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NASCAR Charlotte: Ryan Blaney gewinnt dramatisches Roval-Chaos

Ryan Blaney gewann in Charlotte das 3. Playoff-Rennen 2018 und das 1. Roval-Rennen in der NASCAR-Geschichte. 4 Fahrer sind aus den Playoffs ausgeschieden.
von Stephan Vornbäumen

Motorsport-Magazin.com - Das entscheidende dritte Playoff-Rennen der 'Round of 16' endete mit einem überraschenden Sieg von Ryan Blaney, nachdem zuvor alle führenden Fahrer in den letzten acht Runden aus dem Rennen geworfen wurden. Es war für Blaney der erste Saisonsieg und damit der Sprung in die nächste Playoff-Runde mit seinem zweiten Karriere-Sieg. Die 120. Ausgabe auf dem Charlotte Motor Speedway in North Carolina bedeutete gleichzeitig das Aus für vier Titelkandidaten, die nicht den Sprung in die 'Round of 12' schafften. Nach dem Rennen waren drei Fahrer punktgleich. Mit einem völlig demolierten Fahrzeug schafften Kyle Larson sowie Aric Almirola durch den Tiebreaker den Sprung in die nächste Runde, während Jimmie Johnson aus den Playoffs flog. Außerdem verabschiedeten sich Austin Dillon, Denny Hamlin und Erik Jones.

Vor dem Start: Kurt Busch holt erste Roval-Pole in der NASCAR-Geschichte

Das Qualifying auf dem Charlotte Motor Speedway Road Course zum dritten und letzten Playoff-Rennen der 'Round of 16' gewann Kurt Busch im Stewart-Haas-Ford. Damit sicherte er sich die erste 'Roval'-Pole in der NASCAR-Geschichte. Es war gleichzeitig für Kurt Busch der erste Pole Award in Charlotte, der vierte Award in dieser Saison und die 26.Pole Position in seiner Karriere. Hinter dem Polesetter folgen fünf Chevrolet-Fahrer auf den Startplätzen zwei bis sechs. A.J. Allmendinger, der zuvor nach Q1 noch geführt hatte, belegte Rang zwei. Aus der zweiten Reihe starten die beiden Hendrick-Piloten Alex Bowman und Chase Elliott, gefolgt von Larson und Charlotte-Rekordsieger Johnson. Siebter wurde Clint Bowyer vor Jamie McMurray und Blaney.

Chris Buescher schaffte zum vierten Mal in dieser Saison den Sprung in die letzte Qualifikationsrunde und belegte Rang zehn. Daniel Hemric war mit der legendären #8 die zweite Überraschung des Tages. Nach Rang vier im ersten Training und Platz zwei in Q1, startet der Childress-Pilot bei seinem zweiten Saisoneinsatz von Rang elf. Zwölfter wurde Erik Jones, der als einziger Toyota-Fahrer Q2 erreichte. Die Hälfte der 16 Playoff-Teilnehmer verabschiedeten sich in Q1 vorzeitig. Titelverteidiger Martin Truex Junior scheiterte auf Rang 13 knapp. Kyle Busch, der zuvor das erste Training mit Bestzeit beendet hatte, startet ebenfalls aus der siebten Reihe. Nach einem Unfall in der Warm-up-Runde war Hamlin mit demoliertem Toyota der schlechtplatzierteste Playoff-Fahrer auf Rang 27.

Martin Truex Junior mit Freundin und Pace-Car-Fahrerin Sherry Pollex - Foto: LAT Images

Start/Stage 1: Kyle Larson gewinnt die erste Roval-Stage

Vor dem Start mussten fünf Fahrer nach Unfällen im Training oder Qualifying von hinten starten. Darunter waren mit Hamlin, Brad Keselowski und Erik Jones drei Playoff-Fahrer. Die Schikanen wurden nach den vielen Unfällen vor dem Rennen kurzfristig entschärft. Sherry Pollex, die Freundin von Truex, fuhr die Warm-up-Runden im Pace Car. Dann startete das erste Roval-Rennen mit Polesetter Kurt Busch, der anschließend seine Position verteidigen konnte. Larson machte gleich drei Positionen gut und übernahm Rang zwei.

Die beiden Führenden konnten sich sofort absetzten und Elliott übernahm Rang drei. In der sechsten Runde machte Hamlin wegen einem Reifenschaden einen Boxenstopp, nachdem er gerade auf dem Weg in die Top-20 war. Zu diesem Zweitpunkt war der Zehnte Truex der einzige Toyota-Fahrer in den Top-10, hinter sechs Chevrolet- und zwei Ford-Fahrern. In Runde sieben gab es durch Larson den ersten Führungswechsel.

