Tänak bis ins Ziel hinter uns zu halten. Andererseits haben wir aufgrund der im Vergleich zur Konkurrenz härteren Reifenmischung auch keinerlei Probleme gehabt, die knapp 100 Kilometer Wertungsprüfung ohne Reifenwechsel zu absolvieren. Es wird morgen in jedem Fall spannend, so viel ist sicher. Ott ist hier bei der Rallye in Großbritannien schnell unterwegs. Aber ich bin voll motiviert, hoffentlich mit einem Sieg meinen Teil zum Herstellertitel für das Volkswagen Team beizusteuern.

Wir haben voll attackiert und versucht, das Maximum aus unserer Startposition herauszuholen, die hier einen kleinen Vorteil bietet.
Sebastien Ogier

Thierry Neuville, Hyundai, Platz 3: Wir hatten einen guten Tag, sind schnell und sauber gefahren. Die Vormittagsschleife verlief okay. Die erste Fahrt über Dyfi war etwas schwieriger. Ich touchierte einen Wall an der Innenseite und verlor die Kontrolle, daher war ich etwas aus dem Rhythmus. Wir hatten Glück, denn es hätte schlimmer ausgehen können. Wir haben bei den nebligen Bedingungen zu viel Zeit verloren, aber abgesehen davon lief es gut. Auf der folgenden Prüfung erzielten wir die schnellste Zeit und wir konnten Platz drei absichern. Am Nachmittag haben wir uns darauf konzentriert, unsere Pace zu kontrollieren, indem wir effizient fahren und Traktion finden. So lange ich am Sonntag auf dem Podium stehe, bin ich zufrieden. Aber es liegt noch Arbeit vor uns, ehe wir darüber nachdenken können.

Hayden Paddon, Hyundai, Platz 4: Da es keinen Mittagsservice und keine Reifenwechselzone gab, haben wir eine vorsichtige Strategie gewählt. Wir hatten auf der Vormittagsschleife etwas damit zu kämpfen, Selbstvertrauen zu finden. Wir haben nicht viel Zeit verloren, aber ich musste erst in Schwung kommen. Die Bedingungen waren recht typisch für Wales, immer noch sehr rutschig, aber mit konstanterem Grip. Ich musste meinen Fahrstil anpassen und von meiner natürlichen Fahrweise abweichen - damit hatte ich am meisten zu kämpfen. Wir haben ein paar Änderungen vorgenommen, die mir ein besseres Gefühl gegeben haben, aber wir konnten nicht genug Traktion finden. Es ist ein enger Kampf ums Podium mit Thierry und die Lücke ist nicht so groß. Wir müssen sehen, was wir tun können, um für die letzten Prüfungen am Sonntag mehr Selbstvertrauen zu finden.

Neuville soll Hyundai das erste Podest in Wales einbringen - Foto: Sutton

Kris Meeke, Citroen, Platz 5: Was heute Morgen passiert ist, war recht ungewöhnlich! Wir hatten nach der ersten WP einen schleichenden Plattfuß auf der Verbindungsetappe. Das gleiche ist uns nochmal nach WP10 passiert. Ich weiß nicht, was passiert ist. Es hat aber - zumindest teilweise - den Rest unseres Tages bestimmt. Ich habe weiterhin Druck gemacht, hatte aber mit der frühen Abnutzung meiner vier verbleibenden Reifen zu kämpfen. Abgesehen von meinem Reifenpech und der Startposition denke ich, fehlt uns einfach auf diesem Untergrund der Speed."

Dani Sordo, Hyundai, Platz 6: Es war bislang keine besonders denkwürdige Rallye für uns. Die Prüfungen sind wundervoll und ich genieße sie, aber wir haben es einfach nicht geschafft, die Pace zu finden, die wir brauchen, um weiter oben im Tableau zu kämpfen. Die Bedingungen waren schwierig, weil es überall rutschige und feuchte Flecken gab. Es ist besser als letztes Jahr - und typisch für diese Rallye -, aber es hat bei mir an diesem Wochenende einfach noch nicht klick gemacht. Wir werden weiterhin alles in unserer Macht stehende tun, um das Maximum aus dem Auto und uns herauszuholen. Die Lücke zu den Fahrern vor uns ist zu groß, um sie Sonntagfrüh zu schließen. Daher müssen wir sauber fahren und diese Position sichern.

Mads Östberg, M-Sport, Platz 7: Wir hatten einen merkwürdigen Morgen, da Ola nicht zu 100 Prozent fit war. Er hat sich sehr komisch verhalten und auch in den Prüfungen hatte er deutlich zu kämpfen. Er hat den Aufschrieb richtig merkwürdig gelesen und da wir ein Team sind, hatte ich auch zu kämpfen. Es sieht so aus, als wäre er von einer Schlage gebissen worden! Ich weiß nicht, ob es das war, aber er fühlte sich absolut nicht gut. Im Regrouping habe ich dafür gesorgt, dass er zu einem Arzt bekommt und nach etwas Medizin und einer Pause fühlte er sich besser - das war die Hauptsache.

Nachdem wir beinahe den kompletten Freitag nur mit Heckantrieb unterwegs waren, mussten wir uns zunächst wieder an den Grip gewöhnen, den man dank Allradantrieb hat.
Andreas Mikkelsen

Jari-Matti Latvala, Volkswagen, Platz 8: Vom Fahrerischen her war es heute ein guter Tag. Ähnlich wie gestern waren wir schnell auf Betriebstemperatur und haben im Anschluss versucht, die verlorene Zeit wieder halbwegs gutzumachen. Natürlich waren unsere Möglichkeiten, im Gesamtklassement voranzukommen, begrenzt. Dennoch haben wir auf Mads Östberg über eine Minute gutgemacht und werden versuchen, ihn morgen von Platz sieben zu verdrängen und damit unseren Teil für das Team und zur Herstellerwertung beizutragen.

Stephane Lefebvre, Citroen, Platz 9: Unser Setup war deutlich besser als gestern, obwohl mir immer noch etwas die Traktion gefehlt hat. Bezogen auf den Abstand pro Kilometer, bin ich etwas näher an Kris herangekommen - das ist für mich das Entscheidende. Ich hatte erneut keine brenzligen Situationen und habe mich in den schnellen Bereichen wohlgefühlt. Das ist ein weiterer positiver Punkt, obwohl ich natürlich lieber näher an der Spitze gewesen wäre.

Andreas Mikkelsen, Volkswagen, Platz 14: Heute galt es, wieder zurück in den Rhythmus zu kommen. Nachdem wir beinahe den kompletten Freitag nur mit Heckantrieb unterwegs waren, mussten wir uns zunächst wieder an den Grip gewöhnen, den man dank Allradantrieb hat. Das ist uns gut gelungen und wir haben hier und da gute Prüfungszeiten abgeliefert. Am Nachmittag musste man den Fahrstil erneut etwas umstellen - das ist eine Besonderheit bei der Rallye Großbritannien, denn die Strecken werden rutschiger und dann ist eine andere Linienwahl gefragt. Alles in allem freuen wir uns auf morgen. Dort wollen wir auf der Powerstage attackieren, um möglichst viele Punkte im Kampf um Platz zwei in der WM zu holen.


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