WRC

Heimatverbundenheit siegte - Loeb stand kurz vor Wechsel zu Ford

Sebastien Loeb stand 2005 kurz davor, Citroen den Rücken zu kehren und bei Ford zu unterschreiben. Das verriet M-Sport-Teamchef Malcom Wilson nun.
von Marion Rott

Motorsport-Magazin.com - Was hätte in der Rallye-WM passieren können, wäre Sebastien Loeb nicht mit Citroen neunfacher Weltmeister geworden? Diese Möglichkeit bestand, wie M-Sport-Teamchef Malcolm Wilson jetzt bestätigte. Nachdem Loeb 2004 mit Citroen seinen ersten WM-Titel feierte, testete er im Sommer darauf einen Ford. "Es war fantastisch, ihn im Auto zu sehen", fand der Brite nur lobende Worte. "Wir wussten, was er wollte und wir wussten, dass wir das Geld dafür auftreiben würden."

Wir wussten, was er wollte und wir wussten, dass wir das Geld dafür auftreiben würden.
Malcolm Wilson

Letztlich scheiterte der Deal an Loeb selbst. Der Franzose wollte bei Citroen bleiben. "Ich denke, er wusste, dass 2006 ein Übergangsjahr werden würde und sie vereinbarten einen Langzeitvertrag mit dem neuen Auto für 2007", erklärte Wilson rückblickend. Für die Saison 2006 hatte sich Citroen werkseitig aus der WRC zurückgezogen und Loeb startete mit dem privaten Kronos Racing Team. Ab der Saison 2007 fuhr Citroen mit dem C4 WRC.

"Er war ein französischer Fahrer in einem französischen Auto und einem französischen Team", so Wilson weiter. Der Erfolg gab Loeb bei seiner Entscheidung Recht, denn sowohl in der Saison 2005 als auch in den sieben folgenden Jahren feierte er den WM-Titel. M-Sport-Teamchef Wilson macht dafür aber nicht das Auto, sondern ausschließlich Loebs Können verantwortlich. "Er hätte in unserem Auto die gleiche Leistung gezeigt", ist Wilson überzeugt.

Redaktionskommentar:

Motorsport-Magazin.com meint: Wäre Sebastien Loeb tatsächlich zu Ford gewechselt, hätte sich an der Geschichte vermutlich - wie Malcolm Wilson meint - wirklich nicht viel verändert. Loeb hätte wahrscheinlich auch mit einem Ford Focus oder später dem Fiesta alles in Grund und Boden gefahren. Das beste Beispiel dafür ist Mikko Hirvonen. Er kämpfte jahrelang bei M-Sport gegen Loeb im Citroen um den Titel und scheiterte Jahr für Jahr. Als er ab der Saison 2012 im gleichen Auto wie der Rekordchamp fuhr, änderte sich nichts - im Gegenteil, er war noch weiter vom Erfolg entfernt. Böse Zungen behaupten sogar, der Ford wäre über Jahre hinweg das bessere Auto gewesen, lediglich Loebs unglaubliches Können hätte Citroen immer wieder den Titel beschert. Was wäre wohl passiert, hätte Loeb den Vertrag bei Ford unterschrieben...wir werden es nie erfahren. (Marion Rott)


Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter
Mitarbeiter Motorsport Designer Journalismus Programmierer Video