Der Startschuss zum großen Saisonfinale der WEC-Saison 2025 in Bahrain ist gefallen. Beim 8-Stunden-Rennen am Samstag geht es um die Wurst: Sowohl die Hersteller- als auch die Fahrer-Weltmeisterschaft sind noch nicht entschieden. Ferrari reist als Spitzenreiter und Favorit in beiden Wertungen in den Wüstenstaat, doch Porsche will sich zu seinem angekündigten Werksausstieg mit einem weiteren Titelgewinn verabschieden.

Toyota ist unterdessen nach einer schwachen Saison raus aus dem Titelrennen, doch in Bahrain führt kaum ein Weg an den Japanern vorbei. Das Werksteam ist seit 2017 durchgängig unbesiegt. "Toyota scheint wieder sehr stark zu sein, das hatten wir eh erwartet", sagte Ferrari-Fahrer Nicklas Nielsen am Donnerstag zu Motorsport-Magazin.com. "Porsche muss man auch auf dem Zettel haben. Ebenso denken wir, dass wir im Vergleich zu 2024 einen Fortschritt bei der Balance erzielt haben."

WEC in Bahrain: WM-Showdown in der Wüste

In den ersten zwei Freien Trainings am Donnerstag legten die Teams den Fokus auf das Reifen-Management. Der aus der Formel 1 bekannte Bahrain International Circuit stellt die Michelin-Slicks vor die größte Herausforderung der gesamten Saison. Wie im Vorjahr kommen bei den Hypercars die beiden Mischungen Hart und Medium zum Einsatz. "Der Reifenverschleiß ist für alle sehr hoch", stellte Ferrari-Werksfahrer und WM-Spitzenreiter James Calado nach dem 1. Training zu Mittag fest. "Zu Beginn liegt viel Sand auf der Strecke, deshalb haben alle ihre Probleme im 1. Training."

Ebenfalls herausfordernd: Das Rennen beginnt am Samstag um 14:00 Uhr Ortszeit (12:00 Uhr deutsche Zeit) in der prallen Mittagssonne und endet um 22:00 Uhr (20:00 Uhr deutsche Zeit) unter künstlichem Flutlicht. Am heutigen Donnerstag herrschten gegen Mittag 31 Grad Außentemperatur - in den Abendstunden während des 2. Freien Trainings kühlte es auf 26 Grad Celsius runter. Die meisten Teams stellen ihre Prototypen auf die kühleren Bedingungen ein, um im Schlussspurt und bei möglichen Safety-Car-Phasen mitmischen zu können.

Rast führt BMW zur Tages-Bestzeit

Die schnellsten Rundenzeiten am Donnerstag wurden wie üblich im 2. Training am Abend erzielt. Zu Beginn legte ein Großteil der Teams eine Qualifying-Simulation ein, um sich ein Bild über das am Freitag folgende Zeittraining zu verschaffen. Die schnellste Runde ging auf das Konto von BMW in Form von René Rast. Der dreifache DTM-Champion benötigte im #20 BMW M Hybrid V8 (S. van der Linde, Rast, Frijns) 1:48.780 Minuten für einen besten Umlauf. Dahinter wurde es bunt: der #009 Aston Martin auf Platz zwei, gefolgt vom #93 Peugeot, dem Toyota mit der Nummer #7, dem #5 Porsche und sowie dem #51 Ferrari auf den Positionen zwei bis sechs.

Laurin Heinrich gibt sein Debüt beim 8h-Rennen in Bahrain
Laurin Heinrich gibt sein Debüt, Foto: IMAGO/PsnewZ

Neuzugang im Porsche vor Abschied der Zuffenhausener

Im Porsche mit der Startnummer #5 gibt an diesem Wochenende das deutsche Nachwuchstalent Laurin Heinrich sein Hypercar-Debüt. Der 24-Jährige hatte im Vorfeld zwei Test-Möglichkeiten und saß in beiden Trainings am Steuer, um sich weiter mit dem 963 vertraut zu machen. Kevin Estre im zweiten Porsche mit der #6 erwischte zu Beginn keinen guten Qualifying-Run und landete auf dem 16. Platz. Das Penske-Team konnte sein geplantes Programm allerdings abhandeln. Der private Proton-Porsche konnte allerdings keine einzige Runde zurücklegen. Nach unseren Informationen trat ein Problem mit der Elektrik auf, das einen Wechsel des Kabelbaums notwendig machte.

Der zweite Platz des Aston Martin Valkyrie - und sogar P1 für die Briten im 1. Training - sehen hübsch aus, sollten mit Blick auf das 8-Stunden-Rennen aber nicht überbewertet werden. Das glaubt zumindest Ferrari-Ass Nicklas Nielsen: "Auf einer Runde sind die Aston Martin gut, aber danach fallen sie ab. Das haben wir schon beim Rennen in Fuji gesehen. Und hier ist der Reifenverschleiß höher als auf den anderen Strecken." Die WEC-Teams bestreiten am Freitagvormittag ein weiteres Freies Training, bevor im anschließenden Qualifying in Bahrain die Startplätze vergeben werden.

Eines der großen Themen beim WEC-Saisonfinale in Bahrain: Bleibt Mick Schumacher, oder wechselt er in die IndyCar-Serie? Das sagt er jetzt zu seinen Optionen und Gesprächen.