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NASCAR Talladega 2020: Rassistischer Vorfall und Proteste

Im Rahmen des Rennens der NASCAR Cup Series auf dem Talladega Superspeedway in Alabama gab es einen rassistischen Vorfall in der Box von Bubba Wallace.
von Annika Kläsener

Motorsport-Magazin.com - Der antirassistische Kurs der NASCAR kommt nicht bei allen Beteiligten und Fans gut an. Das zeigen zwei Vorfälle im Rahmen des Rennens auf dem Talladega Superspeedway in Alabama, das aufgrund starker Regenfälle auf Montag (22. Juni) verschoben werden musste.

Am späten Sonntagabend (Ortszeit) teilte die NASCAR mit, dass in der Box der #43 von Richard Petty Motorsports eine Schlinge gefunden wurde. Pilot der #43 ist der einzige afro-amerikanische Fahrer in der NASCAR Cup Series, Bubba Wallace.

Die NASCAR veröffentlichte folgendes Statement: "Am späten Nachmittag wurde die NASCAR darauf aufmerksam gemacht, dass in der Box des Teams der Nummer 43 eine Schlinge gefunden wurde. Wir sind wütend und schockiert. Wir können gar nicht stark genug betonen, wie ernst wir diese abscheuliche Tat nehmen. Wir haben sofort eine Untersuchung gestartet und wir werden alles tun, um die verantwortliche(n) Person(en) zu identifizieren und aus dem Sport zu entfernen. Wir haben eindeutig erklärt, dass es in der NASCAR keinen Platz für Rassismus gibt und diese Tat stärkt nur unsere Entschlossenheit, unseren Sport für alle offen und einladend zu machen."

Wallace meldete sich via Twitter zu Wort: "Die heutige verabscheuungswürdige Tat, voller Rassismus und Hass, macht mich unglaublich traurig und ist eine schmerzhafte Erinnerung daran, dass vor uns als Gesellschaft noch ein langer Weg liegt und wie beharrlich wir im Kampf gegen Rassismus sein müssen. In den letzten Wochen war ich überwältigt von der Unterstützung durch Menschen aus der NASCAR-Industrie, einschließlich anderer Fahrer und Teammitglieder. Zusammen hat sich unser Sport verpflichtet, wirkliche Veränderungen voranzutreiben und sich für eine Gemeinschaft einzusetzen, die jeden Menschen akzeptiert und willkommen heißt. Nichts ist wichtiger und wir werden uns nicht abschrecken lassen von den verwerflichen Taten derjenigen, die Hass verbreiten wollen. Wie mir meine Mutter heute sagte: 'Sie versuchen einfach nur, dir Angst zu machen.' Das wird mich nicht brechen, ich werde nicht aufgeben und nicht klein beigeben. Ich werde weiterhin stolz für das einstehen, woran ich glaube."

Unterstützung erhielt Wallace unter anderem von Basketballspieler LeBron James und WWE-Superstar Titus O'Neil. Der ehemalige NASCAR Cup Series-Pilot Dale Earnhardt Junior schrieb auf Twitter: "Ich hoffe, Bubba gewinnt morgen."

Proteste am Talledega Superspeedway

Die NASCAR hatte Anfang Juni angesichts der Unruhen in den USA nach dem Tod des Afro-Amerikaners George Floyd ein Statement veröffentlicht und sich darin zum Kampf gegen Rassismus bekannt. Wenige Tage später folgte ein weiteres offizielles Statement, in welchem die NASCAR ankündigte, dass die Konföderiertenflagge bei allen NASCAR-Events verboten wird.

Letzteres löste am Talledega Superspeedway Proteste aus. Laut kickinthetires.net fuhr eine Gruppe friedlicher Demonstranten in Pickups und auf Motorrädern den sogenannten Speedway Boulevard in der Nähe der Strecke auf und ab und zeigte dabei die Konföderiertenflagge. Zudem war laut Fox Sports in der Nähe der Strecke ein Flugzeug zu sehen, das die Konföderiertenflagge und einen Banner schleppte, auf dem stand: "Defund NASCAR". Die "Sons of Confederate Veterans", die sich zu dieser Aktion bekannten, wollten damit offenbar zum Ausdruck bringen, dass sie der NASCAR jegliche finanzielle Unterstützung entziehen möchten.

Auf der Rennstrecke zeigt sich ein anderes Bild. Wenn am Montag die Motoren in Alabama aufheulen, ist Denny Hamlins Toyota nicht wie gewohnt in die Farben von FedEx gehüllt. Zusammen mit seinem Sponsor beschloss der Joe Gibbs Racing-Pilot, die Lackierung dem National Civil Rights Museum zu widmen, das er unlängst besuchte. Zudem spendet FedEx 500.000 US-Dollar an das Museum in Memphis, Tennessee.

Für das Rennen in Martinsville hatte Wallace eine 'Black Lives Matter'-Lackierung gewählt, nachdem er bereits in Atlanta mit einem 'I can't breathe'-T-Shirt für Aufmerksamkeit gesorgt hatte. Atlanta war das erste Rennen nach dem Statement der NASCAR. Vor dem Rennstart gab es eine Schweigeminute und eine Ansprache von NASCAR-Präsident Steve Phelps. Zudem wurde ein Video veröffentlicht, das einige Piloten der NASCAR Cup Series gemeinsam erstellt hatten:

NASCAR-Fahrer positionieren sich gegen Rassismus: (01:26 Min.)


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