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Deutscher Youngster am Start - Kuriose Idee: Per TV-Show zu den 24H Le Mans

Das hat es noch nicht gegeben: Das Team Morand sucht einen Fahrer für die 24 Stunden von Le Mans per Reality TV Show! Der Deutsche Marvin Dienst mischt mit.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Übers Fernsehen nach Le Mans: Diese ungewöhnliche Möglichkeit bietet sich nun für 24 Rennfahrer aus aller Herren Länder. Mittels eines neuen Reality TV Show-Formats sucht das Morand Team dieses Jahr einen Fahrer für ein Cockpit bei den legendären 24 Stunden von Le Mans. Die Truppe von Teamchef Benoit Morand tritt 2015 mit zwei Morgan LMP2-Boliden an der Sarthe sowie bei weiteren WEC-Rennen an. Ein mehrstufiger Auswahlprozess mit dem Namen 'Race to 24' ermittelt am Ende, wer eines der begehrten Cockpits erhält.

Laut Teamchef Morand hätten sich mehr als 100 Fahrer auf den freien Platz beworben. Bei dem Showformat, das über insgesamt zwölf Runden ausgetragen wird, müssen die nun 24 ausgewählten Piloten beweisen, dass sie das Zeug für Le Mans haben. Start des Formats ist am 26. März, dabei müssen die Kandidaten nicht nur ihr fahrerisches Talent sondern auch diverse andere Fähigkeiten zeigen. An den Show-Start gehen Fahrer aus 17 unterschiedlichen Nationen mit verschiedenen Vergangenheiten im Motorsport.

Der Team SARD Morand LMP2-Bolide für Le Mans - Foto: TEAM SARD MORAND

Marvin Dienst wittert Chance

Neben Audi-Pilot Christopher Haase gehen mit dem jungen Nachwuchstalent Marvin Dienst insgesamt zwei Deutsche an den Start. Der 17-Jährige fuhr in den vergangenen beiden Jahren im ADAC Formel Masters und möchte nun den Aufstieg in eine höhere Kategorie schaffen. Da wäre das kostenlose Cockpit bei Morand natürlich eine willkommene Gelegenheit.

"Zunächst war ich schon etwas skeptisch", sagte Dienst im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com. "Aber die Organisatoren haben ein tolles Konzept auf die Beine gestellt, das mich überzeugt hat. Ich habe schon vor längerer Zeit gesagt, dass Le Mans mein großes Ziel ist. Wenn es jetzt schon klappen würde, wäre das umso schöner." Dienst hatte sich mit einem kurzen Video beworben und die Veranstalter mit seiner Ausstrahlung und seinen bisherigen sportlichen Leistungen offenbar überzeugt.

Marvin Dienst fuhr 2 Jahre lang im ADAC Formel Masters - Foto: ADAC Formel Masters

Namhafte Konkurrenz

Einfach wird es nicht für den deutschen Youngster, er sieht sich namhafter Konkurrenz entgegen. Zu den bekannteren Piloten des Show-Formats zählen unter anderem GP2-Fahrer Conor Daly, Porsche-Spezialist Armando Parente, Sam Brabham und Nachwuchstalent Mitch Gilbert. Mit Vicky Piria, der Österreicherin Laura Kraihamer sowie Ines Taittinger aus Frankreich haben auch drei Damen eine Chance auf das Le-Mans-Cockpit. "Wir wollten eine große Bandbreite an Fahrern, nicht nur etablierte Piloten", erklärte Morand." So schaffen wir eine interessante Show."

Dienst ist mit 17 Jahren der jüngste Teilnehmer im Feld. "Das könnte vielleicht ein kleiner Vorteil sein, wenn ich mich gut präsentiere", sagte der Lampertheimer. "Aber mir ist klar, dass die meisten anderen Piloten über größere Erfahrung im Motorsport verfügen. Einfach wird es auf jeden Fall nicht, aber ich gebe mein Bestes. Das ist schließlich eine tolle Chance!" Auf Dienst und Co. wartet ein straffes Programm. Die insgesamt zwölf Show-Runden, bei denen jeweils Fahrer ausscheiden, werden weltweit ausgetragen. Zwischen den einzelnen Events gibt es nur wenige Tage Pause.

Aus dem ADAC Formel Masters nach Le Mans? Marvin arbeitet dran - Foto: Formel ADAC

Klien sitzt in der Jury

Unter anderem in der Schweiz, Dubai, Japan, Portugal und Frankreich müssen die Kandidaten Aufgaben bewältigen. Eine Jury, in der neben Morand auch der frühere Formel-1-Pilot Christian Klien sitzt, entscheidet, wer vorzeitig rausfliegt und wer schließlich das Cockpit neben den bereits bestätigten Fahrern Oliver Webb und Pierre Ragues erhält. Laut Morand soll das Format auch in Zukunft fortgeführt werden und jährlich Piloten die Chance bieten, sich auf diese eher unübliche Art für die 24 Stunden von Le Mans zu empfehlen.

Dienst, seit zwei Jahren im deutschen Formelsport aktiv, würde sich die Herausforderung LMP2 durchaus zutrauen. Marvin: "Ich bin Rennfahrer! Wenn ich da Angst hätte, würde ich doch gar nicht mitmachen. Ich bin froh, dass ich beim Race to 24 mitmachen kann und stelle mich der Herausforderung. Egal wie weit ich am Ende komme: Das ist auf jeden Fall eine Win-Win-Situation, von der ich nur profitieren kann und weitere Erfahrungen sammele." Das Halbfinale sowie Finale sollen im Schweizer Fernsehen übertragen werden. Weitere Details zur Show werden bald bekanntgegeben.