Nach zwölf Runden hatte Larson einen Vorsprung von über zwei Sekunden herausgefahren. Eine Runde später sorgte Stanton Barrett für die erste Caution. Einige Fahrer machten einen Boxenstopp, während 18 Fahrer auf der Strecke blieben. Allmendinger war der einzige Fahrer aus der Spitzengruppe, der frische Reifen abgeholt hatte und lag auf Position 19. Den Restart gewann Larson vor Elliott, Kurt Busch, Johnson und Bowyer. Ausgerechnet Jones und Hamlin hatten einen Kontakt und fielen wieder zurück.

Zwei Runden nach dem Restart hatte Allmendinger bereits zehn Positionen mit neuen Reifen gewonnen. Kurz vor Stage-Ende gab es einige strategische Boxenstopps. Nach 25 Runden gewann Larson die erste Roval-Stage und sicherte sich den vierten Stage-Sieg 2018. Polesetter Kurt Busch wurde Zweiter vor Bowyer, Truex, Elliott, Johnson, Kyle Busch, Allmendinger, Bowman und dem Zehnten Blaney.

Stage 2: Ryan Blaney gewinnt Stage 2 nach 50 Runden

Nach der Conclusion Caution mit Boxenstopps zwischen den beiden Stages über jeweils 25 Runden führte weiterhin Larson, der auf der Strecke geblieben war. Zweiter war Truex vor Kyle Busch und Blaney. Kurt Busch lag als schnellster Stopper auf Rang 23. Larson verteidigte erneut seine Position beim Restart. Trotz der alten Reifen konnte Larson erneut einen Vorsprung von fast zwei Sekunden herausfahren. Nur Truex konnte folgen, während Blaney als Dritter bereits fünf Sekunden Rückstand hatte. In Runde 37 kamen Truex und Kyle Busch zum Service.

Larson machte seinen Stopp eine Runde später. Dadurch führte Blaney vor Keselowski und Harvick. In Runde 46 beklagte Rookie William Byron einen Reifenschaden und Almirola rauschte in den Stewart-Haas-Chevrolet. Das Rennen blieb unter Grün. Dann erhielt Almirola zusätzlich eine Strafe wegen einem unkontrollierten Reifen in der Box. Eine Runde vor Stage-Ende drehten sich Truex und Keselowski gleichzeitig. Blaney gewann die zweite Stage deutlich vor Johnson, Kurt Busch, Logano, Bowyer, Austin Dillon, Elliott, Bowman, Hemric und Larson, der nach dem Boxenstopp 16 Positionen gewonnen hatte.

Stage 3: Austin Dillon flog nach zwei Reifenschäden aus den Playoffs

Es folgten Boxenstopps vor der letzten Stage über 59 Runden. Johnson gewann das Rennen in der Boxengasse und lag beim Restart auf Rang 20. Leader war jetzt wieder Larson vor Hemric, Kyle Busch, Harvick, Jamie McMurray und Hamlin. Es lagen tatsächlich noch 37 Fahrzeuge in der Führungsrunde. Debris von Austin Dillon sorgte für die vierte Gelbphase in Runde 58. Beim Restart lag weiterhin Larson in Front. Zweiter war Kyle Busch vor5 McMurray, Harvick und Hamlin.

Die Gangart wurde härter in den Zweikämpfen. Es war jetzt ein Kontaktrennen im kompletten Infield. In Runde 65 musste Austin Dillon die Garage aufsuchen. Kurz darauf gab es wieder Debris wegen Austin Dillons Reifenschaden. Damit war er der erste Fahrer, der sich aus den Playoffs verabschieden musste. Wenige Fahrer machten einen Boxenstopp. Larson konnte erneut den Restart gewinnen und hatte innerhalb von einer Runde zwei Sekunden Vorsprung vor Kyle Busch. Dann drehte sich Almirola ins Gras und Buescher flog in die Mauer. Damit war Caution Nummer sechs perfekt.

Nun kamen fast alle Top-Fahrer komplett zum Service. Es führte Stenhouse vor Menard und Jones, der allerdings nach dem Restart einen Reifenschaden beklagte. Dann flog Leader Stenhouse ab, aber das Rennen blieb unter Grün. Jetzt war Paul Menard Erster vor Keselowski und Larson. Nach 75 Runden konnte Keselowski die Führung übernehmen. J.J. Yeley fuhr eine Runde mit einer aufgesammelten Werbetafel und musste als unfreiwilliger Werbeträger die Box aufsuchen. Nach 80 Runden war Keselowski dem Feld um drei Sekunden enteilt.

J.J. Yeley als fahrende Werbetafel - Foto: LAT Images

Stage 3: Spektakuläres Duell zwischen Brad Keselowski und Kyle Larson

Eine Runde später übernahm Larson Platz zwei und verkürzte anschließend seht schnell den Rückstand auf Keselowski, der in der Schikane einen Fehler gemacht hatte. Beide Fahrer duellierten sich einige Runden spektakulär. In Runde 87 war Kyle Busch neuer Dritter mit vier Sekunden Rückstand auf die beiden Führenden. Bowman machte in Runde 89 einen Boxenstopp. Kurz darauf kamen weitere Fahrer zum Service.

