WEC / Rennbericht

Porsche feiert Doppelsieg in der LMP1-Klasse bei der FIA WEC am Nürburgring

Drama um Toyota bei der WEC am Nürburgring: Defekt bei der #8 schon vor dem Start und #7 hat nicht die Pace. Porsche bedankt sich und holt einen Doppelsieg.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Porsche dominiert am Ring und behält seine weiße Weste. Nach sechs Stunden fuhren Timo Bernhard, Earl Bamber und Brendon Hartley als Sieger über die Ziellinie. Knapp dahinter landeten ihre Teamkollegen Neel Jani, André Lotterer und Nick Tandy. Beide Porsche lieferten sich ein enges Rennen, bei dem Toyota nur am Anfang mithalten konnte. Jackie Chan DC Racing gewinnt die LMP2-Klasse, Ferrari bei den GT-Profis und in der GTE-Am-Kategorie war der Dempsey-Proton-Porsche siegreich.

WEC Nürburgring 2017: Die Highlights des Rennens: (02:43 Min.)

WEC Nürburgring 2017: Das Rennen der LMP-Klassen

Drama für Toyota schon vor dem Start: Sebastien Buemi rollte in der Einführungsrunde langsam um den Kurs. Ein Problem mit der Benzinpumpe legte den Toyota #8 lahm, das Rennen nahm man schließlich mit fünf Runden Rückstand auf. Teamkollege Kamui Kobayashi münzte seine Pole-Position in die Rennführung um, doch dahinter lauerten die beiden Porsche von Timo Bernhard und André Lotterer. Kobayashi meisterte aber den Verkehr hervorragend und verteidigte so seine Führung. Erst nach knapp 1:20 Stunden übernahm Porsche die Führung. Toyota-Pilot Jose Maria Lopez fiel auf Platz drei zurück, blieb aber in Lauerstellung.

Im mittleren Renndrittel kristallisierte sich heraus, dass Porsche an diesem Tag wohl nicht zu bezwingen sein würde. Die beiden 919 Hybrid setzten sich mit Neel Jani und Brendon Hartley bzw. Nick Tandy und Earl Bamber immer weiter vom Toyota #7 ab. Das Polster zum schärfsten Verfolger wuchs auf über 40 Sekunden an. Die beiden Porsche hingegen wechselten sich an der Spitze immer wieder ab. Haarig wurde es in dieser Phase nur einmal: Als Nick Tandy beim Überrunden den Ford von Harry Tincknell berührte.

Im letzten Renndrittel übernahm Tandy dann die Führung, nachdem Bamber dem gedrehten Tor Graves im Manor-Oreca #25 ausweichen musste. Diese Reihenfolge hatte fast bis ganz zum Schluss Bestand, denn beim letzten Splash konnte Timo Bernhard wieder die Führung für den Porsche #2 übernehmen. André Lotterer jagte seinen Landsmann, doch es reichte nicht mehr. Timo Bernhard und seine Teamkollegen Earl Bamber und Brendon Hartley gewinnen vor Jani / Lotterer / Tandy und dem Toyota #7 von Conway / Kobayashi / Lopez.

In der LMP2-Klasse fuhr Jackie Chan DC Racing einen ungefährdeten Sieg ein, nachdem in der Startphase noch Rebellion Racing das Rennen anführte. Die Le-Mans-Sieger Tung / Jarvis / Laurent setzten sich auch auf dem Nürburgring durch, doch dahinter wurde es spannend. Mit dem zweiten DC-Oreca sowie den beiden Rebellion-Oreca und dem Signatech-Alpine kämpften gleich fünf Fahrzeuge über die komplette Renndistanz um die verbliebenen Podiumsplatzierungen. In diesem Kampf erreichte letztlich der #31-Rebellion (Canal / Senna / Albuquerque) Platz zwei, den letzten Platz auf dem Treppchen holte sich Signatech-Alpine (Lapierre / Menezes / Rao).

WEC Nürburgring 2017 - Die Top-3 der LMP-Klassen im Rennen:

Kl. P Fahrer Team Distanz Gap
LMP1 1. Bernhard / Bamber / Hartley Porsche #2 204 Runden
2. Jani / Lotterer / Tandy Porsche #1 1.606
3. Conway / Kobayashi / Lopez Toyota #7 1:04.768
LMP2 1. Tung / Jarvis / Laurent DC-Oreca #38 191 Runden
2. Canal / Senna / Albuquerque Rebellion-Oreca #31 190 Runden
3. Lapierre / Menezes / Rao Signatech-Alpine #36 28.610

WEC Nürburgring 2017: Das Rennen der GTE-Klassen

Porsche verlor seine Pole-Position am Start an Aston Martin. Das sorgte für grandiose Rad-an-Rad-Kämpfe in der ersten Stunde. Doch nach der ersten Stopp-Runde lag dann Porsche mit beiden Fahrzeugen in Front. Konkurrenzlos waren die Zuffenhausener dennoch nicht, denn Alessandro Pier Guidi im Ferrari #51 schnappte Richard Lietz im Porsche #91 den zweiten Platz wieder weg. Mit einigem Polster drehte dagegen der Schwester-Porsche #92 (Christensen / Estre) seine Runden an der Spitze. Der Aston Martin #95, der zu Beginn führte, fiel auf Rang vier zurück.

Es sollte aber nicht sein für Porsche, denn der Ferrari #51 machte den Rückstand in der zweiten Rennhälfte sehr schnell wett. Nach etwas mehr als drei Stunden übernahm James Calado die Führung, anschließend ließ man sich von der Spitzenposition nicht mehr verdrängen. Ferrari siegt in der GTE-Pro-Kategorie, dahinter kletterten beide Porsche auf das Podium. Für das Salz in der Suppe sorgten aber in der zweiten Rennhälfte die Zweikämpfe zwischen Ford und Aston Martin am anderen Ende des GTE-Pro-Klassements.

Bei den GT-Amateuren lag zunächst Aston Martin vor beiden Ferrari in Front. Doch ein schlechter Stopp der Aston-Martin-Crew und eine großartige Pace des Dempsey-Proton-Porsche mischten die Karten neu. Zwischenzeitlich kämpften Ried / Cairoli / Dienst im Porsche #77 und Dalla Lana / Lamy / Lauda im Aston Martin #98 sehenswert gegeneinander. Später musste das Aston-Martin-Trio gegen Flohr / Castellacci / Molina um die zweite Klassenposition kämpfen. Einem Porsche-Sieg stand damit nichts mehr im Weg. Miguel Molina holte letztlich Platz zwei für den Spirit-of-Race-Ferrari vor dem Aston Martin.

WEC Nürburgring 2017 - Die Top-3 der GT-Klassen im Rennen:

Kl. P Fahrer Team Zeit Gap
GTE-Pro 1. Calado / Pier Guidi Ferrari #51 179 Runden
2. Lietz / Makowiecki Porsche #91 50.076
3. Christensen / Estre Porsche #92 58.836
GTE-Am 1. Ried / Cairoli / Dienst Dempsey-Porsche #77 175 Runden
2. Flohr / Castellacci / Molina Spirit-of-Race-Ferrari #54 4.607
3. Dalla Lana / Lamy / Lauda Aston Martin #98 174 Runden

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