WEC / Interview

Erstmals seit 15 Jahren in der Eifel - Lotterer erwartet gute Show am Nürburgring

Für Andre Lotterer steht mit dem WEC-Lauf auf dem Nürburgring die Rückkehr in die Eifel bevor. Warum sich der Duisburger darauf freut.

Motorsport-Magazin.com - André Lotterer ist ein Weltenbummler, nicht nur wegen der vielen Rennen die er rund um den Erdball bestreitet. Geboren in Duisburg, aufgewachsen in Belgien, ein Wohnsitz in Tokio, ein weiterer in Monaco – der 33-Jährige ist auf der ganzen Welt zu Hause. In seiner Wahl-Heimat Japan feierte Lotterer vor seinem Wechsel zu Audi die meisten Erfolge. Er gewann die Japanische Super-GT-Meisterschaft ebenso wie die Formel Nippon und empfahl sich, fernab der Heimat, für höhere Aufgaben. Zu den Höhepunkten seiner Motorsport-Karriere zählen drei Siege in Le Mans. 2011, 2012 und 2014 gewann er zusammen mit dem Schweizer Marcel Fässler und dem Franzosen Benoît Tréluyer den Langstrecken-Klassiker an der Sarthe. Getreu dem Motto ‚Never change a winning team´ tritt das erfolgreiche Trio auch in der Langstrecken-WM gemeinsam an um zu gewinnen, auch beim vierten WM-Lauf vom 28. bis 30. August auf dem Nürburgring.

Worin liegt für sie der Reiz des Nürburgring?
André Lotterer: "Der Grand-Prix-Kurs des Nürburgring ist schnell und flüssig zu fahren. Besonders der Links-Rechts-Abschnitt vor der Gegengerade wird sicher viel Spaß machen. Ich freue mich schon sehr, dass wir in diesem Jahr auf dem Nürburgring antreten. Ich bin zuletzt im Jahr 2000 auf dem Grand-Prix-Kurs in der Formel 3 gefahren, das ist schon lange her. Es ist toll, dass die WEC in diesem Jahr auch in Deutschland antritt. Ein Heimrennen ist immer etwas Besonderes und eines der Highlights der Saison. Cool, dass nun auch die deutschen Fans die WEC vor Ort live sehen können."

Im Vergleich zu Le Mans sind die 6 Stunden am Nürburgring fast schon ein Sprintrennen. Ist die Herangehensweise an das Rennen grundlegend anders?
André Lotterer: "Eigentlich nicht, denn auch Le Mans ist mittlerweile ein Sprintrennen, bei dem man praktisch in jeder Runde ans Limit gehen muss. Man gibt in jeden Rennen alles, um am Ende ganz vorn zu sein – auch am Nürburgring."

Auf der Siegerstraße: Lotterer holte mit Fässler und Treluyer bereits zwei Saisonsiege - Foto: Adrenal Media

Sie führen zusammen mit Tréluyer und Fässler die Tabelle an. Denken sie schon taktisch mit einem Blick auf den Titel oder können sich die Zuschauer auf Vollgas und freies Fahren freuen?
André Lotterer: "Wir werden alles geben, um am Ende ganz vorne zu sein. Um am Ende ganz vorne zu sein, müssen wir Rennen gewinnen. Der Sieg ist auch am Nürburgring das Ziel. Aber man darf nicht zu viel riskieren, so dass am Ende eine Nullrunde herausspringt."

Warum sollte man sich das Gastspiel der Le Mans Prototypen auf dem Nürburgring als Zuschauer auf keinen Fall entgehen lassen?
André Lotterer: "Die LMP-Fahrzeuge sind spektakulär und die Rundenzeiten wirklich beeindruckend. Außerdem sorgen viele Überhol- und Überrundungsmanöver für reichlich Action. Der Wettbewerb zwischen den LMP1-Fahrzeugen war in den ersten Saisonrennen sehr eng. Man wusste bis zum Schluss nicht, wer gewinnt. Ich bin mir sicher, dass die Show auf dem Nürburgring genauso gut sein wird wie in den bisherigen Läufen und hoffe, dass die Fans die WEC lieben werden."


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