Keselowski konnte sich von Larson wieder etwas lösen und verwaltete seinen knappen Vorsprung. Ein Sprit-Krimi lag in der Luft. Fast alle Fahrer bekamen per Funk die Anweisung Sprit zu sparen. Kyle Busch wurde deshalb langsamer und Truex überholte ihn. Nach genau 100 Runden führte Keselowski mit fast einer Sekunde vor Larson und 14 Sekunden vor Truex. Eine Runde später sorgte Ricky Stenhouse Junior für die siebte Gelbphase. Die Spritberechnungen wurde erneuert.

Stage 3: Big One mit allen Führenden nach Restart

Kein Fahrer aus den Top-10 kam zum Service. Harvick war als schnellster Stopper auf Position 21 beim Restart. Der Restart ging voll in die Hose. Leader Keselowski sorgte für einen 'Big One', als er sein Fahrzeug in Kurve 1 verlor. Kyle Busch, Kyle Larson, Menard und Byron waren heftig involviert und es gab Rot. Gegenüber hatten sich die Verfolger Almirola, Blaney, Rookie Wallace, Hemric und Trevor Bayne verkeilt.

Stage 3: Ryan Blaney gewinnt nach Crash in der letzten Kurve

Verzweifelt versuchte man den Chevrolet von Larson wieder auf die Strecke zu bekommen. Nach dem Restart waren noch drei Runden zu fahren. Es führte Truex vor Johnson und Blaney. Larson kämpfte auf Platz 26 um die Playoffs. Johnson verbremste sich und drehte sich in der letzten Kurve in den Toyota von Truex. Dadurch gewann Blaney das erste Roval-Rennen und schaffte damit den Sprung in die nächste Playoff-Runde. Zweiter wurde McMurray vor Bowyer, Bowman, Kurt Busch, Elliott, Allmendinger, Johnson, Harvick und Logano. Es dauerte einige Zeit, bis das Rennergebnis feststand. Larson, Almirola und Johnson waren punktgleich und Johnson folg mit Austin Dillon, Hamlin und Jones aus den Playoffs. Pechvogel Larson hatte am Ende doch noch großes Glück, denn vor ihm landete Jeffrey Earnhardt in der Mauer und Larson konnte dadurch mit einem völlig demolierten Auto einen weiteren Punkt zum Tiebreaker erzielen.

Ryan Blaney siegt - Dahinter qualmt Jimmie Johnson und Martin Truex Junior steht quer - Foto: NASCAR

PLAYOFF Gesamtstand (Round of 16)
Rennen 3/10 (29/36)

Playoff-Punkte (Rennen 1-29): Sieg (5 Punkte), Stage-Sieg (1 Punkt)
Extra Bonus-Punkte (Gesamtstand nach Rennen 26): Top-10 (15-10-8-7-6-5-4-3-2-1) Punkte)

1. (1) #18 Kyle Busch (Toyota) Joe Gibbs Racing (1 Sieg), 2.134 Punkte
2. (2) #2 Brad Keselowski (Ford) Team Penske (1 Sieg), 2.117 Punkte
3. (12) #12 Ryan Blaney (Ford) Team Penske (1 Sieg), 2.111 Punkte
4. (3) #78 Martin Truex Jr. (Toyota) Furniture Row Racing, 2.171 Punkte
5. (4) #4 Kevin Harvick (Ford) Stewart-Haas Racing, 2.141* Punkte
6. (8) #41 Kurt Busch (Ford) Stewart-Haas Racing, 2.120 Punkte
7. (5) #22 Joey Logano (Ford) Team Penske, 2.115 Punkte
8. (9) #9 Chase Elliott (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 2.108 Punkte
9. (13) #14 Clint Bowyer (Ford) Stewart-Haas Racing, 2.104 Punkte
10. (11) #47 Alex Bowman (Chevrolet) Hendrick Motorsport, 2.099 Punkte
**11. (7) #42 Kyle Larson (Chevrolet) Chip Ganassi Racing, 2.097* Punkte
**12. (6) #14 Aric Almirola (Ford) Stewart-Haas Racing, 2.097 Punkte
**13. (14) #21 Jimmie Johnson (Chevrolet) Hendrick Motorsport, 2.097 Punkte
14. (10) #3 Austin Dillon (Chevrolet) Richard Childress Racing, 2.071 Punkte
15. (16) #11 Denny Hamlin (Toyota) Joe Gibbs Racing, 2.056 Punkte
16. (15) #20 Erik Jones (Toyota) Joe Gibbs Racing, 2.046 Punkte
**Tiebreaker
*Harvick (Las Vegas I): 7 Bonuspunkte für Renn-Sieg und 2 Stage-Siege wurden aberkannt
*Larson (Kansas I): 1 Bonuspunkt für Stage-Sieg wurde aberkannt

Offizielle Ergebnisse kommen am Dienstag


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