Motorsport-Magazin.com Plus
WRC

FIA sollte auf Aktiven-Vertreter hören - Tänak fordert nach Unfall verbesserte Sicherheit

Ott Tänak schlägt Jarmo Lehtinen als Verbindungsmann zur FIA vor, der die Sicherheit der Prüfungen bestätigen soll.
von Annika Kläsener

Motorsport-Magazin.com - Dass ein Rallyebolide in einem See versinkt, hat Seltenheitswert. Das ist einer der Gründe, warum Ott Tänaks Unfall bei der Rallye Mexiko so hohe Wellen schlug. Der Este betonte, dass es für ihn eine beängstigende Erfahrung war, sich aus seinem sinkenden Boliden zu befreien. Daher hakt er den Unfall auch nicht als eine Verkettung unglücklicher Umstände ab, sondern fordert von der FIA Konsequenzen.

Sicherheit sollte an erster Stelle stehen und wir brauchen Jarmo, damit er den Rest des Jahres die Route aller Prüfungen abfährt.
Ott Tänak

Sein Vorschlag lautet, einen Experten aus der Rallyeszene als Sicherheitsberater einzusetzen. Seiner Ansicht nach wäre Mikko Hirvonens ehemaliger Beifahrer Jarmo Lehtinen der richtige Mann für den Job. "Er sollte der Typ sein, auf den die FIA hört", sagte Tänak gegenüber Autosport. "Sicherheit sollte an erster Stelle stehen und wir brauchen Jarmo, damit er den Rest des Jahres die Route aller Prüfungen abfährt. Für ihn ist das einfach, weil er die Prüfungen alle letztes Jahr bestritten hat und sich auskennt."

Im speziellen Fall von Tänak sieht der Leiter der Rallye Mexiko, Patrick Suberville, keine Versäumnisse in puncto Sicherheit. Normalerweise gebe es an der Stelle, an der der Unfall passierte, kein Wasser. "Für gewöhnlich hätten sie auf die Straße zurückkehren können, aber dieses Jahr war der Wasserpegel höher", stellte er klar. Daher hatten die Veranstalter Taucher organisiert, die sich jedoch nicht an dem See, sondern am Start der Prüfung Los Mexicanos befanden und erst nach dem Unfall an den See verlegt wurden. "Wir hatten die Taucher nicht dort, weil wir hier noch nie zuvor ein Problem hatten", begründete Suberville.

Darüber hinaus ist er davon überzeugt, dass die Taucher erst zum Wrack gelangt wären, als Tänak und sein Beifahrer sich schon längst befreit hatten. "Was wir auch bedenken müssen, ist, dass die Taucher nicht dafür ausgebildet sind, Menschen zu retten. Darüber müssen wir nachdenken."

Michele Mouton ist für Tänaks Idee, einen ehemaligen Beifahrer oder Fahrer als Berater einzusetzen, aufgeschlossen. Allerdings will die WRC-Managerin der FIA keine überstürzte Entscheidung diesbezüglich treffen. "Wir sind diese Prüfung viele Jahre lang ohne ein Problem gefahren. Die Organisatoren sagen, dass das Wasser für gewöhnlich niedriger ist", relativierte auch sie.

Im aktuellen Reglement ist für jede WRC-Rallye die Anwesenheit von Abgeordneten der FIA für Sicherheit und medizinische Belange vorgeschrieben. Zudem müssen sich auf jeder Prüfung Sicherheitsverantwortliche befinden. Für jede Prüfung gibt es einen eigenen Sicherheitsplan.