WEC

WEC: Porsche-Kundenteam verliert wegen Betrug alle Punkte

Porsche-Kundenteam Dempsey Proton Racing kassiert eine harte Strafe in der WEC. Stewards werfen dem Team Manipulation und Betrug vor.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Strafen-Hammer in der WEC Langstrecken-Weltmeisterschaft: Dem Porsche-Kundenteam Dempsey Proton Racing werden sämtliche Meisterschaftspunkte der Super Season 2018/19 gestrichen! Damit verliert das Team von Teilhaber und Hollywood-Star Patrick Dempsey die Führung in der GTE Am Fahrer- und Teamwertung.

Die Stewards teilten die Strafe am Rande des Shanghai-Rennens an diesem Wochenende offiziell mit. Der Vorwurf an das Team, das zwei Porsche in der WEC einsetzt: Der Data Logger in den Autos sei manipuliert worden, außerdem liege ein betrügerischer Versuch vor sowie die Unterlassung, mit den Stewards in dieser Angelegenheit zu kooperieren.

Konkret sei ein Code im Data Logger modifiziert worden, um die Zeit des Nachtank-Sensorsignals an den offiziellen FIA/ACO Data Logger um zwei Sekunden zu erhöhen. Das sei bei den Veranstaltungen in Silverstone und zuletzt in Fuji der Fall gewesen. Daraufhin disqualifizierten die Stewards das Team nachträglich vom Fuji-Wochenende.

Das Team erklärte, dass die Modifikationen von einem externen Berater (im Original: "Consultant") vorgenommen worden seien. Gleichzeitig verweigerte Dempsey Proton Racing, den Namen dieser Person mitzuteilen - auch nicht vertraulich vor den Stewards, um bei der Aufklärung mitzuhelfen. Die Stewards erklärten dem Bewerber daraufhin, dass diese Unterlassung ein Bruch mit dem International Sporting Code sei und weitere Strafen zur Folge haben könne.

Die Anhörung fand am Donnerstag, 15. November statt. Am selben Tag hörten die Stewards auch Markus Stolzenthaler, verantwortlich für Porsche Customer Service, an. In Anwesenheit der Teamrepräsentanten sowie des Teambesitzers sagte er laut Bulletin aus, dass die Modifikationen in diesem Fall nur vom betroffenen Team vorgenommen worden sein konnten.

Weitere Anhörungen von Team-Technikdirektor Michael Ried sowie Teambesitzer Christian Ried haben am vergangenen Freitag und an diesem Samstag stattgefunden. Laut den Stewards hätten sich beide geweigert, den Namen des Beraters bekanntzugeben, der die Data Logger modifiziert hat.

Die Stewards endeten das Bulletin mit dem Hinweis, dass es sich bei diesem Fall um einen schweren Verstoß handele.

In Shanghai starten an diesem Wochenende Matt Campbell, Julien Andlauer und Christian Ried im Dempsey Proton Racing Porsche mit der Startnummer 77. Im Schwesterauto mit der Startnummer 88 wechselt sich Matteo Cairoli aus Italien mit seinem Landsmann Riccardo Pera und Khaled Al Qubaisi ab.


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