WRC

Östberg beklagt Steine-Lotterie - Ogier am Ende von Tag zwei in Führung

Sebastien Ogier liegt nach dem zweiten Tag der Rallye Finnland komfortabel in Führung, nachdem die Konkurrenz Steine touchierte und sich beinahe überschlug.
von Annika Kläsener

Motorsport-Magazin.com - Am Nachmittag des zweiten Tags der Rallye Finnland hatten die Piloten bei der zweiten Durchfahrt der Prüfungen vom Vormittag mit tiefen Spurrillen und zahlreichen Steinen auf den Wegen zu kämpfen. Diese "Lotterie", wie es Mads Östberg ausdrückte, kostete einige Piloten ihre aussichtsreichen Positionen. Unter ihnen Östberg selbst, der auf der vorletzten Prüfung des Tages einen Stein touchierte und sich das linke Vorderrad brach. Dadurch büßte er 25 Sekunden ein. "Es ist unglaublich. Es ist jetzt eine Lotterie, es gibt überall Steine", klagte er.

Es ist jetzt eine Lotterie, es gibt überall Steine.
Mads Östberg

Größter Profiteur ist VW-Pilot Sebastien Ogier, der ab der ersten Prüfung am Nachmittag die Spitze übernahm und am Abend ein Polster von 38,1 Sekunden genießt. "Ich pushe, aber nicht wie verrückt", erklärte der Franzose, der vier Bestzeiten in Folge einfuhr. "Ein großartiger Nachmittag. Es war nicht zu einfach, die Prüfungen waren hart. Ich habe versucht, einen Reifenschaden zu vermeiden und mir keinen Ärger einzuhandeln."

Erster Verfolger ist nun Thierry Neuville, obwohl sich der Belgier auf WP 13 einen Reifenschaden zuzog. "Es passierte kurz nach dem Start. Ich habe es zum ersten Mal bemerkt, als wir nach einem Sprung gelandet sind. Aber so ist es nun einmal im Rallyesport und manchmal passiert es", meinte er. Neuville liegt gerade einmal 0,9 Sekunden vor Östberg, der wiederum ein Polster von 22,4 Sekunden auf den viertplatzierten Hirvonen hat.

Ich habe versucht, einen Reifenschaden zu vermeiden und mir keinen Ärger einzuhandeln.
Sebastien Ogier

Die zwölfte Prüfung der Rallye Finnland hätte für Hirvonen beinahe das Aus bedeutet. "Wenn man die Onboard-Aufnahmen sieht, erkennt man, wie viel Glück ich hatte", berichtete er. "Ich bin in einer Kurve, die im fünften Gang durchfahren wird, zu weit nach außen gekommen und habe eine Böschung touchiert. Durch den Schlag wurde die Front des Autos in die Böschung gezogen und begann zu kippen. Irgendwie hat sich das Auto jedoch nicht überschlagen, aber ich habe eine 360-Grad-Drehung auf der Straße hingelegt. Es ist unglaublich, dass ich so glimpflich davongekommen bin." Er hatte lediglich zwei Reifenschäden zu beklagen und die Front des Citroen sah etwas lädiert aus.

Kris Meeke fuhr auf Evgeny Novikov auf. - Foto: Twitter

Auf Platz fünf fand sich Kris Meeke wieder, der einen ereignisreichen Tag hatte. Er lief auf der zweiten Prüfung am Morgen auf Evgeny Novikov auf, der mit seinem stark beschädigten Boliden kämpfte und Meeke nach eigenem Bekunden nicht sah. Ob er den Nordiren massiv aufhielt und dieser damit eine Gutschrift erhält, diskutieren die Verantwortlichen noch. Meeke hatte außerdem wie alle Piloten mit den Spurrillen zu kämpfen, fand jedoch mit der Veränderung der Aufhängung eine Lösung. "Wir haben das Auto deutlich angehoben und es ist jetzt viel besser. Wir müssen zwar nach wie vor sehr vorsichtig mit den Spurrillen sein, aber ich habe ein großes Lächeln auf meinem Gesicht", erklärte er. Dieses verschwand, als er auf WP 14 kurzzeitig abhob, nachdem er einen Stein in einer Spurrille getroffen hatte.

Hinter Meeke belegt Jarkko Nikara Rang sechs, gefolgt von Dani Sordo. WRC2-Spitzenreiter Jari Ketomaa ist bis auf Rang acht nach vorne gestoßen, Verfolger Robert Kubica ist Elfter. Dazwischen liegt auf Platz neun der Mann, der Meekes Zorn auf sich zog - Evgeny Novikov. Als Zehnter wird VW-Pilot Andreas Mikkelsen geführt, der jedoch mit einem Aufhängungsschaden die Segel streichen musste. Er wird am Samstag unter Rally2-Reglement erneut starten. In dieser Hinsicht ist ihm Teamkollege Jari-Matti Latvala einen Tag voraus. Trotz der Siegchancen, die sich in Luft auflösten, fand der Finne Positives. "Ich bin mit den Zeiten zufrieden, vor allem denen von heute Morgen."

Martin Prokop, der zur Mittagpause auf Rang neun gelegen hatte, musste nach der ersten Prüfung des Nachmittags mit einem Motorschaden aufgeben. "Er wurde vom Beginn der Prüfung an sehr heiß. Die Temperatur stieg auf etwa 140 Grad, 95 sollten es sein", erklärte der Tscheche. "Es sieht wirklich schlimm aus."

Die Top-10 am Ende von Tag zwei:

1. S. Ogier (Volkswagen) 1:38:34.7
2. T. Neuville (Ford) 1:39:12.8 +38.1
3. M. Östberg (Ford) 1:39:13.7 +39.0
4. M. Hirvonen (Citroen) 1:39:36.1 +1:01.4
5. K. Meeke (Citroen) 1:40:07.9 +1:33.2
6. J. Nikara (Mini) 1:40:53.3 +2:18.6
7. D. Sordo (Citroen) 1:41:19.7 +2:45.0
8. J. Ketomaa (Ford, WRC2) 1:44:48.6 +6:13.9
9. E. Novikov (Ford) 1:45:13.2 +6:38.5
10. A. Mikkelsen (Volkswagen) 1:45:52.4 +7:17.7


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