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Ende der Prototypen-Ära bei Honda-Motorsportschmiede - Mit NSX: Wechselt HPD in die GTE?

HPD muss sich nach Alternativen umsehen: Weil die Option LMP2 für 2017 nicht machbar war, ist die Ära der Prototypen vorbei. Kommt nun ein NSX nach GTE-Regeln?
von Heiko Stritzke

Motorsport-Magazin.com - Seit 2007 war Honda Performance Development (HPD) bekannt für erfolgreiche LMP2-Prototypen, doch es deutet alles darauf hin, als ginge eine Ära zu Ende: Da die LMP2-Regularien für 2017 eine feste Verbindung zu einem Konzern verbieten, nahm HPD gar nicht erst an der Ausschreibung für die Chassiskonstrukteure für 2017 teil. Die jüngste Kreation, der ARX-04b, erwies sich in Daytona zwar nicht als vollständiger Rohrkrepierer, war aber klar zu langsam. Die Sportwagenschmiede erwägt nun, in die GTE-Kategorie einzusteigen - mit einem Honda NSX!

Die Ausschreibung sagt aus, dass man nicht mit einem Hersteller verbunden sein darf - und das ist genau das, was wir sind.
Steve Eriksen

Steve Eriksen, der HPD-Vizepräsident, erläuterte gegenüber Racer die verhängnisvolle Klausel in der ACO-Ausschreibung für eine zumindest in Europa Werks-lose LMP2: "Wir waren bereit, einen Antrag als Konstrukteur einzureichen, aber schon der Beginn der Ausschreibung sagt aus, dass man nicht mit einem Hersteller verbunden sein darf - und das ist genau das, was wir sind." Zwar habe HPD intensiv mit der IMSA zusammengearbeitet, um nach Wegen zu suchen, diese Klausel zu umgehen, doch eine Lösung habe man nicht finden können.

Nicht konkurrenzfähig: Der HPD ARX-04b könnte nur auf einen einzigen Renneinsatz kommen - Foto: IMSA

"Wir haben die IMSA darum gebeten, diese Klausel mit Hilfe des ACO zu streichen und sie haben wirklich alles versucht", lobte er die US-Motorsportbehörde. "Aber der Lösungsvorschlag, der [vom ACO] zurückgesendet wurde, hat überhaupt keinen Sinn ergeben. Das hat unser Schicksal besiegelt." Die einzige Chance, als Werksteam weiterzumachen, sei nun eine Nutzung eines der vier nominierten Chassis - ein No-Go für ein renommiertes Unternehmen wie HPD, das neben dem Sportwagen-Programm auch das IndyCar-Projekt von Honda USA stemmt.

Zukunft des ARX-04b unklar

Wir haben schon zuvor gesagt, dass der NSX bei Rennen eingesetzt werden könnte, und das ist noch immer der Fall.
Steve Eriksen

Der ARX-04b, der für diese Saison entworfen worden ist, wurde bereits im Hinblick auf die 2017er-Regularien konstruiert, wie HPD bereits früher verlauten ließ. Eriksen führte an, dass kleinere Umbauten vonnöten gewesen wären, die aber keine große Sache wären. Doch das Coupe, das eigentlich in der WEC von Extreme Speed Motorsports hätte eingesetzt werden sollen, war in Daytona viel zu langsam und wurde deshalb nicht homologiert. ESM entschied sich zur Notlösung und machte genau das, was HPD jetzt in der USCC gedroht hätte: Man kaufte einen Ligier JS P2 und pflanzte einen Honda-Motor ein, eine Blamage für HPD.

Ob es mit dem ARX-04b nun überhaupt noch weitergeht, ist fraglich. Die einzige Möglichkeit für ein Unternehmen wie HPD wäre, das Coupe zu einem LMP1 ohne Hybrid zu transformieren und durch ein Team einsetzen zu lassen, doch Eriksen winkte ab und verwies darauf, dass solche Fahrzeuge anders als LMP2 nur in der WEC eingesetzt werden könnten, der Markt ist also zu klein. Ein Werkseinsatz in der Hybrid-Kategorie ist momentan ausgeschlossen, da Honda bereits in der Formel 1 mit einem dreistelligen Millionen-Budget aktiv ist. Zudem hat Honda keine LMP1-Tradition.

Schon als GT vorhanden: Honda setzt den NSX werksseitig in der Super GT ein - als Hybrid - Foto: Super GT

GTE auf NSX-Basis: Knackpunkt Hybrid

Somit schaut HPD jetzt auf den GTE-Sektor. Der neue Honda NSX (in den USA von Hondas Nobelmarke unter dem Namen "Acura NSX" vermarktet) ist die wahrscheinlichste Variante für eine Fortsetzung der Rennaktivitäten im Sportwagensport. "Wir haben schon zuvor gesagt, dass der NSX bei Rennen eingesetzt werden könnte, und das ist noch immer der Fall", so Eriksen. Wo und wann sei noch nicht klar. Eine realistische Option ist derzeit nur die GTLM-Kategorie der USCC nach GTE-Regularien.

Ein Problem müsste aber aus dem Weg geschafft werden, sollte der NSX tatsächlich als GTE aufgelegt werden: Das Straßenfahrzeug ist ein Hybrid und solche sind der GTE momentan nicht erlaubt. Zwar wäre es nicht allzu schwer, das Hybridsystem für die Rennversion auszubauen, doch hier könnte das Honda-Marketing intervenieren. Selbige Probleme würde es gehen, wenn der NSX als GT3 aufgebaut werden würde.


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