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NASCAR Talladega 2020: FBI stellt keine rassistische Tat fest

Eine FBI-Untersuchung ergab, dass NASCAR Cup Series-Pilot Bubba Wallace nicht das Ziel eines Verbrechens aus rassistischen Motiven war.
von Annika Kläsener

Motorsport-Magazin.com - Es gab keinen rassistischen Vorfall am Talladega Superspeedway. Das ergab eine Untersuchung des FBI. Am Sonntag war in der Box der #43 von Richard Petty Motorsports eine Schlinge gefunden worden. Pilot der #43 ist der einzige afro-amerikanische Fahrer in der NASCAR Cup Series, Bubba Wallace. Die NASCAR ging von einer rassistisch motivierten Tat aus und startete eine Untersuchung. Schließlich schaltete sich auch das FBI ein.

Am Dienstagabend (Ortszeit) veröffentlichte die NASCAR ein Statement: "Das FBI hat die Untersuchung am Talladega Superspeedway abgeschlossen und festgestellt, dass Bubba Wallace nicht das Ziel eines Hass-Verbrechens war. Der FBI-Bericht kommt zu dem Schluss - und Fotobeweise bestätigen -, dass das Zugseil am Boxentor, das wie eine Schlinge geformt ist, dort bereits im letzten Herbst angebracht wurde. Das war natürlich deutlich vor der Ankunft des Teams der Nummer 43 und der Zuweisung der Boxen. Wir wissen die schnelle und gründliche Untersuchung des FBI zu schätzen. Wir sind dankbar zu erfahren, dass es keine vorsätzliche, rassistische Tat gegen Bubba war. Wir bleiben standhaft in unserem Engagement, für alle, die den Rennsport lieben, ein einladendes und inklusives Umfeld zu schaffen."

Ein Sprecher der NASCAR teilte außerdem mit, dass das Zugseil nur in dieser einen Box die Form einer Schlinge hat.

Richard Petty Motorsports veröffentlichte auf Twitter eine Stellungnahme, die auch Details zu dem Vorfall enthielt, die bislang nicht bekannt waren. "Am Sonntag, den 21. Juni, fanden Teammitglieder von Richard Petty Motorsports in der teameigenen Box am Talladega Superspeedway ein Seil, das wie eine Schlinge geknotet war. In Übereinstimmung mit gängigen Protokollen informierte unser Teammitglied den Crewchief, der wiederum die NASCAR über den Gegenstand in unserer Box informierte. Die Führungsetage der NASCAR bestimmte fortan die Vorgehensweise mit einer sofortigen Untersuchung des Gegenstands und seines möglichen Ursprungs. In einem frühen Stadium der Untersuchung teilte Steve Phelps (NASCAR-Präsident) Darrell "Bubba" Wallace Jr. die gesammelten Informationen mit und informierte ihn über den Gegenstand in der Box seines Teams."

Die NASCAR demonstrierte Solidarität mit Bubba Wallace - Foto: LAT Images

Weiter heißt es in dem Tweet: "Richard Petty Motorsports hat bei der Untersuchung der Situation vollständig mit der NASCAR und den Behörden kooperiert. Das Ergebnis einer weitergehenden Untersuchung durch das Federal Bureau of Investigation (FBI) lautet, dass der Gegenstand sich nicht gegen Wallace oder ein anderes Teammitglied richtete. Weder ein Teammitglied von Richard Petty Motorsports noch Wallace war in die Anwesenheit dieses Seils involviert. Wir sind für die schnelle und gründliche Untersuchung durch die NASCAR und alle beteiligten Behörden dankbar. Wir wissen außerdem die Unterstützung durch die NASCAR, die Motorsportindustrie und unsere Fans zu schätzen."

Vor dem auf Montag verschobenen Rennen auf dem Talladega Superspeedway hatten alle anderen 39 Piloten der NASCAR Cup Series den Chevrolet mit der Startnummer 43 an die Spitze der Startaufstellung geschoben und ihre Solidarität mit Wallace demonstriert.

Phelps bezeichnete diesen Tag als einen der wichtigsten des Sports. "Jeder wollte seine Unterstützung für ein Familienmitglied der NASCAR zeigen. Wir sind eine große Familie. Wir sind eine große Gemeinschaft. Und jeder glaubte, dass jemand ein Mitglied unserer Familie attackierte", sagte Phelps. "Es hat sich herausgestellt, dass das nicht der Fall war, aber zu diesem Zeitpunkt ging unsere Industrie davon aus. Daher haben Fahrer, Teams, unsere Offiziellen, einfach alle Bubba Wallace und das Team der Nummer 43 unterstützt und das war ein sehr kraftvolles Bild, nicht nur in der Geschichte unseres Sports, sondern aller Sportarten."


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