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WRC

Sekundenkrimi geht an Citroen - Ogier gewinnt Rallye Frankreich

Sebastien Ogier sicherte sich bei der Rallye Frankreich den Sieg. Doch Dani Sordo gab bis zum Schluss nicht auf und kam noch bis auf 6,3 Sekunden heran.
von Marion Rott

Motorsport-Magazin.com - Sebastien Ogier konnte die Rallye Frankreich in einer Gesamtzeit von 3:06:20.4 Stunden gewinnen. Doch bis zur letzten Prüfung lieferte er sich einen harten Kampf mit Dani Sordo, der in seinem Mini eine Prüfung des Sonntags gewinnen konnte. Das Treppchen komplettiert Petter Solberg im privat eingesetzten Citroen.

Es ist immer noch möglich, aber das muss man das Team fragen
Sebastien Ogier über den Titel

Neben dem Sieg der Rallye sicherte sich Ogier auch einen Punkt in der Power Stage. Damit trennen ihn und seinen Teamkollegen Sebastien Loeb, der die Rallye Frankreich bereits nach dem ersten Tag aufgeben musste, nur noch drei Punkte. "Es ist ein sehr gutes Gefühl", jubelte der 27-Jährige. "Wir hatten zum Ende hin einige Schwierigkeiten und ich hatte keine so gute Fahrt in der Power Stage, aber es ist in Ordnung." In Bezug auf den Titel hielt sich der Franzose allerdings sehr bedeckt und schickte einen Seitenhieb Richtung Citroen. "Es ist immer noch möglich, aber das muss man das Team fragen."

Sordo mit gemischten Gefühlen

Dani Sordo, der 2010 noch in Citroen-Diensten den zweiten Platz erreichen konnte, wiederholte dieses Ergebnis in dieser Saison und konnte es kaum fassen. "Es ist unglaublich", freute sich der Spanier, der die gesamte Zeit mit Ogier um den Sieg gefahren war. "Es ist auf der einen Seite etwas enttäuschend, den Sieg verpasst zu haben, aber wir müssen zufrieden sein, das ganze Wochenende Druck gemacht zu haben." Für Sordo wäre es der erste WRC-Sieg seiner Karriere gewesen. Dennoch sicherte er dem Mini-Team die ersten drei WP-Siege und den zweiten Platz in der Power Stage.

Es ist auf der einen Seite etwas enttäuschend, den Sieg verpasst zu haben, aber wir müssen zufrieden sein, das ganze Wochenende Druck gemacht zu haben
Dani Sordo

Solberg, der erst nach einem Reifenschaden aus dem Kampf um den Sieg gefallen war, freute sich dennoch sein Ergebnis des letzten Jahres eingestellt zu haben. "In dieser Rallye hatten wir die Chance um den Sieg zu kämpfen. Das Auto war sehr gut", lobte der Norweger seinen Citroen DS3. "Aber es ist, wie es ist, mit dem Plattfuß gestern."

Latvala ging erneut zur Seite

Eine überzeugende Leistung zeigte auch Jari-Matti Latvala. Er gewann drei Prüfungen des Finaltages, holte sich die drei Punkte in der Power Stage und ärgerte sich über seine eigenen Fehler. Denn hätte er am Samstag nicht eine Zehn-Sekunden-Strafe bekommen, wäre noch ein Kampf mit Solberg um das Podest möglich gewesen.

Mikko Hirvonen konnte erneut nicht auf Asphalt überzeugen - Foto: Sutton

Letztendlich hätte sich dieser ohnehin nicht ergeben, denn der Finne musste, wie bereits in Australien, für seinen Teamkollegen Mikko Hirvonen Platz machen. Diesmal bremste er aber nicht auf der Strecke ab, sondern stempelte seine Zeitkarte zwei Minuten zu früh und bekam dafür zwei Minuten Zeitrafe. Ingesamt zog Latvala aber ein einigermaßen positives Fazit. "Einige Stages haben wirklich gut geklappt", schilderte der 26-Jährige. "Ich habe zu viele Fehler gemacht und es gibt noch Arbeit zu tun, aber wir haben einen Schritt nach vorne gemacht."

Hirvonen konnte ab dem ersten Moment nicht die gleichen Zeiten wie die Spitze fahren und fiel im Lauf der Rallye immer weiter zurück. Am Ende waren es 3:26.6 Minuten, die ihm auf dem Sieger und neuen zweiten der Meisterschaft Ogier fehlten. "Es war ein sehr schwieriges Wochenende für mich, aber das zählt nicht, denn wir haben gute Punkte gesammelt", zeigte der 31-Jährige auf, der nun in der WM nur noch drei Punkte Rückstand auf Sebastien Loeb hat. Ein Fehler in der Power Stage, die er als Vierter beendete, verhinderte einen zusätzlichen Punktgewinn.

Unglaubliches Wochenende für Kuipers

Überraschungs-Sechster wurde Ferm-Pilot Dennis Kuipers. Der Niederländer erreichte damit das beste Ergebnis seiner WRC-Karriere und war dementsprechend sprachlos. "Es ist unglaublich", jubelte Kuipers. "Das habe ich niemals erwartet. Es war ein großartiges Wochenende."

Es ist unglaublich. Das habe ich niemals erwartet. Es war ein großartiges Wochenende
Dennis Kuipers

Hinter ihm sortierten sich die beiden Stobart-Piloten Henning Solberg und Mads Östberg ein. "Ich bin glücklich. Ich bin hier und freue mich auf das nächste Asphalt-Event", zeigte sich Solberg zufrieden mit seinem Ergebnis. Auch auf der Power Stage versuchte der Norweger nochmals alles, aber seine Reifen waren schon zu rutschig, um an eine schnelle Zeit zu denken.

Ott Tanak gewinnt S2000

Der Este Ott Tanak konnte in seinem Ford Fokus die S2000 Wertung mit einer Gesamtzeit von 3:17:52.1 Stunden gewinnen. Für seinen dritten Sieg der Saison hatte Tanak etwas leichtere Bedingungen, denn sein schärfster Rivale Juho Hänninen beschädigte am ersten Tag seinen Skoda Fabia und musste unter SuperRallye-Bedingungen wieder starten. "Vielleicht war dies kein so großer Kampf, aber wir haben jetzt sicherlich ein gutes Gefühl auf Asphalt bekommen", freute sich der Este. "Daher werden wir in Spanien um alles kämpfen."

Endergebnis Rallye Frankreich:

1. Sebastien Ogier, Citroen 3:06:20,4
2. Dani Sordo, Mini +6,3
3. Petter Solberg, Citroen +1:23.8
4. Mikko Hirvonen, Ford +3:26,6
5. Jari-Matti Latvala, Ford +3:30,3
6. Dennis Kuipers, Ford +6:42,0
7. Henning Solberg, Ford +7:08,3
8. Mads Östberg, Ford +7:58,3
9. Ken Block, Ford +8:25,5
10. Pierre Campana, Mini +8:38,7

Ergebnisse der Power Stage:

1. Jari-Matti Latvala, Ford 3 :09,4
2. Dani Sordo, Mini +2,1
3. Sebastien Ogier, Citroen +2,5
4. Mikko Hirvonen, Ford +2, 5
5. Matthew Wilson, Ford +4,6


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