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Schlangen und Leitern - Finnland: Die Fahrer in der Analyse - Teil 2

Wer hat die Achterbahnfahrt in den finnischen Wäldern am besten bewältigt? Wer wurde abgeworfen? Teil 2 der Fahrer-Analyse.

Motorsport-Magazin.com - Andreas Mikkelsen (Volkswagen Polo R) Ergebnis: Platz 7
Nachdem er im vergangenen Monat in Polen gewonnen hatte, besaß Mikkelsen vor Finnland sicherlich den richtigen Speed. Der Norweger befand sich mitten in dem mehrere Autos umfassenden Kampf um den letzten Podiumsplatz, als er am Samstagmorgen auf der ersten Durchfahrt von Päijälä einen Ausrutscher zu verzeichnen hatte und zurückfiel. Er konnte nicht mehr zurückschlagen, da er nach Sebastien Ogiers Problemen die Rolle des Straßenfegers übernehmen musste. Er verlor die Chance, Punkte auf seinen Teamkollegen gutzumachen, ist aber immer noch Zweiter.

Hayden Paddon (Hyundai i20) Ergebnis: Platz 5
Wie bei Teamkollege Thierry Neuville fiel der Begriff Grip am häufigsten, denn auch der Kiwi hatte damit zu kämpfen, welchen zu finden. Das Heck hörte nicht auf herumzurutschen und das war ein großes Problem auf den ultraschnellen Straßen in Finnland, wo eine gerade Linie zu halten der Schlüssel ist. Paddon modifizierte seinen Fahrstil auf der Suche nach einer Lösung, aber es funktionierte nicht und er kehrte zu seiner bevorzugten, aggressiven Herangehensweise zurück. Unter diesen Umständen war Platz fünf, weniger als sieben Sekunden hinter dem Podium, eine gute Leistung.

Tänaks Jagd nach dem Podium endet an einem Stein: (00:18 Min.)

Ott Tänak (Ford Fiesta RS) Ergebnis: Ausgeschieden
Tänak verbrachte die Rallye damit, Schlangen und Leitern [Brettspiel] zu spielen. Prüfungssiege ließen ihn im Klassement klettern, ehe ihn ein Problem ans Ende der Gruppe zurückwarf, die einen Podestplatz jagte. Ihm blieb nichts anderes übrig, als wieder von vorne anzufangen. Er war am Sonntag weniger als fünf Sekunden davon entfernt, Craig Breen den dritten Platz abzunehmen, als ein Fehler mit einer beträchtlichen Kollision mit einem Stein endete - danach konnte er sich nicht mehr zurückkämpfen, denn die Aufgabe erfolgte sofort. Sechs Prüfungssiege zeigten die Pace, die die Kombination Fahrer/Reifen/Auto zu bieten hatte.

Sebastien Ogier (Volkswagen Polo R) Ergebnis: Platz 24
Es ist schwer, sich an allzu viele Fehler des Franzosen in dieser Saison zu erinnern, daher kann man ihm diesen sicherlich verzeihen, oder? Er war Dritter bis zur zweiten Durchfahrt von Surkee am Freitagnachmittag, als eine übertrieben ehrgeizige Herangehensweise bei einer Haarnadelkurve dazu führte, dass der Polo R mit der Nase voran in einem Graben landete. Es dauerte 16 Minuten, ihn dort herauszuziehen. Bremsprobleme am Samstagmorgen brachten Ogier zusätzliche Strafen ein, sie waren aber eine irrelevante Zugabe, denn zu diesem Zeitpunkt hatte er verständlicherweise bereits seinen Elan verloren.

Citroen: Freudentränen in Finnland: (01:56 Min.)

Lorenzo Bertelli (Ford Fiesta RS) Ergebnis: Ausgeschieden
Der arme Simone Scattolin musste zum zweiten Mal in drei Events ins Krankenhaus, nachdem Bertelli auf spektakuläre Weise aus der Rallye Finnland ausschied. Ein Problem mit der Kraftübertragung führte dazu, dass der Italiener am Freitagvormittag nur mehr zwei angetriebene Räder zur Verfügung hatte und er fiel am Ende des Tages bis auf Rang 17 zurück. Ein heftiger Überschlag am Samstagmorgen auf Ouninpohja hatte zur Folge, dass Fahrer und Beifahrer ins Krankenhaus geflogen werden mussten. Beide wurden nach den Tests bald wieder entlassen, aber ihr Wochenende war vorbei.

Kris Meeke (DS 3) Ergebnis: Platz 1
Eine erstaunliche Leistung, dem kleinen Club von nicht-nordeuropäischen Fahrern beizutreten, die in Finnland gewonnen haben. Er dominierte vom Start weg und sein Prüfungssieg auf der legendären Ouninpohja am Samstagmorgen, als er Jari-Matti Latvala um mehr als 13 Sekunden distanzierte, wird als eine der besten Leistungen der letzten Jahre in die Geschichte eingehen. In den vergangenen Saisons hätte Meeke damit zu kämpfen gehabt, einen Vorsprung zu verwalten, aber er zeigte schon zum zweiten Mal in diesem Jahr, dass er seine Lektion gelernt hat.


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