WEC

Äquivalent zu Young Driver Testfahrten - LMP1-Test für talentierte LMP2-Piloten

Die World Endurance Championship plant, guten LMP2-Piloten den Aufstieg in die LMP1 zu erleichtern. Die Werke unterstützen den Schritt.
von Heiko Stritzke

Motorsport-Magazin.com - Über die letzten Jahre hinweg war die LMP2-Kategorie ein Garant für hohe Starterzahlen. Meist stellten die kleinen Prototypen die größte Klasse in der WEC. Doch diese Saison absolvieren lediglich vier Teams die volle Saison, wobei die Klasse immer wieder durch lokale Teams und Fahrer aufgestockt wird. Dennoch: Die LMP2 hat massiv an Attraktivität verloren. Schuld daran waren vor allem die Fahrer-Rankings, bei denen viele Amateure zu Profifahrern heraufgestuft wurden und nicht mehr antreten konnten. Der ACO versucht nun, in Kombination mit einem verbesserten Ranking-System die P2 wieder attraktiv zu machen. Der Plan: Ein LMP1-Test für die schnellsten Piloten.

Wir unterstützen das, denn wir haben das bereits mit Mike Conway so gemacht
Pascal Vasselon

Die Idee dahinter ist, dass junge Piloten eine Art Young Driver Test absolvieren, wie es ihn die letzten Jahre in der Formel 1 gegeben hat. Allerdings soll dieser Test nur für die besten LMP2-Fahrer reserviert und von den Werken unterstützt werden. "Wir arbeiten hart daran, etwas wie diesen Test nächstes Jahr nach dem Bahrain-Rennen zu veranstalten und haben ein Vorabkommen mit den Herstellern erzielt", sagte WEC-Chef Gerard Neveu gegenüber Autosport. "Es würde der LMP2 und dem Langstreckensport generell helfen, wenn wir junge Fahrer gezielt in diese Serie locken."

Der ACO träumt davon, dass junge Fahrer von Anfang an eine Langstrecken-Karriere in Angriff nehmen können. Während es für den Formel- und Tourenwagensport viele Nachwuchsserien gibt, fehlte ein Äquivalent auf der Langstrecke vollends, weshalb Sportwagen-Fahrer in der LMP2-Kategorie häufig aus der Garde der Formelpiloten stammen, die es im Formelsport nicht ganz nach vorne geschafft haben. Die Einführung der LMP3 war ein erster Schritt, dieses Versäumnis aufzuholen, jetzt erfolgt ein Stockwerk höher die nächste Möglichkeit. Pläne, in der P2-Kategorie reine Profi-Besetzungen zuzulassen, wurden zuvor von den Teams abgelehnt.

Es würde der LMP2 und dem Langstreckensport generell helfen
Gerard Neveu

Die Werke ziehen bei der Idee mit. Toyota-Motorsportchef Pascal Vasselon sagte, dass sein Team diesen Schritt willkommen heiße. "Wir unterstützen das, denn wir haben das bereits mit Mike [Conway] so gemacht." Der Engländer ist aus der LMP2-Klasse in der ALMS zum Reservefahrer bei Toyota aufgestiegen und hat dieses Jahr bereits ein Rennen in Texas in der LMP1 absolviert; in Bahrain soll er Kazuki Nakajima ein zweites Mal ersetzen.

Auch Audi steht hinter den Plänen des ACO, wie Dr. Wolfgang Ullrich erklärte: "Wir diskutieren das und möchten eine Lösung finden, den besten LMP2-Fahrern eine Möglichkeit zu geben, ähnlich wie wir es mit den besten Formel-3-Fahrern mit Volkswagen-Motor machen, denen wir eine Chance bei einem DTM-Test geben."


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